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„Der Mang ist leider nicht teilbar“

"Mang Medical One" gilt als Europas größter Klinikkonzern für plastisch-ästhetische Chirurgie - und Prof. Werner Mang als Deutschlands bekanntester Schönheitschirurg. absatzwirtschaft sprach mit dem Mediziner über Märkte, Medien und Marktanteile in einem Fall, wo der Spezialist selbst die Marke ist.

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Herr Prof. Mang, welche Motivation treibt ihre Kunden, sich freiwillig operieren zu lassen?

PROF. WERNER MANG: Die Printmedien und das Fernsehen leisten ihren Beitrag. Insbesondere mit Sendeformaten, in denen sich Menschen vor laufender Kamera unters Messer legen. Das löst Diskussionen und Motivation aus. Rund 90 Prozent der Menschen fühlen sich nicht harmonisch, sind also nicht im Reinen mit sich selbst. Harmonie und Ausstrahlung sind aber Voraussetzung für Schönheit.

Prägen zeitlos Schönes und Hässliches oder eher Trends die Vorstellungen vom Ideal?

MANG: Bis 1945 waren Frauen üppig bis barock und Männer stattlich bis antikgriechisch. Seitdem wandelt sich das Ideal alle zehn bis 15 Jahre. Erst war es der wohl gerundete Frauentyp der Brigitte Bardot, dann Englands dürres Top-Model Twiggy, schließlich kam Claudia Schiffer. Heute sind wir wieder bei den spindeldürren Models. Ich frage mich oft, wer diese Mode tragen soll. Gegen runde Formen ist doch nichts zu sagen. Schönheit ist die Summe aus Erotik und Ausstrahlung. Echte Schönheit bleibt.

Sie entwickeln mit einer Kölner Firma die Kosmetiklinie „Cosm-IQ“, die über den Sender QVC vertrieben wird. Erfolgreich?

MANG: Das läuft gut. Pro Sendung etwa 100 000 verkaufte Stück. Der Großteil des Geldes geht in meine Stiftung. Meine Produkte sind erschwinglich und stoßen auf Akzeptanz. Der erfolgreiche Verkauf bestätigt meinen Ruf, der für Qualität und Seriosität steht. Insofern werte ich den Imagegewinn fast höher als den monetären. Mang ist ein Markenzeichen. Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Kosmetik, Beauty und Wellness. Immer mit dem Ziel, die Haut natürlich in Balance zu halten. Eine Rezeptur nach mir für jedermann vertreibt Schlecker für sechs bis 14 Euro. Wir selbst arbeiten hier in der Klinik mit Injektionen.

Wie viel beträgt Ihr Marktanteil am Gesamtvolumen aller Schönheitsoperationen?

MANG: Ach, die Schönheitschirurgie steckt hier noch in den Kinderschuhen. In Italien, Frankreich und England wird sie viel mehr nachgefragt. Trotzdem reden wir über einen Milliardenmarkt in Deutschland. Ein Großteil wird noch über Botox- und Collagenspritzen generiert. Mang Medical One erzielt rund 22 Millionen Euro Umsatz und sechs Millionen Euro Gewinn. Diese Werte wollen wir in den nächsten zwei Jahren verdoppeln. Sie hören heraus: Ich bin Chirurg und Unternehmer.

Kommen alle Patienten von selbst, oder nutzen Sie verkaufsfördernde Vertriebskanäle?

MANG: Wir haben ein Callcenter eingerichtet. Diese Schönheitshotline wird mal so bekannt sein wie die Telefonauskunft. Und wir starten jetzt mit einer Roadshow in Hamburg, wo wir eine neue Klinik eröffnen. Zu den besten Verkäufern zählen allerdings die Fachärzte in unseren 20 Standorten.

Welche Kommunikationsstrategie gehört zu Ihrem Marketing?

MANG: Keine. Der Mang ist leider nicht teilbar. Ich habe viele Presseanfragen, die ich alle gar nicht bedienen kann. Und mit einigen rede ich nicht mehr – (lacht) mit Ihnen schon! Ich habe mit mir eine Marke aufgebaut. Als Arzt so eine Popularität zu erreichen ist mühsame Arbeit. Und wenn du oben bist, möchten dich viele absägen.

Eine Nase von Mang soll mittlerweile ein unerlässliches Accessoire sein wie eine Prada-Tasche oder Rolex-Uhr. Passt der Vergleich?

MANG: Das ehrt mich. Ich mache nicht umsonst 600 bis 700 Nasen pro Jahr. Das ist sozusagen mein Hobby.

Arbeiten Sie an noch mehr Mang-Marken?

MANG: Wir haben Standards für OPs definiert. „M-Lift“ ist eine kleine Raffung beim Facelifting. Wir haben hervorragende Techniken fürs Ohren-Anlegen, was manchem TV-Moderator und Schauspieler gut zu Gesicht stehen würde.

Das Gespräch führte Thorsten Garber. Foto: Kai Bornhak

Das Gespräch ist Auszug eines Interviews, das Thorsten Garber für die Print-Ausgabe der absatzwirtschaft führte. Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen absatzwirtschaft 04/2008.

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