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Zweiter Versuch ohne Köttbullar: Ikea will Indien erobern und muss ungewöhnliche Bedürfnisse erfüllen

Der neue indische Markt

Auch wenn Ikea schon viele Jahre in Indien produzieren lässt, einen Laden gab es bislang noch nicht. Das erste indische Einrichtungshaus eröffnete nun in Hyderabad, 2019 soll ein Standort in Navi Mumbai folgen. Doch der Markt ist schwer einzunehmen und so entwickelte Ikea nicht nur spezielle Produkte und Anlieferungsketten sondern auch einen Montageservice. Denn Inder bauen selbst keine Möbel auf.

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Er ist eröffnet: Das neue Ikea-Haus in Indien. Begrüßt wurden die ersten Besucher von Mitarbeitern in den typisch gelb-blauen Polo-Hemden, die indische und schwedische Fähnchen schwenkten. Das 37000 Quadratmeter große Haus beschäftigt 950 Mitarbeiter, 47 Prozent davon Frauen. Vieles ähnelt dem europäischen Vorbild. Doch eines fehlt: die typischen Fleischbällchen (Köttbullar). Man passe sich den regionalen Gepflogenheiten des Landes an, so Ikea. Aus religiösen Gründen gibt es keine Mahlzeiten aus Schweine- oder Rindfleisch sondern aus Huhn oder vegetarisch.

Ein langer Weg

Ikea versuchte schon 2006, in den indischen Markt einzusteigen, scheiterte aber an strengen Regulierungen des Einzelhandels. Die indische Regierung hatte Anfang des Jahres die Bedingungen für die Eröffnung von sogenannten Single-Brand-Stores von ausländischen Firmen gelockert, sodass Ikea nun mit voller Kraft in den indischen Markt investieren kann. Es ist der Beginn einer Investitionsoffensive von insgesamt vier Milliarden Euro. Der Konzern kaufte gleich vier Grundstücke in den Staaten Telangana, Maharashtra, Karnataka und Delhi.

Landesüblich

Auch die Produkte wurden speziell für den indischen Markt ausgewählt: Sie sind ein Resultat einer Studie, die Ikea extra vor der Eröffnung unter 1000 Familien durchgeführt hatte, um die lokalen Bedürfnisse kennenzulernen. Außer Billy-Regalen gibt es für Kunden spezielle Gewürzdosen, Druckkochtöpfe, Idli-Kocher, bunte Textilien oder nachhaltige, lokal hergestellte Matratzen mit einem Kokosfaserkern.  Rund 1.000 Produkte wurden speziell für den neuen Markt entwickelt.

Darüber hinaus gab es ein weiteres Problem im Markt: Indische Mittelstandsfamilien sind es nicht gewohnt, Möbel selber aufzubauen. Also kooperiert Ikea mit der Online-Plattform UrbanClap, die Handwerker vermitteln. Weil die neuen Kunden mit dem Selbstmontagekonzept noch nicht so vertraut sind, bietet das Einrichtungshaus also die Lieferung nach Hause oder den Montageservice an.

(Lig)

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Kommentare

  1. Das ist schon etwas lustig mit den Indern. Die haben eine komplett andere Weltanschauung wie wir. Das Aufbauen der Möbel macht mir persönlich Spaß. Allerdings kann ich es auch verstehen, wenn es jemand anderes nicht mag. Schließlich ist das auch eine Art Arbeit. Danke für den Artikel.

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