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„Wir werden uns nie dem verschließen, was der Kunde will“ – Amazon über Ladeneröffnungen in Deutschland

Kleber betont, dass die Frage nach der Eröffnung eines ähnliches Stores „keine Frage des Ob, sondern des Wann“ sei

Amazon kann sich vorstellen, Ladengeschäfte in Deutschland zu eröffnen. Das sagt Ralf Kleber, Deutschland-Chef von Amazon, in einem Interview mit der Berliner Morgenpost. Wann das sein wird, verrät er allerdings nicht.

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In Seattle ist es bereits Realität: Hier testet Amazon seit gut einem Jahr den kassenlosen Supermarkt Amazon Go. „Go“ deswegen, weil die Kunden einfach aus dem Laden spazieren können, ohne sich ein einziges Mal an einer Kasse anzustellen oder an einem Automaten zu bezahlen. Einzig erforderlich ist die Amazon Go App auf dem Smartphone zu installieren und beim Betreten des Supermarktes einen QR-Code ähnlichen „Key“ zum Öffnen der Eintrittsschranke einzuscannen. Allerdings kommen seit Eröffnung nur Mitarbeiter in den Genuss des innovativen Ladenkonzepts.

„Go“ auch in Deutschland?

Ist „Go“ ein Versuch im traditionellen Lebensmitteleinzelhandel Fuß zu fassen? Und plant Amazon selbiges auch für die deutschen Verbraucher? Das fragte sich auch die Berliner Morgenpost und stellte Ralf Kleber, Deutschland-Chef von Amazon, genau diese Frage. Kleber betonte, dass die Frage nach der Eröffnung eines ähnliches Stores „keine Frage des Ob, sondern des Wann“ sei. Und eben diese Frage sei immer am schwierigsten zu beantworten: „Kunden lieben Vielfalt online und im klassischen Handel. Letzterer steht in Deutschland immer noch für 90 bis 95 Prozent des Handelsumsatzes. Und wir werden uns nie dem verschließen, was der Kunde will.“

Zuerst Perfektion, dann Expansion?

Die „Wann-Frage“ sei vor allem deswegen schwierig, weil die Ladentechnik zuerst einmal komplett ausgereift sein müsse. „Die Wann-Fragen sind leider immer die schwierigsten beim Experimentieren. Hinter der Ladentechnik Amazon Go steckt kein besonderer RFID-Chip. Der ist viel zu teuer, um ihn auf eine Packung Katzenfutter für 39 Cent zu kleben. Amazon arbeitet an diesem Innovationsprojekt mit Machine Learning, Datenverarbeitung, Sensorik, Computer Vision – den Kernstärken des Unternehmens. Solch ein Erfassungssystem muss erst einmal ausgereift sein. Da müssen Computer richtig was tun, um festzustellen: Der Kunde hat jetzt das Thunfisch-Sandwich oben aus der Kühltheke rausgenommen, aber unten wieder reingestellt; dann doch die Banane, gegen einen Grapefruitdrink getauscht und den dann auch tatsächlich eingepackt und die Banane aus Bequemlichkeit zu den Drinks sortiert. Deshalb testet Amazon das System derzeit in einem eigenen kleinen Laden in Seattle, um es zu perfektionieren. Und um zu sehen, wo es am besten eingesetzt werden kann“, so Kleber gegenüber der Berliner Morgenpost.

Übernahme von Whole Foods

Dass Amazon der Einstieg in den stationären Handel aber grundsätzlich ernst zu sein scheint, beweist die Übernahme der Bio-Kette Whole Foods im Sommer dieses Jahres. Whole Foods steht für  ökologisch-nachhaltige Ware in den USA. Die Bio-Kette wurde für rund 13,7 Milliarden US-Dollar verkauft. Whole Foods betreibt 461 Lebensmittel-Supermärkte – 440 Geschäften in den USA, weitere 12 in Kanada und neun in Großbritannien. Lesen Sie hier mehr zur Übernahme. 

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