Sparkasse gewinnt Farbenstreit, Schleichwerbung beim Deutschlandradio und Trumps Logo-Fail

Eine turbulente Woche liegt hinter uns: Erdogan versetzt die Türkei in den Ausnahmezustand, Nizza ist weiterhin geschockt und wir versuchen uns auf die Markengeschichten zu konzentrieren. Dort sorgte die Modemarke Zara, Donald Trump und die Sparkasse für Trubel

Die Gewinner der Woche: Sparkasse sieht nicht mehr rot

Es gibt purpurrot, mittelrot, rubinrot, verkehrsrot, blutrot, hellrot, das Rot der SPD und das Rot der Sparkasse. Seit sieben Jahren gibt es Streit um die Verwendung der Farbe Rot zwischen der Sparkasse und der Bank Santander, die einen ähnlichen Rotton verwenden. Jetzt triumphieren die deutschen Sparkassen und haben ihr Rot endlich wieder für sich. Rückendeckung bekam die Bank durch den Bundesgerichtshof (BGH). Das oberste deutsche Zivilgericht entschied, dass die Farbmarke – in der Fachsprache der Drucker „HKS 13“ genannt – nur noch die deutschen Sparkassen verwenden dürfen. Und damit ist Santanders Antrag von 2009 nun endgültig vom Tisch. Der Bank würde auch blau ganz gut stehen, oder grün – die Farbe der Hoffnung. Nach schlechten Jahren verdoppelte nämlich die Großbank ihren Gewinn im Jahr 2015.

Die Dreistigkeit der Woche: Zara klaut?

Wie jetzt? Modeketten klauen Designs? Wirklich? Die Modekette Zara klaut angeblich Zeichnungen einer Indie-Künstlerin. Tuesday Bassen heißt die Dame und hat bisher geschwiegen. Doch irgendwann platzte ihr der Kragen und sie postete auf Instagram vier Beispiele ihrer Kreationen, die Zara fast identisch übernommen haben soll: einen Radiergummi, einen Herzlutscher, ein Fähnchen und ein Buch.

https://www.instagram.com/p/BIEGImxgFKe/

Und tatsächlich: Irgendwie hat hier der eine vom anderen abgeschaut. Und da Tuesday Bassen nachweislich ihre Designs früher gezeichnet hat, raten wir jetzt mal, wer der Übeltäter ist. Die Künstlerin fühlt sich von dieser Replik provoziert. „Die sagen, meine Beschwerde habe keinen Anlass, weil ich ja nur eine Indie-Künstlerin bin und sie ein Großkonzern sind“, so Tuesday. Zumindest reagierte Zara schnell: die betroffenen Produkte seien sofort aus dem Verkauf genommen worden, sagte ein Sprecher Buzzfeed.

Der Lacher der Woche: Trumps Logo

Hände hoch, wer den Namen „Donald Trump“ nicht mehr hören kann? Also uns reicht es fast. Doch der republikanische Präsidentschaftskandidat gerät immer wieder in die Schlagzeilen: Trump muss sich zumindest gerade viel Häme gefallen lassen. Der Grund ist das neu designte Logo: Trump will mit diesem Logo für sich und seinen Vize Mike Pence werben. Das Logo ist mit dem Anfangsbuchstaben der Politiker „T“ und „P“ designed und das „T“ durchdringt das „P“. Die Sterne der US-Flagge in der linken oberen Ecke fallen weg, dafür erscheint das Logo von Trump und Pence. Einige Kommentatoren sahen darin eine sexuelle Anspielung. Für Trump und Pence soll es allerdings „nur“ das Logo zweier Menschen sein, die Hand in Hand arbeiteten. Selbst aus den eigenen Kreise gab es Kommentare: Eine republikanische Politikberaterin fragte via Twitter ob das Logo Trumps Ernst wäre. Weil die negativen Reaktionen gerade in Amerika in den letzten Tagen zu viel waren, verschwand die US-Flagge mit den Buchstaben sang- und klanglos aus dem Logo-Design. Die ganze Geschichte und weitere Logo-Debakel, lesen Sie hier.

Die Schleichwerbung der Woche: Karuba

Christina Valentiner-Branth ist „böse“. Aber richtig. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie, und vom Deutschlandradio Kultur als Spiele-Expertin bestimmt, ist verärgert über die Verleihung des „Spiel des Jahres“. Die von einer Jury bestimmte Auszeichnung, die es bereits seit über 30 Jahren gibt, ist in der Spielebranche besonders wichtig. Ein Spiel mit der Auszeichnung auf dem Karton hat größere Chancen im Kaufhaus aus den Regalen gegriffen zu werden. Ein Spiel des Jahres soll Spaß für die ganze Familie bedeuten. Doch „Codenames“, so der diesjährige Gewinner, täte dies eben nicht – ganz einfach, weil es zu kompliziert sei. Bei „Codenames“ müssen Begriffe in nur einem Wort erklärt werden. Das Spiel ist erst für Kinder ab 14 Jahren empfohlen, darüber hinaus sind drei weitere Mitspieler notwendig.

Valentiner-Branths Rezension klingt schlüssig – hätte der weitere Verlauf der Sendung kein „Geschmäckle“. Die „Expertin“ warnt nämlich: „Finger weg vom diesjährigen ‚Spiel des Jahres‘, wenn ihr eine Familie seid.“ Stattdessen empfiehlt sie eine andere Produktion: „Karuba“. Auf dieses Spiel hätten sowieso die meisten Experten gewettet.  Valentiner-Branth vermutlich besonders. Wie das Bildblog dokumentiert, ist an „Karuba“ nämlich jemand beteiligt, den sie besonders gut kennt – ihr Ehemann.

Die ganze Story lesen Sie hier.