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Wie Peter Kloeppel zum Markengesicht von RTL wurde

Seit 20 Jahren ist Peter Kloeppel der Anchorman von „RTL aktuell“. Die tägliche Nachrichtensendung ist für den Privatsender zu einer Erfolgsgeschichte geworden, auch weil sie etwas lockerer und bunter daherkommt als die öffentlich-rechtlichen Formate, ohne dabei ins Belanglose zu taumeln. Kloeppel ist inzwischen der dienstälteste Nachrichtensprecher im deutschen Fernsehen – und prägt die Medienmarke auf seine Weise. Er verleiht dem Sender jene Seriosität, die RTL als Gegengewicht zu polternden Figuren wie Dieter Bohlen und geschmacksverirrten Formaten wie „Dschungelcamp“ braucht.

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Von Roland Karle

Könnte sein, dass Peter Kloeppel sein Berufsleben dort beendet, wo er es angefangen hat. Denn es gibt nicht die geringsten Anzeichen dafür, dass er auf Abwerbeofferten lauert und endlich auch Wanderer zwischen den Senderwelten werden will wie andere prominente TV-Gesichter. Harald Schmidt, Johannes B. Kerner, Günther Jauch, Thomas Gottschalk – sie sind zu Lebensabschnittsgefährten verschiedener Sender geworden. Das findet niemand verwerflich, ungewöhnlich, anstößig. Warum auch? – Das ist Wettbewerb.

Umso mehr wirkt die Anhänglichkeit des Peter Kloeppel geradezu auffällig. Nein, hat er in Interviews gerade mehrfach bestätigt, er möchte nichts Anderes machen als diesen Job bei RTL. Im Gegenteil, er habe nach wie vor großen Spaß daran und denke nicht an eine berufliche Veränderung. Wobei laut festzuhalten wäre: Die standhafte Weigerung zum Jobwechsel ist nicht einem Mangel an Gelegenheiten geschuldet. Schließlich gehört der mit reichlich Preisen dekorierte 53-Jährige zu den Besten seiner Zunft.

Aber soll er nur mal so weitermachen, dann wird Kloeppel sogar noch den öffentlich-rechtlichen Dauerbrenner im Nachrichtenfach überholen. Karl-Heinz Köpcke war als „Mister Tagesschau“ 28 Jahre lang im Dienst. Eine Rekordmarke, die nicht mehr unerreichbar scheint, schließlich feiert Kloeppel sein 20-jähriges Jubiläum als Frontgesicht von „RTL aktuell“. Am 30. März 1992 moderierte er die Nachrichtensendung zum ersten Mal, damals flankiert von den Sprecher-Kolleginnen Brigitte Reimann und Ulrike von der Groeben. Der Scheitel saß noch streng rechts, wo er sich heute im leicht angegrauten Haupthaar verliert.

Kloeppel sagt nicht nur Nachrichten an, sondern ist zur Informationsinstanz des Senders geworden. Seit 1994 moderiert er für RTL Wahlsendungen, TV-Duelle, Polit-Talks und Sondersendungen zu aktuellen Ereignissen. Seit November 2004 fungiert er als Chefredakteur des Senders, seit elf Jahren zudem als Direktor der von ihm gegründeten RTL-Journalistenschule.

Für die Marke RTL ist Kloeppel über die Jahre immer wertvoller geworden. Sein Gesicht prägt den Sender wie sonst höchstens noch Günther Jauch („Wer wird Millionär?“), aber der hat an Identifikationskraft eingebüßt, seit er sonntags im Ersten flimmert und eine der vielen ARD-Talkshows moderiert. Kloeppel hingegen ist die große Konstante der Marke RTL, die sich nicht den Launen des Mainstreams und der auf- und absteigenden Moden aussetzt. Und vor allem verleiht Kloeppel, zuständig für sämtliche Nachrichtenformate im Haus, dem Sender jene Seriosität, die RTL als Gegengewicht zu polternden Figuren wie Dieter Bohlen und geschmacksverirrten Formaten wie „Dschungelcamp“ braucht.

Während andere Privatsender die Nachrichtensparte aus Kosten- und Quotengründen abgeschafft oder auf leise heruntergepegelt haben, sind die Informationssendungen bei RTL zu einer profilierten Größe geworden. Kloeppel und sein Team haben früh erkannt, wie sie sich von der Konkurrenz abheben müssen. In einem Porträt in der gedruckten absatzwirtschaft hat Kloeppel schon vor Jahren berichtet, wie er abends um viertel vor sieben den Zuschauern die Welt erklärt. „Jüngere Leute bevorzugen schnellere Schnitte und kürzere O-Töne.“ Dabei gelingt ihm der Spagat, die junge Generation zu interessieren und zugleich die über 50-Jährigen mit ins Boot zu nehmen. Denn die „schalten auch deshalb ein, weil sie verstehen wollen, wovon ihre Kinder und Enkel reden. Wir wollen mit unseren Nachrichten die ganze Familie anzusprechen.“

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