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Wohin mit den vielen Paketen in den vollen Innenstädten?

Eine Retoure verursacht im Schnitt Kosten von 19,51 Euro. © Foto: imago/Ralph Peters

Eine Studie zeigt, wie der Onlinehandel den Flächenbedarf in den Städten verändert und welche Chancen innovative Logistiker jetzt haben.

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Von Pius Laufenmüller

Im Internet zu bestellen ist populärer denn je. Onlinehandel kann aber nur funktionieren, wenn die Lieferung der Ware bis zu den Bestellern reibungslos sichergestellt ist. Nötig ist eine ausgefeilte Logistik mit entsprechendem Platzbedarf. Für die Städte, die mit wachsenden Einwohnerzahlen und zunehmend knappem Platz zu kämpfen haben, ist das ein riesiges Problem. Die Entwicklung bietet aber auch viele neue Chancen für innovative Logistiker und Immobilienentwickler. Auf diese Chancen weist nun eine Studie der Deutschen Hypo, einer Tochter der Nord LB, hin.

Kunden wollten heute mehr und mehr die Ware am selben Tag („Same-Day-Delivery“) oder sogar innerhalb der selben Stunde („Same-Hour-Delivery“) zugestellt bekommen – und zwar ohne Zusatzkosten für den Versand oder die Retoure, heißt es in der Studie unter dem Titel „City-Logistik – Konzepte für die letzte Meile“. Dieses veränderte Konsumverhalten führe zu einem wachsenden Bedarf an City-Logistik, um die Belieferung bis zur Haustür (die „letzte Meile“, wie es die Autoren nennen) sicherstellen zu können.

Logistikzentren mit 17 Etagen in asiatischen Megastädten

Als Beispiele für innovative Lösungen nennt die Studie etwa mehrstöckige Logistikzentren. Sie seien eine „logische Alternative, um Flächenmangel und teuren Baugrund in dicht besiedelten Gebieten abzufedern“. Dadurch, dass in asiatischen Megastädten bereits Objekte mit bis zu 17 Etagen und 300.000 Quadratmetern Nutzfläche errichtet wurden, könnten sie als Vorreiter des Konzepts der Mehrgeschossigkeit angesehen werden. Die zwischen 50 und 70 Meter hohen Gebäude würden dabei an das urbane Stadtbild angepasst, etwa in Singapur, wo derartige Gebäude begrünt würden. Weitere Beispiele sind „Multi-Tenant-Modelle“, also Logistikzentren, die von mehreren Firmen genutzt werden, außerdem Paketstationen, Mikrodepots zur mobilen Feinverteilung oder sogenannte Flex-Hubs für Gegenden, in denen geeignete Logistik-Immobilien fehlen.

Viele Lösungen, die die Studie diskutiert, werden von den Autoren Claudia Drangmeister und Fabian Gust selbst als „Zukunftsmusik“ eingestuft. Etwa Konzepte, wie man Lärm- und Umweltbelastung auf der „letzten Meile“ der Lieferkette vermindern könnte. Dazu gehört die nächtliche Lieferung durch Elektrofahrzeuge oder der Ersatz von Lieferwagen durch elektrische Lastenräder.

Hamburg erprobt Belieferung in den Kofferraum

Ein auf den ersten Blick hochinteressantes Konzept wurde in Hamburg erprobt: die Ausweitung der Lieferadressen auf Kofferräume von (End-)Kundenfahrzeugen im Logistik-Projekt SMILE (Smart Last Mile Logistics). Allerdings fehlt dabei bisher die Akzeptanz der Endkunden, weshalb die Weiterführung des Konzepts zweifelhaft erscheine, heißt es. Unwahrscheinlich sei auch mittelfristig der großflächige Einsatz von Drohnen in der Paketzustellung oder die Crowd-Delivery, bei der die einen Endkunden für die anderen Pakete austragen.

Überragendes Problem des Onlinehandels ist bei allem der innerstädtische Flächenmangel, schreiben die Autoren der Studie. Der Mangel macht einerseits innovative Lösungen notwendig und schafft so einen neuen Markt. Er stelle aber zugleich ein „zentrales Wachstumshemmnis“ dar. So fehlten 2018 in Berlin Flächen in der Größenordnung von 140.000 Quadratmetern und in Düsseldorf von 30.000 Quadratmetern. Wenn der Onlinehandel  weiter so wachse, werde der Flächenmangel bis zum Jahr 2021 um 52 Prozent steigen. City-Logistik habe jedoch nicht nur ein Platz- sondern auch ein Imageproblem. „Sie muss effizienter, nachhaltiger sowie leiser werden und das veränderte Kundenverhalten berücksichtigen“, schreiben die Autoren.

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