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30 Jahre Smiley – Wie drei Schriftzeichen die digitale Sprache ökonomischer machen

Er lacht :-), er schaut traurig :-(, er streckt die Zunge heraus :-p – der Smiley ist in der digitalen Kommunikation unersetzbar geworden. Er taucht in SMS, in Chats und sogar in geschäftlichen E-Mails auf. Der Grund: Smileys machen unsere Sprache ökonomischer. Diese Woche wird das Emoticon 30 Jahre alt.

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Von Anne-Kathrin Keller

Das Lächeln geht täglich millionenfach um die Welt. Jeder kennt es, jeder benutzt es. Das digitale Grinsegesicht Smiley wurde diese Woche 30 Jahre alt. Aus „Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht“ wurde Anfang der 80er Jahre „Doppelpunkt, Gedankenstrich, Klammer, fertig ist das Emoticon“.

So mancher sieht in ihm den Niedergang der Sprachkultur. Dabei hat der Smiley einen wissenschaftlichen Ursprung. Erfunden wurde er als Antwort auf eine einfache Frage: Wie kann man schreibend Gefühle ausdrücken? Schließlich fehlen den Schriftzeichen sowohl Mimik als auch Betonung und Stimmlage. Als Geburtshelfer des Seitwärts-Smileys gilt der amerikanische Professor Scott Fahlman. Im Usenet, dem Vorläufer des Internets, unterhielten, diskutierten und scherzten im Jahr 1982 die ersten digitalen Nutzer. Viele Kommentare waren sarkastisch. Das war allerdings nicht immer erkennbar, oft kam es zum Streit.

Drei Zeichen für nonverbale Informationen

Professor Fahlman war Teil der Community und grübelte am 19. September 1982, während er einen Chatverlauf voller Missverständnisse verfolgte, wie man Humor im Netz markieren könnte. Es ging dem Erfinder darum, nonverbale Informationen in der schnellen Kommunikation der digitalen Welt darzustellen. Also schrieb Fahlman in das Forum: „Ich schlage folgende Zeichen-Sequenz für Spaßmacher vor: :-). Lest es seitwärts.“ Drei Zeichen zur Vorbeugung von Missverständnissen oder als ironischer Kommentar waren geschaffen.

Fahlman nahm seine Idee aus der Werbewelt. Der Werber Harvey Ball malte das Grinsegesicht 1963 erstmals im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft in Ohio. Ziel war es, die Laune der Mitarbeiter zu verbessern. Kurz auf einen Zettel gemalt und diesen zum Kollegen rübergeschoben, hebt ein Smiley die Stimmung im Arbeitsalltag. Fahlmann übertrug das Zeichen ins Internet und machte somit Humor, Ironie und Sarkasmus im Netz möglich.

Neue Formen und Patentstreit

Inzwischen sind die Smileys viel mehr als Helfer, die Humor in einem Text kennzeichnen. Längst gibt es auch ausgefallenere Zeichen wie Rosen @}—>— oder B-) Sonnenbrillenträger. Längst haben sie einen neuen Namen. Sie heißen Emoticons – eine Mischung aus Emotion und Icon, den englischen Begriffen für Gefühl und Symbol.

Es ist kein Zufall, dass sich das einfache Zeichen so schnell und stark durchsetzen konnte und inzwischen teilweise sogar in formalerer E-Mail-Kommunikation benutzt wird. Smileys haben die digitale Sprache ökonomischer gemacht. Das ursprüngliche Zeichen 🙂 ersetzt „Diese Aussage ist nicht ernst gemeint“ und spart somit 34 Zeichen ein. Das passt in die Schnelllebigkeit des Internets. Darum wundert es auch nicht, dass sich die meisten neuen Emoticons in der Zeit entwickelt haben, in denen noch das ursprüngliche Limit von 160 Zeichen bei Handy-Kurznachrichten galt.

Kulturelle Unterschiede beim Grinsegesicht

Die Popularität der Smileys ist ungebrochen, 2008 gab es sogar einen Patentstreit um den Zwinker-Smiley. Ein Geschäftsmann aus Russland hatte vor der russischen Patentbehörde versucht, sich das international verwendetet Zeichen markenrechtlich schützen zu lassen. Seine Klage wurde abgewiesen.

Das Smiley machte international Karriere und passte sich an die jeweiligen Kulturen an. Die stärksten Unterschiede gibt es zwischen China und Japan und der westlichen Welt. Chinesen und Japaner haben ohnehin eine bildlichere Darstellung in der Schrift. Ein Japanischer Smiley lächelt so: (^.^). Dieses chinesische Emoticon ist böse: ~_~.

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