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Weltweite Proteste gegen geschälte Billa-Bananen auf Facebook

Kein Produkt ist von Natur aus so gut verpackt wie die Banane. Die österreichische Supermarktkette Billa dachte dennoch, sie könnte es noch ein bisschen besser und hat Bananen geschält und in Folie eingeschweißt. Das führte zu einem Aufschrei im sozialen Netz. Internationale Medien schalteten sich ein und die Proteste wollen kein Ende nehmen.

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Von Anne-Kathrin Keller

Nacktes Obst bei der österreichischen Supermarktkette Billa sorgt für Riesenärger. Seit über einer Woche entladen sich Proteststatements, Beschwerden und Beschimpfungen auf der Facebookseite des Warenhauses. Jeden Tag berichten Medien neu über den Vorfall, weltweit wird darüber diskutiert.

Vorwurf der Doppelmoral

Was war passiert? Vor etwa zehn Tagen postete ein Facebooknutzer ein Foto auf der Fanpage von Billa. Zu sehen waren Bananen, die säuberlich geschält in einer Plastikverpackung in einer Billa-Auslage angeboten wurden. Die Community reagierte sofort, zigtausend Kommentare wurden gepostet, das Bild geliked und geshared. Schnell griff der Shitstorm auf andere Social-Media-Kanäle über. Der Hauptvorwurf: Doppelmoral. Denn Billa gibt in der Außendarstellung an, besonders nachhaltig zu sein. Bananen, die von Natur aus das am besten verpackte Produkt sind, zu schälen und in Folie zu schweißen, passt nicht nur bei Ökofans nicht ins Bild eines nachhaltigen Unternehmens.

Billa äußerte sich auf Facebook zu dem Foto: Die Bananen seien auf Eigeninitiative in einer einzelnen Filiale in dieser Form verpackt worden. Die Praxis entspreche nicht der Sortimentspolitik des Unternehmens. Billa entschuldigte sich öffentlich bei den Usern und versprach, in Zukunft den Wert der Nachhaltigkeit besser an die Mitarbeiter zu vermitteln.

Nachteile der Timeline

Die Entschuldigung hielt die Medien trotzdem nicht davon ab, über diesen Vorfall zu berichten. Das wiederum leitete immer mehr User auf die Facebookseite des Unternehmens. Nun hat Facebook vor einiger Zeit User-Postings in der neuen Timeline in einem einzigen Kästchen versteckt. Beschwerden sind so nicht direkt sichtbar. Das schützt Unternehmen, die unter ständigen Negativkommentaren leiden. Es führte in dem Bananenfall allerdings dazu, dass die User den Eindruck bekamen, Billa würde die Postings regelmäßig von der Seite löschen. Die Nutzer konnten das Bild und die Kommentare nicht sofort sehen.

Die neue Facebookpraxis führt in diesem Fall dazu, dass bis heute mehrfach täglich das Foto neu gepostet wird, sich User über angeblich gelöschte Kommentare beschweren und Billa immer wieder mit der gleichen Stellungnahme antworten muss.

Internationale Medien schalten sich ein

Als sei das nicht genug, hat die Initiative der Mitarbeiter auch noch ein empfindliches Thema getroffen. Verfehlungen beim Thema Nachhaltigkeit schlagen schnell international Wellen. Medien weltweit berichten über den Vorfall. Time, Huffington Post, Daily Mail und Business Insider sind nur einige Namen internationaler Zeitungen, die die Geschichte coverten. Selbst TV-Sender wie NBC nahmen die Nachricht in ihr Programm auf.

Hätte sich der Skandal rein auf Österreich bezogen, wäre das Problem für Billa längst Geschichte. Die internationalen Medien sorgen jetzt dafür, dass der Fall nicht zur Seite gelegt werden kann und beispielsweise auf Twitter weiter kontinentübergreifend diskutiert wird.

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