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Dudenhöffer über die 100-Tage-Frist von Opel: „Der Konzern wird sich gesundschrumpfen müssen“

Ferdinand Dudenhöffer über Opels Optimierungen, Entlassungen und Marketingmaßnahmen

Die 100-Tage-Frist für Opel ist um. Der neue Eigner, die Peugeot-Mutter PSA, hatte dem Opel-Management eingeräumt ein Sanierungskonzept für die Firma mit rund 38.000 Beschäftigten zu erarbeiten.

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Herr Dudenhöffer, PSA-Chef Carlos Tavares hat im Welt-Interview gesagt: „Allen muss klar sein, dass der Status quo bei Opel keine Option ist“. Woran stört sich Tavares besonders? Ist Opel vor allem in Sachen Elektroantrieb nicht fortschrittlich genug?

Nein, es ist nicht das Thema Elektroantrieb, sondern das konventionelle Geschäft. Opel macht seit fast 20 Jahren nur Verluste und hat bisher in zig Milliarden „verbrannt“. Schaut etwa die Kennziffer Arbeitsproduktivität an, wird das Opel-Problem sichtbar. Beide Unternehmen, PSA und Opel, sind Volumenhersteller und annähernd gleich in ihrer Fahrzeugtechnik, ihrem Fahrzeug-Programm, ihren Fertigungstiefen und Fabrikstrukturen. Opel produziert pro Mitarbeiter 30 Neuwagen pro Jahr und PSA 35 Neuwagen pro Mitarbeiter. Würde Opel mit der gleichen Arbeits-Produktivität wie PSA wirtschaften bräuchte man 5.000 Mitarbeiter weniger. Gleichzeitig arbeitet Opel mit hohen Incentives – etwa Eigenzulassungen – und mit hohen Marketing- und Werbeausgaben. Damit hat man zusätzlich höhere Kosten – die sich nicht in mehr Verkäufen oder wertstabileren Preisen auszahlen. Selbst die schönen und teuren  „Umparken im Kopf“-Kampagnen haben nichts zur messbaren Erhöhung des Kundenwerts beigetragen. Neumann hat zwar viel getwittert, aber ein paar Tweets weniger und mehr Restrukturierung hätte dem Unternehmen gut getan.

100 Tage hatten die Rüsselsheimer Zeit, einen Zukunftsplan zu erstellen. Wie schätzen Sie die Chancen für Opel ein, wird das Opel-Management die Peugeot-Mutter PSA überzeugen?

 Machen wir uns nichts vor. Die Zielvorgaben kommen von dem PSA-Chef Tavares. Damit wird das Ergebnis so sein, wie es Tavares vorgibt. „Effizienzverbesserung hoch x“ lautet die Forderung. Damit wird man Produktionsstätten wie Eisennach oder Kaiserlautern auf einen harten Prüfstand stellen. Gleiches gilt für das große Entwicklungszentrum in Rüsselsheim.    

Können Sie denn erahnen, in welche Richtung sich Opel in den nächsten Jahren entwickeln wird?

Opel wird sich „gesundschrumpfen“, das ist das Strickmuster, das Tavares auch schon bei PSA umgesetzt hat. So hart es klingt, es ist die einzige Chance für Opel.

Rechnen Sie grundsätzlich mit Stellenabbau?

Alles andere wäre ein Wunder. Und die gibt es bekanntlich nicht. Seltsam ist nur der Betriebsrat-Chef Schäfer-Klug. Der scheint noch an den Osterhasen zu glauben oder tut gegenüber den Opel-Mitarbeitern so. Das ist für ein Gewerkschaftler und Betriebsratsvorsitzenden schon bizarr.

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