Suche

Anzeige

Zwei Strategien, mit denen Online- und Offline-Händler doppelt so stark wachsen wie der Markt

© Foto: Unsplash: Rawpixel

Eine Studie der Strategieberatung EY-Parthenon hat zwei Wege ausgemacht, die den On- und Offline-Handel an die an die Spitze führen. Direkter Wettbewerb mit großen Online-Plattformen ist dabei nicht immer notwendig.

Anzeige

Die deutsche Handelslandschaft wird immer vielfältiger. Große Online-Handelsplattformen dominieren den Markt und die steigende Zahl neuer Online- Angebote verschärft den Wettbewerb. Gleichzeitig kämpfen Händler mit weiter abnehmender Kunden-Loyalität. Das aktuelle Performance Ranking der Strategieberatung EYParthenon hat über 8.000 Konsumenten zu den führenden 110 Händlern befragt und zeigt, dass Händler zwei strategische Optionen haben, in diesem Wettbewerb erfolgreich zu sein: Sie können sich entweder als „Nischen-Heroes“ bewusst abgrenzen, auf Authentizität setzen und sich für eine bestimmte Zielgruppe spezialisieren. Oder sie positionieren sich als „Everybody‘ s Darling“ mit einem breiten Angebot und maximal zuverlässiger Convenience, also einem möglichst schnellen und angenehmen Einkauf.

„Nischen-Heroes“ und „Everybody’s Darlings“ deutlich erfolgreicher als der Markt

Anbieter, die sich konsequent für einen der beiden Wege entscheiden, sind nach aktuellen Erkenntnissen des Parthenon-Performance-Rankings „Der Schlüssel zum Erfolg – wie werden Kunden zu Fans?“ deutlich erfolgreicher: Sie wachsen doppelt so stark wie die „Unentschlossenen“: „Es gibt auch neben den etablierten stationären Händlern und großen Online-Plattformen die Möglichkeit, bis in die Spitzengruppe der deutschen Händler aufzusteigen“, sagte Andreas Teller, Associate Director der Strategieberatung EY-Parthenon. Sogenannte „Nischen-Heroes“ waren im Jahr 2018 mit einem Umsatzwachstum von 10,1 Prozent, deutlich erfolgreicher als der Markt. Diese Anbieter grenzen ihre Zielgruppe klar ab: „Man darf als „Nischen-Hero“ nicht allen gefallen. Im Gegenteil: Viele dieser Händler polarisieren sogar ganz offen und bewusst. Solange man seiner kleinen Zielgruppe ein besonderes, auf diese Kunden zugeschnittenes Einkaufserlebnis bietet, gewinnt man nicht nur langfristige Kunden, sondern treue Fans“, sagte Teller.

Die führenden Anbieter mit einem bewusst breiten Angebot und möglichst schnellen Kaufprozessen (die sogenannten „Everybody’s Darlings“) wuchsen durchschnittlich um 7,5 Prozent und damit ebenfalls deutlich stärker als Unternehmen, die sich nicht klar für eine der beiden Strategien entschieden haben. Diese konnten ihren Umsatz 2018 nur durchschnittlich um 4,1 Prozent steigern.

Kundenloyalität nimmt weiter ab – Kunden zu Fans machen

„Je klarer sich Unternehmen strategisch positionieren, desto größer die Kundenbindung“, sagte Christian Ziegfeld, Partner von EY-Parthenon. Das ist auch notwendig: Die Zielgruppe der unter 35-jährigen Kunden zeichnet sich im Vergleich zu älteren Kunden um eine bis zu 30 Prozent höhere Wechselbereitschaft aus. Sie ist offen, neue Formate und Angebote auszuprobieren. Und sie wechselt schnell, sobald ihre Anforderungen nicht erfüllt werden. Die Kundenbindung wird insbesondere für Online-Händler also immer wichtiger. Speziell die nachwachsenden Zielgruppen sollen künftig besser gebunden und zu Fans gemacht werden.

