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Deutsche Neuwagenkäufer bevorzugen PS-starke Modelle

Die durchschnittliche PS-Zahl der in Deutschland verkauften Neuwagen steigt derzeit wieder an, während sie im letzten Jahr mit der Abwrackprämie erstmals seit über 15 Jahren zurückgegangen war. 129,8 PS weist der Durchschnitts-Neuwagen auf, der in den ersten sieben Monaten dieses Jahres verkauft wurde. Dieser Wert entspricht nahezu dem Niveau des Jahres 2009, wie eine aktuelle Studie des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen belegt.

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Steigende PS-Zahlen müssen nach Ansicht des Direktors des CAR-Centers, Professor Ferdinand Dudenhöffer, nicht unbedingt zu Fahrzeugen mit Mehrverbrauch führen. Auf der einen Seite kämen neue Motorengenerationen bei vielen Autobauern in die Serie, die bei gleicher PS-Zahl den Verbrauch gegenüber den konventionellen Otto-Motoren bis zu 15 Prozent senken. Zusätzlich würden mit Hybrid-Fahrzeugen, Start-Stopp-Systemen und anderen Maßnahmen die Verbräuche gesenkt. Der Weg, deutlichere CO2-Verbesserungen mit weniger PS zu erreichen, sei bei deutschen Autokäufern nicht wirklich beliebt. Der „Nachlauf“ von Kleinwagen aus der Abwrackprämie in den ersten Monaten des Jahres wird laut Studie dazu führen, dass im zweiten Halbjahr 2010 die PS-Zahlen des Durchschnitts-Pkws weiter steigen und die Werte aus dem Jahr 2007 übertroffen werden.

Die Automarken zeigten große Unterschiede bei den PS-Zahlen der Durchschnitts-Neuwagen. Mit den wenigsten PS sei die umweltfreundlichste Marke in Deutschland unterwegs: Der Smart habe im Schnitt 71 PS, während es beim Mini 117 PS seien. Der Durchschnitts-VW liege mit 118 PS zwar unter dem Mittelwert, befinde sich aber vor Opel (115 PS), Ford (111 PS) und Toyota (108 PS). Bei den deutschen Premiumherstellern lägen die PS-Zahlen über dem Mittelwert: Porsche weise 360 PS pro Durchschnitts-Neuwagen auf, BMW 186 PS, Audi 175 PS und Mercedes 168 PS. Da der Anteil der Premiumfahrzeuge in den nächsten Jahren weiter steige, würden die PS-Zahlen im deutschen Automarkt weiter wachsen. Zwar kämen Premiumhersteller mit Kleinwagen auf den Markt, dies bedeute aber nicht unbedingt weniger PS, wie der Vergleich Mini (117 PS) mit Fiat (86 PS) zeige.

Die Neuwagen mit wenig PS werden nach Erkenntnissen Dudenhöffers durch Flüssiggas angetrieben. Der Flüssiggas-Neuwagen (LPG) habe im Durchschnitt 110 PS, während der klassische Benziner mit 118 PS, der Diesel mit 148 PS und der Hybrid gar mit 164 PS unterwegs sei. Steige der Dieselanteil in Deutschland, bedeute dies, dass mehr PS verkauft würden, denn Neuwagenkäufer wählten Diesel gern als Antriebe für SUV (Sport Utility Vehicle) und Mittelklasse-Fahrzeuge. Beim Hybrid werde die PS-Zahl in den nächsten Jahren sinken, dann kämen die kleinen Hybride wie der Honda Jazz oder der Toyota Auris. Hier gelte die klassische Top-Down-Strategie neuer Technologien. Sie starte in der Oberklasse und werde später in kleineren Fahrzeugen auf eine Volumenbasis gestellt. Zwar sei der Toyota Prius kein Oberklassewagen, aber bei den deutschen Autobauern sowie bei Lexus seien die Hybride bisher nur bei den großen Fahrzeugen im Einsatz.

Unter den großen Automärkten in West-Europa werden der aktuellen Untersuchung zufolge im deutschen Automarkt eindeutig die meisten PS verkauft. In Italien, Frankreich, Spanien und England seien die Käufer zurückhaltender. Während im EU-15-Durchschnitt ein Neuwagen mit 111 PS zum Kunden gehe, liege dieser Wert für Deutschland bei 130 PS. Nur Schweden, Luxemburger und Schweizer würden sich für noch höhere PS-Zahlen entscheiden. Mit 143 PS pro Neuwagen befinde sich die Schweiz an der Spitze in Europa, jedoch gingen die PS-Werte hier seit dem Jahr 2007 zurück. Dieser PS-Knick sei stabil, während in Deutschland lediglich die Abwrackprämie zu Entscheidungen für Fahrzeuge mit geringeren Motorleistungen geführt hätte.

www.uni-due.de/car

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