Suche

Anzeige

Die wohl größte Fake-Follower-Firma der Welt erstellte Klon-Profile echter Menschen

Wenn es den privaten Account plötzlich zweimal gibt und du nichts davon weißt

Die Firma Devumi verspricht Kunden Reichweite auf sozialen Netzwerken und soll Sportlern, Politikern, Schauspielern und anderen über 200 Millionen Follower vermittelt haben. Die New York Times berichtete ausführlich über den Fall. Einziges Problem an der Firma: Die neuen Fans sollen keine menschlichen User, sondern Bots sein. Doch das ist nicht alles: Es sollen auch persönliche Details anderer, realer Nutzer kopiert worden sein – bis hin zu Name, Heimatort und Profilfoto.

Anzeige

Bezahlte Trolle oder Bots sind ein Dauerthema seit dem Präsidentschaftswahlkampf 2016. Nun hat die New York Times allerdings eine neue Eskalationsstufe aufgedeckt: Die Firme Devumi aus den USA kopiert, um ihre Bots authentisch wirken zu lassen, die Online-Profile echter Menschen – inklusive der Bilder oder Profil-Beschreibungen und hat damit Millionen von Dollar in einem Schattenmarkt für Social-Media-Betrug gemacht. Die Teenagerin Jessica Rychly fand laut New York Times ihren Fakeaccount, der ohne ihr Wissen Tweets von Immobilienfirmen oder Pornoseiten in ihrem Namen retweetete.

Von den 200 Millionen Followeraccounts sollen wenigstens 55.000 verschiedene persönliche Details anderer, realer Nutzer kopiert worden sein, darunter Namen, Profilbilder, Heimatstädte. Devumi verkauft also Twitter-Follower und Retweets an Prominente, Unternehmen und alle, die im Internet bekannter werden oder Einfluss ausüben wollen. 

Facebook ist betroffen

Im November teilte Facebook den Investoren mit, dass es mindestens doppelt so viele gefälschte Nutzer hatte, wie zuvor geschätzt wurde. So kommt man schnell auf die Zahl von 60 Millionen automatisierten Konten bei Facebook. Diese gefälschten Konten, die als Bots bekannt sind, tragen dazu bei, Werbespots an bestimmte Personengruppen auszuspielen und politische Debatten neu zu gestalten.

 Trotz zunehmender Kritik an solchen Social-Media-Unternehmen wie Devumi und der wachsenden Kontrolle, ist der Handel mit gefälschten Followern weiterhin undurchsichtig. Während Twitter und andere Plattformen den Kauf von Followern verbieten, verkauft Devumi weiterhin Follower und Likes auf diesen Social-Media-Plattformen. Klare Botschaften und Kampfansagen folgten nach den Enthüllungen prompt via Twitter: „Identitätsdiebstahl und Betrug sind laut den Gesetzen von New York verboten“, so der zuständige Staatsanwalt Eric Schneiderman. Das zunehmende Aufkommen automatisierter Accounts würde dazu führen, dass reale Stimmen weniger gehört würden.

Auch in Deutschland gibt es solche Firmen: Der Dienst Social Media Daily aus Berlin etwa wirbt mit Instagram-Likes ab einem Preis von 0,009 Euro. Bei ihnen seien aber die Likes und Follower echt, schreibt das Unternehmen in seinen FAQs, der Nutzen aber begrenzt. „Der Kauf von Abonnenten hat vor allem einen kosmetischen Nutzen“, heißt es auf der Firmenseite. „Je mehr Follower Sie haben, desto folgenswerter scheint Ihr Profil auch zu sein – vorausgesetzt, Sie haben auch tolle Inhalte und viel Interaktion auf Ihren Tweets.“

Der Fall Devumi wird vielleicht zu einem Umdenken in der Branche führen. Kontrollieren Sie doch einmal, ob sie auch einen Zwilling in der Social-Media-Welt besitzen.

Kommunikation

Vodafone, Telekom und Thyssenkrupp liefern Jahresansprache aus der Weihnachtsbäckerei – es geht aber auch anders, wie Daimler zeigt

Es ist schon ziemlich neu, dass Firmen ihre Jahresansprache an die Mitarbeiter auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. So geschehen zuletzt beim Telekom-CEO Tim Höttges und Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter. Nun hat auch Thyssenkrupp nachgezogen. Sie lassen allerdings beide das Jahr in der Weihnachtsbäckerei ausklingen. Dass es auch kreativer geht, zeigt der Noch-Chef von Daimler. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Warum in der Vorweihnachtszeit Einzelhändler verstärkt in ihre Cybersecuritymaßnahmen investieren

Wo liegen die Schwachstellen der Cybersicherheit? Einzelhändler auf der ganzen Welt investieren in…

Warum Social nicht sozial bedeutet: Wie WWF, Greenpeace & Co. Spender möglichst gezielt erreichen können

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. 25 Prozent aller jährlichen Spenden werden in der Adventszeit von…

Vodafone, Telekom und Thyssenkrupp liefern Jahresansprache aus der Weihnachtsbäckerei – es geht aber auch anders, wie Daimler zeigt

Es ist schon ziemlich neu, dass Firmen ihre Jahresansprache an die Mitarbeiter auch…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

  1. „Kontrollieren Sie doch einmal, ob sie auch einen Zwilling in der Social-Media-Welt besitzen.“

    Netter Tipp. Würde ich gerne machen. Aber wie geht das?

    1. Oh Ray – das ist die große Preisfrage. Ich hoffe jetzt mal stark, daß du weißt unter welchem Namen dein Profil veröffentlicht ist… Namen in der Suchliste eingeben und dann gehst los.

      Wer sucht, wird finden!

  2. Solch ein Plunder! Entweder ich habe so Rang und Namen oder eben nicht, aber dann muss ich mich nicht „hochpushen“ lassen. Und für Geld schon gar nicht.

    Aber solche Fakeprofile gibt’s schon eine Weile. Meine Tochter entdeckte vor einigen Monaten eins aus der näheren Bekanntschaft. Wer die Betroffenen in echt kennt, bemerkt schon den Unterschied.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige