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Wie die Deutschen das Gruseln lernten

In den USA ist der 31. Oktober ein Pflichttermin. Innerhalb weniger Jahre hat sich Halloween auch in Deutschland etabliert. Für Kinder sind das Betteln nach Süßigkeiten, die Hexenkostüme und die Gruselartikel ein großer Spaß, für Unternehmen ein lohnendes Geschäft.

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Von Anne-Kathrin Keller

Während Erwachsene wilde Horrorparties feiern, laufen Kinder in Teufels- und Geisterkostümen durch die Straßen und rufen „Süßes oder Saures“. Wer ihrer Forderung nicht nachkommt, den strafen sie mit Streichen. Hexen- und Monsterkostüme, blutige Augen und Vampirgebisse – deutsche Kinder sind begeistert. Einmal im Jahr dürfen sie richtig schaurig aussehen und Eltern, Bekannte und Nachbarn das Fürchten lernen. Am 31. Oktober feiert Deutschland Halloween.

Ursprünglich kommt Halloween aus Irland. Die Wurzeln sind christlich. Der Name leitet sich von „All Hallows‘ Eve“ ab und beschreibt den Abend vor Allerheiligen. Über die Jahrzehnte wurde der Begriff verkürzt, so dass das Wort „Halloween“ entstand. Im 19. Jahrhundert brachten irische Auswanderer das Fest schließlich in die USA. Dort verlor das Fest mehr und mehr seinen christlichen Bezug. Dafür kamen Kürbisse und der Brauch, dass Kinder von Haus zu Haus ziehen und nach Süßigkeiten bitten, hinzu.

Irakkrieg brachte Halloween nach Deutschland

In Deutschland wurde Halloween Ende der 90er Jahre Thema. Zunächst feierten wenige Menschen das Fest. Es gab kaum Verkleidungen und keine spezifischen Produkte. Dann kam der Golfkrieg 1991. Weil im Irak Bombe fielen, wollte in Deutschland niemand Karneval feiern. Sitzungen und Rosenmontagszüge wurden abgesagt. Darunter zu leiden hatten Unternehmen, die in der Karnevalszeit ihr Hauptgeschäft machten. Sie blieben auf ihrer Ware sitzen, mussten Mitarbeiter entlassen und gingen teilweise Pleite.

Es kam zu einem Krisentreffen der betroffenen Unternehmen. Die sogenannte „Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie (DVSI)“ trat zusammen und entwarf einen Plan für den Fall, dass noch einmal ein Krieg den Deutschen die Lust am Verkleiden verleiden sollte. Sie einigte sich darauf, eine Alternative zum Karneval zu schaffen und entdeckte so Halloween für sich. Der Plan: eine neue Tradition in Deutschland einzuführen, die den Unternehmen ordentlich Umsatz beschert. Neue Kostüme wurden entworfen und Süßwaren in Gruseloptik hergestellt.

Der Umsatz stimmt

Innerhalb von zwei Jahrzehnten setzte sich der Brauch durch. Für die Süßwarenindustrie ist das Gruselfest inzwischen nach Weihnachten und Ostern das drittwichtigste Ereignis des Jahres. Für 30 Millionen Euro verkaufen Karnevalsunternehmen heute Kostüme, Schminke und Partyartikel zu Halloween.
Rund 700.000 Kostüme gehen jedes Jahr über die Ladetheke. Alleine knapp 10.000 Tonnen Kürbis werden in der Halloweenzeit verkauft. Auch die Event-Gastronomie ist auf diesen Zug aufgesprungen und sorgt mit Halloween-Partys für volle Häuser. Zudem verdient jedes Jahr die Filmindustrie, wenn die Halloweenklassiker auf allen Programme gezeigt werden. Insgesamt nehmen alle Branchen zusammen rund 200 Millionen Euro ein.

Die Firma Rubie’s, Weltmarktführer bei Halloween-Produkten, kaufte Ende der neunziger Jahre fünf deutsche Unternehmen, die nun ebenfalls Kostüme, Perücken, Schminke und Hüte zu Halloween herstellten. Inzwischen gibt es eine regelrechte Halloween-Saison. Sie beginnt Anfang Oktober und endet am 11. November mit dem Startschuss für die Karnevalszeit. Dort können die Kostüme dann direkt wieder recycelt werden.

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