Suche

Anzeige

Audi auf der Olympia-Spur

Dass die Taxifahrer in Peking Mercedes fahren würden, hatte vernünftigerweise niemand erwartet. Eher war man darauf eingestellt, dass die deutsche S-Klasse-Marke den Chauffeuren der VIP’s vorbehalten blieb, von denen es während der Olympiade reichlich gab. Man hatte ihnen auf den breiten Straßen der Stadt eine eigene Fahrspur eingeräumt, markiert durch die olympischen Ringe.

Anzeige

Darauf glitten sie dann auch dahin, unbehindert durch den Plebs. Schwarze Limousinen mit schwarz getönten Scheiben, einzelne eskortiert durch blinkende Polizei, um in der einheitlich schwarzen Armada hunderter olympischer Komitees gewisse Bedeutungsunterschiede aufblitzen zu lassen.

Von Mercedes allerdings keine Spur. Der Wettbewerber mit den vier Ringen beherrschte die Olympia-Lane so vollständig, dass man seinen Augen nicht trauen wollte. Deutschlands Premium-Marke Nummer Eins – total abgemeldet. Freunde, die in Peking leben, wussten zu berichten, dass dieser Machtwechsel nicht nur das Ergebnis eines vermutlich hohen Sponsoren-Beitrags sei.

Audi produziere in China und für den neuen A6 aus Changchun habe man spezielle Bedürfniserforschung betrieben, und unter anderem den Wunsch nach mehr Innenraum berücksichtigt. Inzwischen ist es eine Tatsache, dass, wer in Peking etwas auf sich hält, schon längst Audi fährt. Was um Mitternacht am Block 8, der angesagtesten Pekinger Barszene vorfährt, spricht eine eindeutige Sprache.

Dem Volkswagenkonzern darf man zu diesem Markt- und Meinungserfolg gratulieren. Die Daimler AG hingegen ist vorzeitig ausgeschieden. Der Stern aus Stuttgart, von deutschen Werbegestaltern unter Anleitung des Herrn Göttgens ohnehin schon plattgemacht, funkelt in Peking nicht.

Über den Autor: Prof. Dr. Klaus Brandmeyer ist Inhaber der Brandmeyer Markenberatung Hamburg

Alle Kolumnen von Klaus Brandmeyer lesen.

Die letzten 5 Kolumnen

Digital

Mit Tim Höttges, Dorothee Bär & Jan Böhmermann: So sieht das Programm der Digitalmesse Dmexco aus

Endlich ist es da: Die Dmexco-Veranstalter haben das Programm für die Digitalmesse veröffentlicht. Neben zahlreichen Branchengrößen von Google über Facebook bis Telekom sind auch prominente Gesichter vor Ort. So wird Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg ebenso auf der Bühne zu sehen sein wie Dorothee Bär. Die Staatsministerin für Digitalisierung spricht über das digitale Denken in Deutschland. mehr…

Weitere Kolumnen

Anzeige

Newsticker

Die Masse macht’s: Deutsche zahlen für mehrere Streaminganbieter-Abos gleichzeitig

Die deutschen Fernsehsender arbeiten an einer gemeinsamen „Supermediathek“ und die internationalen Streaminganbieter haben…

Angst vor Markteinstieg: What would Google DOOH?

Google will in den deutschen Digital Out-of-Home-Markt eingreifen. Während die Branche schon zittert,…

Über 220 Millionen Inder haben diesen Clip gesehen: Hyundai bricht mit Automobilkampagne Rekorde

Ein besonderer Kampagnenfilm berührt die Herzen von Millionen Indern. Seit seiner Veröffentlichung auf…

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige