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Den Fachkräftemangel mit 2,7 Millionen Studenten effektiv bekämpfen

Mylittlejob Gründer Marlon Litz-Rosenzweig rät Unternehmen zum Outsourcing, um Ressourcenengpässe zu vermeiden und Kosten einzusparen

Der wachsende Fachkräftemangel stellt Unternehmen vor eine besondere Herausforderung. Zur Wachstumssteigerung und Kostenoptimierung sind Unternehmen gezwungen, alternative Sourcing-Optionen zu finden. An dieser Stelle kommt dem Outsourcing eine wachsende Bedeutung zu. Die steigende Zahl deutscher Studenten ist in diesem Zusammenhang eine bis dato ungenutzte Ressource.

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Von Gastautor Marlon Litz-Rosenzweig

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Boston Consulting Group prognostiziert, dass 2030 zwischen 4,5 und 6,1 Millionen Arbeitskräfte aufgrund des demografischen Wandels fehlen werden, was die Wirtschaftsleistung um 410 bis 550 Milliarden Euro schwächen wird. Immer weniger Kinder, immer weniger Nachwuchskräfte – das Human-Kapital in Deutschland schwindet. Lösungsansätze berufen sich auf die Vereinfachung der Einwanderungspolitik, die Förderung von Mobilität und die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit. Steinige und lange Wege für Wirtschaft und die Politik. Doch was ist, wenn die Lösung näher liegt als gedacht?

Mit Outsourcing vom Mangel zur Stärke

Ein Mitarbeiter und Tausende unsichtbare Helfer – das Modell des Outsourcings beschreibt die Auslagerung von kleinen Aufgaben bis hin zu ganzen Prozessen an einen externen Zulieferer. Sowohl kurzfristige als auch langfristige Ressourcenengpässe werden durch eine systematische Auslagerung von Aufgaben gelöst. Wichtig an dieser Stelle ist, dass nicht die bestehenden Vakanzen abgebaut werden, sondern eine effizientere Nutzung des vorhandenen Human-Kapitals angestrebt wird. Eine Arbeitskraft im Unternehmen kann das eigene Wissen und die Fähigkeiten effizient einsetzen und andere Aufgaben, die nicht in den Kompetenzbereich fallen, auslagern.

Innerhalb von Unternehmen wird dies häufig praktiziert. Der Anwalt tippt selten ein Gespräch selbst ab. Die effiziente Nutzung des eigenen Human Kapitals muss in Zeiten von geringerem Angebot an Human Kapital eine höhere Priorität bekommen. Typische Aufgaben, die selten in den Kompetenzbereich der eigenen Kollegen fallen, sind zum Beispiel Recherchen, Datenpflege, Content Erstellung oder Abschriften, welche die eigenen Mitarbeiter zwar strukturieren, aber nicht selbst durchführen müssen. Um den eigenen Wettbewerbsvorteil zu sichern, sollte jedoch beachtet werden, Schlüsselkompetenzen und -Technologien des Unternehmens in internen Händen zu belassen. Denn durch die Auslagerung vollständiger Prozesse oder ganzheitlicher Unternehmensdivisionen können Know-how-Verluste und Abhängigkeit von externen Ressourcen entstehen.

Die Rolle der Studenten im Outsourcing

Die Frage bleibt: Wer übernimmt die Rolle der externen Dienstleister? Wo findet man eine Interessengruppe, die zeitlich flexibel, qualifiziert genug und durch externe Anreize zu motivieren ist? Die Antwort: an deutschen Hochschulen. Die Arbeitskraft der Studenten ist bis jetzt kaum erkannt und die Möglichkeit des Outsourcings an die angehenden Akademiker noch nicht ausgeschöpft. Die Führungskräfte von morgen sind fortgebildet und motiviert, bereits im Studium Verantwortung zu übernehmen. Mit der Auslagerung von Aufgaben an Studenten, die genau diese Gruppe qualifizierter „On-Demand“ Arbeitskräfte darstellt, wird dem Fachkräftemangel entgegengewirkt. Das Outsourcing durch Unternehmen an Studenten geht zudem einer sozialen Verantwortung nach, denn Studenten wird die Möglichkeit gegeben, wertvolle Berufserfahrung zu sammeln, anstatt sich mit Kellner-Jobs herumzuschlagen.

 Zusätzliche Kostenoptimierung und bessere Skalierbarkeit

Das Modell des Outsourcings ist nicht nur unter dem Aspekt der effizienteren Nutzung des eigenen Human Kapitals in Angesicht des Fachkräftemangels zu erwägen, sondern ist zudem hilfreich bei der Kosteneinsparung. Die günstigsten Outsourcing-Provider kommen aus dem Ausland, vor allem aus Schwellenländern wie Indien und China. Hier ist aber Vorsicht geboten, denn die Arbeitsweisen und generierten Ergebnisse unterscheiden sich oft drastisch zur Leistung „Made in Germany“. Es ist Unternehmen daher anzuraten, auf Services von nationalen Anbietern zurückzugreifen, um kulturelle Gepflogenheiten und auch Qualitätsmaßstäbe zu gewährleisten. Ferner können durch das Outsourcing aufwendige Personalbeschaffungsprozesse erspart werden, die für gering attraktive Arbeitgebermarken oft ergebnislos bleiben. Die Zeitersparnis erhöht zudem den Handlungsspielraum und die Reaktionsfähigkeit.

Das Outsourcing von Aufgaben an deutsche Studenten ist ein Lösungsansatz, der auf kurze und lange Sicht die Zukunft vieler Industrien sichert. Der Ansatz fordert weder einen großen Kulturwandel der deutschen Gesellschaft noch die Erneuerung bestehender Gesetzgebung, sondern besticht durch die Einfachheit in Umsetzung und die Kostenvorteile für Unternehmen.

Über den Autor: Marlon Litz-Rosenzweig (24) studierte Philosophie, Politik und Volkswirtschaftslehre an der Lancaster University in England. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Daniel Barke (25) gründete er 2012 das Start-up Mylittlejob. Über einen Algorithmus vernetzen sie Studenten mit Unternehmen, Agenturen und Freelancer, damit diese Teilaufgaben auslagern können. Dadurch entlasten Unternehmen die eigenen Mitarbeiter, sparen Ressourcen und Studenten werden schon frühzeitig auf das Berufsleben vorbereitet. 5.000 Jobs werden aktuell im Monat vermittelt und 70.000 Studenten sind registriert. 2014 erreichte Mylittlejob einen Umsatz von 1 Million Euro und beschäftigt 25 Mitarbeiter am Standort Hamburg. Neben Mylittlejob gründeten Marlon Litz-Rosenzweig und sein Geschäftspartner die Data Driven Recruiting Plattform Talerio.

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Kommentare

  1. Wenn ich noch einmal das Wort „Fachkräftemangel“ höre, geh ich an die Decke.
    Wie kann es sein, dass es einen Fachkräftemangel gibt und trotzdem ein haufen Ingenieure auf der Straße oder in Leiharbeit sitzen?
    Ja es gibt einen Fachkräftemangel, aber an Leuiten die für billiges Geld arbeiten. Dafür hat man nicht 5 Jahre studiert…

  2. Klingt höchstens wie ein netter Pitch für das eigene Geschäftsmodell (natürlich mit allerlei BWL-Frühsemester-ABC: Human-Kapital, Sourcing, Skalierbarkeit). Ich habe den allergrößten Respekt für die Gründung dieses wirklich spannenden Start-Ups, allerdings rate ich dem Autor mal, sich mal in der deutschen Großindustrie umzuhören: Bei Externen entstehen nicht nur juristische Probleme zur Geheimhaltung und organisationale Probleme des nicht-intendierten Wissensabflusses. Sie müssen daran denken, dass man viele Arbeiten aus rein datenschutzrechtlichen, sicherheitstechnischen und vertraulichkeitsbedingten Gründen für viele Bereiche in Unternehmen nicht mal eben von zu Hause aus erledigen kann. Vertragliche Mindestvoraussetzungen, Sicherheitseinweisungen, die Einrichtung von Zugangsberechtigungen und einem physischen Arbeitsplatz hemmen die Flexibilität und würden am Ende dem heutigen Modell des Studentischen Mitarbeiters oder des Praktikanten schon sehr nahe kommen. Die vertragsmäßig korrekte Einbindung dieser externen Kräfte verursacht dann doch wieder so hohen Abwicklungsaufwand und Transaktionskosten (ein Wort für Sie!), dass es mit der kostengünstigen Flexibilität gar nicht mehr so weit her wäre. Ansonsten, lieber Autor, nehmen Sie mir mein Schreiben mit dem leicht schnippischen Unterton nicht übel, ich finde Ihr Geschäftsmodell und Ihr Engagement super, und wünsche alles Gute für die Zukunft.

  3. @Katharina:
    Bei angenommen 30.000 Vermittlungen in 2014 (100% Wachstum) und 1 Mio Umsatz ergibt das ca. 33€ Provision pro „Job“, also irgendwas zwischen Praktikanten und Microjobbing.
    Eher digitales Prekariat und keine hohen Transaktionskosten. Datenschutzbestimmungen werden von KMUs auch mal gerne ignoriert.
    Trotzdem auch mein Respekt für die erfolgreiche Gründung.

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