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Wirtschaftsweise sehen gute Chancen für Aufschwung 2021

Historisch: Die deutschen Exporte sind im April um mehr als 30 Prozent eingebrochen. © Guillaume Bolduc / Unsplash

Hat die deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise das Schlimmste überstanden? Erste Anzeichen für eine Konjunkturerholung machen Hoffnung. Die Rückkehr zum Wachstum erwarten Ökonomen aber erst im nächsten Jahr.

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Nach dem Absturz der deutschen Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 sehen die Wirtschaftsweisen gute Chancen für einen Aufschwung im nächsten Jahr. “Die Corona-Pandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen. Wir erwarten, dass jedoch ab dem Sommer eine Erholung einsetzt”, erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars P. Feld, am Dienstag.

Die Prognose für das laufende Jahr schraubten die Experten, die die Bundesregierung beraten, nach einer Reihe historisch schlechter Konjunkturwerte deutlich nach unten. Der Sachverständigenrat geht nun davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um 6,5 Prozent schrumpfen wird. Damit reihte sich das Gremium ein in eine Reihe düsterer Prognosen. In der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 war das deutsche BIP um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Rückkehr auf Vorkrisenniveau nicht vor 2022

Wie viele andere Ökonomen, Institute und Verbände sind aber auch die Wirtschaftsweisen zuversichtlich, dass Europas größte Volkswirtschaft schon im nächsten Jahr wieder auf Wachstumskurs zurückkehren wird. Für das Jahr 2021 prognostiziert der Sachverständigenrat 4,9 Prozent Wachstum. Allerdings: “Eine Rückkehr auf das Niveau des BIP vor der Pandemie ist nicht vor dem Jahr 2022 zu erwarten.” Für den Euroraum rechnet der Sachverständigenrat mit einem Rückgang des realen BIP im Jahr 2020 um 8,5 Prozent und einem positiven Wachstum von 6,2 Prozent 2021.

Mit der Lockerung der coronabedingten Einschränkungen seit Mai fasse die Wirtschaft allmählich wieder Tritt, stellte das Gremium fest. “Zudem dürften sich die Stützungsmaßnahmen und beschlossenen wirtschaftspolitischen Konjunkturimpulse positiv auswirken.”

Die Bundesregierung will die Wirtschaft mit einem 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket wieder in Schwung bringen. Union und SPD haben sich darauf verständigt, vorübergehend die Mehrwertsteuer zu senken und eine höhere Kaufprämie für Elektroautos zu zahlen. Zudem gibt es unter anderem Finanzspritzen für Familien und Kommunen.

Düstere Erwartungen für das zweite Quartal

Im ersten Quartal 2020 war die deutsche Wirtschaftsleistung nach Daten des Statistischen Bundesamtes zum Vorquartal um 2,2 Prozent geschrumpft – obwohl in dem Drei-Monats-Zeitraum von den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus im Grunde nur der März betroffen war. Und die Erwartungen für das zweite Quartal sind düster – auch wenn mittlerweile etliche Einschränkungen wieder gelockert wurden. “Im zweiten Quartal 2020 dürfte das BIP in Deutschland saisonbereinigt um knapp 12 Prozent niedriger liegen als im Schlussquartal des Jahres 2019”, schreibt der Sachverständigenrat.

Die Produktion in der deutschen Industrie sackte auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren, für die Exportwirtschaft brachte der April “Horrorzahlen”, wie es der Außenhandelsverband BGA nannte. Der Inlandstourismus kam zwischenzeitlich fast komplett zum Erliegen, das Gastgewerbe kämpft nach Einschätzung des Branchenverbandes Dehoga ums Überleben. Etliche Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Anstieg der Firmenpleiten.

Ende März war der Sachverständigenrat noch etwas optimistischer: Seinerzeit hatten die Experten als wahrscheinlichstes Szenario für Deutschland angenommen, dass es einen fünfwöchigen “Lockdown” geben wird und anschließend die Einschränkungen für Unternehmen sowie Konsumenten wieder gelockert werden. Für diesen Fall war das Gremium davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 2,8 Prozent schrumpfen würde. Für den schlimmsten Fall unterstellten die Wirtschaftsweisen in ihrer März-Prognose ein Minus von 5,4 Prozent bei der Wirtschaftsleistung.

tht/dpa

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