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Das iPhone 5 hat viel zu bieten – die ganz große Begeisterung bleibt allerdings aus

Das iPhone 5 wird größer, flacher und schneller als sein Vorgänger. Aber wird es auch besser? Trotz LTE-Datenfunk, größerem Display und verbesserter Technik, als wirklich revolutionär bezeichnet niemand das neue Handy.

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Von Anne-Kathrin Keller

Das wichtigste für alle Applejünger vorweg: Ab dem 14. September kann das neue iPhone bestellt werden. In Deutschland ist es dann ab dem 21. September erhältlich. Das Betriebssystem iOS 6 erscheint am 19. September. Aber nun zu der entscheidenden Frage: Lohnt sich die Investition von mehr als 600 Euro? Was unterscheidet das neue Handy von seinem Vorgänger?

Fast alle Gerüchte wahr

Fast alle Gerüchte rund um das iPhone 5 haben sich bestätigt. In erster Linie natürlich das Gerücht, dass es überhaupt ein neues Modell gibt. Denn es blieb spannend, bis zu der Präsentation in San Francisco am 12. September 2012. Erst wenige Stunden vor der Show, bestätigte Apple, was ohnehin jeder wußte: Das iPhone 5 kommt und wird nicht, wie auch spekuliert, new iPhone, sondern getreu der Tradition die Produkte nach ihrer Generation zu benennen, iPhone 5 heißen.

Kurz vor der Präsentation war auch klar, dass das Unternehmen mehr als das neue Handy vorstellen würde. Neue Produkte wurden ab mittags dem Apple-Onlinestore zugefügt, allerdings nicht erkennbar welche. Bei Twitter überschlugen sich die Spekulationsmeldungen. Als Tim Cook gegen 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Bühne betrat, verlor er nicht viel Zeit. Bereits nach wenigen Minuten übergab er an Marketing-Chef Phil Schiller, der die ersten Bilder vom iPhone5 zeigte.

Der Faktencheck

Das iPhone 5 hat einen neuen Rücken. Dieser ist jetzt aus Metall und nicht mehr aus Glas, wie bei seinem Vorgänger. Das Handy sollte also um einiges robuster sein. Der Bildschirm ist vier Zoll groß und passt sich an die gegebenen Lichtverhältnisse an. Zudem ist es knapp 20 Prozent dünner und leichter als das iPhone 4S. Es misst 7,6 Millimeter Tiefe und wiegt 112 Gramm.

Die Kamera dürfte sich um einiges verbessert haben. Sie hat eine Auflösung von acht Megapixel. Bei schlechtem Licht, verspricht sie bessere Bilder und hat zusätzlich das Featur Panoramabilder zu bieten. Videos nimmt das iPhone 5 mit 1080 Pixel auf und nutzt dabei eine Gesichtserkennung für bis zu zehn Personen. Videos und Musik können jetzt auch durch die verbesserte Spracherkennung Siri vorgeschlagen werden. Zudem ermöglicht es Siri jetzt, den Facebookstatus zu aktualisieren.

Die größte Spekulation dürfte es um die Nutzung des LTE-Datenfunks gegeben haben. Und ja: Wie das iPad ist auch das iPhone 5 mit dem schnelleren Datenfunk ausgestattet. Mehr noch, im Gegensatz zum Tablet ist der Zugriff auf den LTE-Funk weltweit möglich und nicht nur in Nordamerika.

Irritation durch neue Schnittstelle

Für große Bedenken sorgte das Gerücht, das neue Handy würde neues Zubehör benötigen, da die Schnittstelle verändert werden würde. Hierin besteht nämlich gerade ein Vorteil der Appleprodukt. Alle haben die gleiche Schnittstelle, so dass sie untereinander kombinierbar sind. Tatsächlich wurde der Stecker verändert, jedoch soll es einen Adapter geben, der weiterhin altes Zubehör nutzbar macht. Die neue Schnittstelle hört auf den Namen „Lightning“ und ist 80 Prozent kleiner als der Vorgänger. Ob das kleinere Format die Datenübertragung verlangsamt, sagte Apple nicht.

Die Akkuzeiten liegen je nach Nutzung bei etwa acht Stunden Sprech- beziehungsweise Surfzeit. Das Handy glänzt mit einem doppelt so schnellen Prozessor im Vergleich zum Vorgänger. Gleichzeitig nimmt er weniger Raum ein und dürfte gerade Spielerlebnisse interessanter machen.

Zum Ende der Präsentation wurde das neue Betriebssystem iOS 6 vorgestellt. Marketingchef Schiller führte damit die Apple 3D-Karten auf dem iPhone vor, die Google Maps ersetzen sollen.

Nicht viel Neues

So richtig begeistert waren die Analysten, Medienvertreter und Technikfans vom neuen iPhone allerdings nicht. Nicht wirklich revolutionär, urteilte die Presselandschaft fast einstimmig.

Die Online-Ausgabe der Washington Post zeigt sich enttäuscht vom neuen iPhone: „Im Grunde gibt es nichts neues dazu, wie Benutzer ihre iPhones verwenden können. Da war nichts, was mir bis jetzt gefehlt hat.“ Gerade hier habe bisher die Stärke von Apple gelegen, dem Nutzer zu geben, was er sich erhofft hat, aber noch nicht artikulieren konnte. Schärfere Töne schlug CNN an: Apple sei nicht mehr innovativ. Das Unternehmen sei zum Branchenprimus geworden, weil es Risiken in Kauf genommen habe und Neues probiert habe. Jetzt wolle Apple nichts mehr verändern, um seine Position nicht zu gefährden.

Die New York Times kritisierte den neuen Universalanschluss. Die Zeitung sieht hier große Gefahren für Hersteller von iPhones-Accessoires. Großes Lob erntete Apple für den LTE-Datenfunk. Generell sei das iPhone eine solide Weiterentwicklung, die zeige, dass sich das Unternehmen treu bleibe urteilt die Presse – nur eben nichts Überraschendes.

Dennoch: Apple ist Kult. Auch das iPhone wird – trotz der derzeitigen Kritik sind sich auch hier alle einig –wieder ein Bestseller. Appleprodukte sind mehr als Gebrauchsgegenstände, sie sind Identifikation, Einstellung und Lebensgefühl. Bei der Kaufentscheidung steht für einen Applejünger nicht der direkte Mehrwert im Vordergrund. Den ersten Hinweis darauf, wie erfolgreich das iPhone 5 werden könnte gibt es in der kommenden Woche, wenn das Handy in Deutschland erhältlich ist.

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