dm mit höchster Kundenzufriedenheit und größtem Fananteil

Diese Kundenbindung zahlt sich aus. Denn Händler mit einem hohen Fananteil profitieren auch in der Zukunft von einer besseren Kundenfrequenz. „Fans“ von Händlern geben zu 48 Prozent an, zukünftig häufiger bei diesem zu kaufen und nur 5 Prozent wollen dort weniger kaufen. Bei den „normalen Kunden“ sind es nur 18 Prozent, die im Folgejahr häufiger und 29 Prozent, die seltener bei dem Händler kaufen wollen. Das bedeutet: Während man über Fans seine Frequenz noch steigern kann, führen die „Nicht-Fans“ bzw. „normalen Kunden“ typischerweise zu einem spürbaren Frequenzverlust. Der Erstplatzierte, die Drogeriemarktkette dm, zeigt diese Bedeutung von Fans eindrucksvoll (siehe Ranking nächste Seite). Mit einem Fananteil von 37,7 Prozent hat DM die meisten Fans aller Offliner, erzielt die höchste Kundenzufriedenheit und hat Kunden, die klar bestätigen, in Zukunft noch häufiger bei dm einkaufen zu wollen.

Zum Vergrößern Anklicken:

Online wird wichtiger, ist aber nicht „Alles“

Auch die steigende Bedeutung von Online bei Auswahl und Kauf lässt sich aus dem Branchen- Ranking der Strategieberatung EY-Parthenon ablesen: In vielen Branchen ist der Online- Kanal als Informations- bzw. Inspirationsquelle vor oder während des Kaufs bereits mindestens so wichtig wie der stationäre Handel. Dies gilt beispielsweise im Bereich Elektronik oder Schmuck. Und andere Branchen, insbesondere Drogerie, Sport & Outdoor und Möbel sind nah dran. Digitale Formate, wie wish, AliExpress, 123 Gold, Limango oder Vente-Privée gewinnen klar an Frequenz und Marktbedeutung. Diese Händler liegen zwar in der Gesamtbewertung noch unter dem Branchendurchschnitt, verzeichnen aber deutlichen Zuwachs beim Kaufverhalten. Es sei vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch in Branchen mit aktuell vergleichsweise niedrigerer Online-Bedeutung, wie etwa Lebensmittel oder Hartwaren, ebenfalls der ein oder andere Online-Vertreter in den Branchen Rankings vorne auftaucht, schlussfolgert die Studie. Dennoch sollte nicht zwangsläufig mit aller Macht in digitale Themen investiert werden. „Man muss vorsichtig abwägen, ob und an welcher Stelle über die notwendige Mindestglaubwürdigkeit hinaus in digitale Themen investiert werden sollte. Je nach Branche und Marktposition ist es wichtig, das stationäre Einkaufserlebnis zu stärken und die Rolle der Stores zu aktualisieren, um auch langfristig erfolgreich zu bleiben“, sagt  Teller.

Die Studie „Der Schlüssel zum Erfolg – wie werden Kunden zu Fans? Das Parthenon-Performance- Ranking 2018“ steht Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung.

Kommunikation

Instagram

Instagram, Podcasts, Vertrauensfrage: So konsumiert Deutschland digitale News

Nachrichten über das Weltgeschehen erreichen junge Menschen in Deutschland inzwischen häufig über soziale Netzwerke wie Instagram. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese auch vertrauenswürdiger als klassische Medien sind. Eine aktuelle Studie gibt Einblicke in die digitale Mediennutzung. mehr…

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Studien der Woche: Ebit-Ranking, Print-Mailings, Werbemarkt Deutschland

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig…

Die 5G-Frequenzen sind verkauft – und jetzt?

Mit dem Ende der 6,6 Milliarden Euro schweren Frequenzauktion können in Deutschland vier Telekommunikationsfirmen…

Der Warenhaus-König Benko steht vor einer Mammutaufgabe

Rund eine Milliarde Euro lässt es sich René Benko kosten, dass nur er…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige