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Was ist los Europa – Warum sind wir so still?

Ein Plädoyer für mehr Optimismus und wie wir Europäer gemeinsam die Welt besser machen können. Schwarzsehen reicht nicht! Europa hat das Zeug zum digitalen Vorreiter.

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Sag mal Europa, was ist denn bloß los?! Willst du all den Skeptikern, Kritikern und Unkenrufenden wirklich in die Hände spielen? Wo ist dein Selbstbewusstsein geblieben, dein Selbstvertrauen? Vergisst du bei dem ganzen Trubel vielleicht deine Stärken?

Klar, das ist auch echt einschüchternd – da sind diese Innovations-Dampflok China und die ständigen Schlagzeilen darüber, was bei uns alles noch Zukunftsmusik, im Reich der Mitte aber schon läääängst Realität ist. Da ist auch die Angst vor Instabilität, davor, dass deine Nachbarn nicht mehr an die Gemeinschaft glauben. Müssen wir uns Sorgen um dich machen? Musst du dich so klein machen?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Wir können wegen Rückschlägen und Hindernissen weinen, dabei weiter nach China schielen und uns hier mit Länder-Kleinklein beschäftigen. Oder wir nehmen eine kalte Dusche, etwas gegen die Kopfschmerzen und krempeln die Ärmel hoch. Denn sind wir doch mal ganz ehrlich: Schwarzsehen ist auch keine Option!

Europa ist und bleibt Zentrum von Forschung

Ich meine, wir haben eine freiheitliche demokratische Grundordnung auf Basis einer reichhaltigen Geschichte – in der wir zwei Weltkriege überstanden, Mauern abgerissen und Grenzen überwunden haben. Ein Kontinent voller Unterschiede und vieler Gemeinsamkeiten. Wir können stolz sein auf eine starke europäische Wirtschaft, eine gemeinsame Währung und ein Bewusstsein für Datenschutz und Privatsphäre!

Wir sollten keine Angst haben, wenn wir einen Blick in die Zukunft Europas wagen. Europa ist immer noch ein Zentrum der Forschung und die Konvergenz von Wissenschaft und Technologie hat enormes Potenzial, unsere Gesellschaft und Wirtschaft weiter zum Guten zu verändern. Wir sollten nicht versuchen, die Big Player aus den USA und China einzuholen oder zu kopieren. Wir sollten uns auf unsere zweifelsfrei vorhandenen Stärken konzentrieren und auf dieser Basis versuchen, digital zu punkten. Übrigens: Wer glaubt, 4G oder gar 5G gäbe es in den USA an jeder Milchkanne, musste noch nie auf einem Highway im Mittleren Westen eine E-Mail versenden. Sorry, Cowboys.

Ich finde, wir sprechen viel zu selten über europäische Tech-Stars wie Spotify (Musik-Streaming, Schweden), Farfetch (E-Commerce, UK), Klarna (Payment-Lösungen, Schweden) und Supercell (Spieleentwickler, Finnland). Und auch in Deutschland werden digitale Innovationen geschaffen. Zum Beispiel deepL im Bereich KI, Unicorns wie Wirecard oder das Start-Up Cloud&Heat, das energieeffiziente und nachhaltige Rechenzentren-Container baut. Und erst vor Kurzem haben Lilium ihr erstes Elektro-Flugtaxi den Jungfernflug absolvieren lassen. Und dann sagt der Hersteller auch noch: „Ziel ist, dass viele Bürger Flüge bei uns buchen, für Preise wie mit einem Taxi.“ Bitte mehr davon!

Ziel ist intelligente Verknüpfung von Daten und Dienstleistungen

Nur eine Idee von vielen: Vielleicht schaffen wir es in Europa, Daten und Dienstleistungen intelligent zu verknüpfen und Regulierungen und Datenschutz einzuhalten, ohne uns dabei vor monopolitischen Plattformen verstecken zu müssen. Wäre doch was, oder?

Die Wahlurnen mögen geschlossen, die Ergebnisse bereits ausgezählt sein. An unseren Chancen und Ambitionen wird das allerdings nicht rütteln. Europa hat das Zeug zum digitalen Vorreiter, auch wenn wir das gerne übersehen. Als alle noch über die DSGVO meckerten, entschied sich Kalifornien, einen Datenschutz nach europäischem Vorbild zu verabschieden. Problemen muss man sich stellen, um neue Chancen zu schaffen und als gutes Beispiel voranzugehen. Gehen wir also als gutes Beispiel voran und zeigen der ganzen Welt gemeinsam, dass der Digitalstandort Europa noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Diese Kolumne entsteht in Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband der Kommunikationsagenturen (GWA). Der GWA-Präsident Benjamin Minack (ressourcenmangel) und die Vorstandsmitglieder Anke Peters (thjnk) und Tobias Spörer (elbkind) schreiben hier regelmäßig für die absatzwirtschaft zum Thema Kunde-Agentur-Beziehung.

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