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Ansteigendes Rabattniveau birgt für Autohändler Probleme

Das deutsche Abwrackwunder hat das Rabattgefüge außer „Rand und Band“ gebracht, wie die Preisstudie des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen für den Monat Juni zeigt. Dabei betrug der Spitzenrabatt laut Direktor Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer einschließlich Abwrackprämie 51,3 Prozent. Insgesamt seien 334 Hersteller-Verkaufsaktionen ausgewertet worden.

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Der höchste Kundenrabatt, der von Autoherstellern derzeit beispielweise für einen „Nissan Armanda“ in den USA eingeräumt werde, liege bei 6000 US-Dollar. Da es dort auch noch Händlerrabatte gibt, entspreche der „Customer Cash Rebate“ beim gegenwärtigen Wechselkurs 4255 Euro. Doch wer mit Abwrackprämie in Deutschland etwa einen „VW Touareg“ erwerbe, erhalte vom Hersteller einen Kundenrabatt von 7500 Euro plus 2500 Euro staatliche Abwrackprämie. Wer einen „Jeep Commander“ kaufe, bekäme inklusive Abwrackprämie 15 300 Euro oder umgerechnet 21 573 US-Dollar „Customer Cash Rebate“. „Das versteht kein Amerikaner und amerikanische Verhältnisse galten in Deutschland immer als der Inbegriff der Rabattschlacht am Automarkt“, sagt Dudenhöffer.

Dabei lasse die Wirkung der Abwrackprämie bereits nach und habe sich der Kaufandrang bei Händlern deutlich beruhigt. Auch die beim „Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“ (BAFA) eingereichten Prämienanträge würden sinken. Gingen im Mai täglich noch 8200 Anträge ein, seien es im Juni nur noch 7300 gewesen. So wie die Zahl der Abwrackkäufer sinke, stiegen allerdings die Rabatte der Hersteller. Längst reiche es nicht mehr aus, den Kunden einen normalen Rabatt zusätzlich zur Abwrackprämie einzuräumen. Das Leasingangebot mit 0-Anzahlung und monatlicher Rate von 119 Euro, mit dem sich in Verbindung mit der Abwrackprämie ein Spitzenrabatt von 51,3 Prozent erreichen lasse, betreffe den Kleinwagen „C1“ von Citroën. Die Zahl der Aktionen mit hohen Rabatten steige kontinuierlich.

Dabei nähmen Barrabatte immer stärker zu, die Autobauer in der Vergangenheit extrem gemieden hätten. Für sie und Händler sei das weitere Ansteigen des Rabattniveaus besorgniserregend. Denn in den schwierigsten Zeiten der vergangenen Jahre wurden ja bereits Aktionen wie „Wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer“ von Herstellern durchgeführt. Dazu kämen jetzt noch die Abwrackprämien, die in sechs Monaten wohl als staatliche Unterstützung endgültig wegfallen, aber im Markt gebraucht werden. „Bereits heute ist klar, dass im Jahr 2010 nur dann an Privatkunden Neuwagen verkauft werden können, wenn die Hersteller und der Handel die Abwrackprämie plus saftiger Rabatte aus eigener Tasche zahlen. Ohne hohe Rabatte wird 2010 im deutschen Automarkt nichts gehen“, prognostiziert Dudenhöffer. Darüber hinaus könnten deutlich weniger Verkäufe und historische Rabatte dann zu einer großen Insolvenzwelle im deutschen Autohandel führen.

www.uni-due.de/car

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