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Apple vor den Quartalszahlen: Wie groß ist die Käuferzurückhaltung vor dem iPhone 8-Launch?

Das Warten auf das neue iPhone geht weiter © Apple

Alle Augen auf Apple: Nach dem gestrigen Handelsschluss präsentiert der wertvollste Konzern der Welt das Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal. Die Erwartungen an der Wall Street sind nichts besonders hoch: Traditionell verzeichnet Apple in den Monaten vor dem Launch eines neuen iPhones die schwächste Geschäftsentwicklung des Jahres. Wichtiger als die Ergebnisse des letzten Quartals ist allerdings der Ausblick, der einen Hinweis auf den iPhone-Launch geben dürfte.

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Wieviel teuerer wird das neue iPhone? Kommt es mit Infrarot-Gesichtserkennung? Liegt der Fingersensor auf der Vorder- oder Rückseite? Das sind die Fragen, die Apple-Aficionados in diesen Tagen umtreiben.

Bevor es in die ganz heiße Gerüchtephase einen Monat vor dem mutmaßlichen Launch geht, musste Apple gestern an der Wall Street noch einmal Business as usual verrichten. Als Höhepunkt der bisherigen Berichtssaison muss Apple vor seinen Aktionären über die Geschäftsentwicklung im Juni-Quartal Rechenschaft ablegen.

iPhone-Zurückhaltung dominiert das Juni-Quartal

Wenn die jüngsten Quartalsergebnisse der Internet-Rivalen ein Indikator sind, droht Apple-Aktionären nach dem gestrigen Handelsschluss möglicherweise Ungemach – sowohl Amazon als auch Google wurden nach ihren Zahlenwerken abverkauft (Twitter regelrecht verprügelt), während Facebook zunächst höher tendierte, aber im allgemeinen Abwärtssog der Technologiebörse in den vergangenen Tagen ebenfalls in die Tiefe gezogen wurde.

Traditionell ist der Bilanzzeitraum von Anfang April bis Ende Juni der schwächste im Geschäftsjahr des wertvollsten Konzerns der Welt, der seit fünf Jahren sein neues iPhone jeweils im September präsentiert. Entsprechend groß dürfte die Käuferzurückhaltung beim mit Abstand wichtigsten Produkt des iKonzerns in den Monaten vor dem Launch sein: Nur wer es unbedingt muss, wird in diesen und den vergangenen Tagen noch ein iPhone kaufen bzw. gekauft haben – die neue Ware dürfte schließlich bereits in eineinhalb Monaten in die Läden kommen.

Setzt sich Abwärtstrend des iPhones fort?

Nach 50,7 Millionen Einheiten im vergangenen Quartal rechnet die Wall Street nunmehr mit lediglich 41,3 Millionen iPhones, die wiederum einer Absatzsteigerung von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen würden.

Allein: Es gibt auch Analysten, die eine Fortsetzung des Abwärtstrends des wichtigsten Konzernprodukts erwarten. Der australische Apple-Blogger Neil Cybart, dem im vergangenen Quartal die genausten Ergebnisschätzungen gelangen, prognostiziert in den 91 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juni lediglich 39 Millionen verkaufte iPhones, was wiederum einem Absatzrückgang von 3 Prozent entsprechen würde.

Servicesparte und Apple Watch könnten zweistellig wachsen

Eine echte Antwort, um einem Abwärtstrend des iPhones zu begegnen, hat Tim Cook bislang lediglich in der Servicesparte gefunden, die die Geschäfte von iTunes, des App Stores, der iCloud, Apple Pay und vor allem des vor zwei Jahres gestarteten Streaming-Dienstes  Apple Music bündelt. Nach Erlösen von 6 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal rechnet die Wall Street nunmehr mit Umsätzen in Höhe von 7,13 Milliarden Dollar, was einem Absatzplus von immerhin 19 Prozent entsprechen würde.

Keine Hilfe dürfte erneut die iPad-Sparte sein, die nach den Konsensschätzungen der Wall Street abermals weniger Einheiten abgesetzt haben dürfte – und das erneut zweistellig (minus 10 Prozent auf 9 Millionen Einheiten), während die Mac-Absätze nach Erhebungen von Gartner im jüngsten Quartal stagniert haben dürften.

Die Apple Watch, die der Kultkonzern aus Cupertino bis heute mit dem iPod, Accessoires, Apple TV und AirPods in der Kategorie „Andere Produkte“ versteckt, könnte dagegen moderat mehr Einheiten abgesetzt haben (2,8 Millionen nach geschätzt 2,3 Millionen Stück).

Alle Augen auf den Ausblick

Unter dem Strich rechnet die Wall Street bei Umsätzen von 44,49 Milliarden Dollar (+ 5 Prozent) mit einem Gewinn je Aktie von 1,56 Dollar (+ 10 Prozent). Im Vergleichszeitraum im Vorjahr hatte Apple noch 42,4 Milliarden Dollar umgesetzt und einen Gewinn je Aktie von 1,42 Dollar erzielt.

Weitaus wichtiger als die Geschäftsergebnisse des vergangenen Quartals dürfte allerdings der Ausblick auf den laufenden Dreimonatszeitraum werden, der maßgeblich einen Hinweis auf den Launch der neuen iPhones geben dürfte.

Nach zahlreichen Indikationen aus Zuliefererkreisen, die darauf hindeuten, dass das runderneuerte iPhone 8 mit OLED-Display erst im vierten Kalenderquartal ausgeliefert werden könnte, hatten zahlreiche Analysten ihre Verkaufssschätzungen für das Apple-Smartphone im September-Quartal zuletzt reduziert.

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