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Warum machen die deutschen (Automobilbauer) das Tor nicht?

Christian Thunig

Das Spiel der deutschen Nationalelf weist durchaus Parallelen zur deutschen Autoindustrie auf. Auch sie hat bisher nicht das Tor getroffen. Dabei wäre es so einfach. Die Franzosen machen es gerade vor.

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Eigentlich ist es die Meldung des Tages: Nein, nicht „Deutschland verliert gegen Frankreich“, sondern der französische Autokonzern „PSA schafft Transparenz beim Verbrauch“(kfz-betrieb vom 7.7.2016). Witzigerweise gibt es aber Parallelen. Denn der französische Autokonzern mit den Marken Peugeot, Citroën und DS hat klammheimlich Nägel mit Köpfen gemacht: PSA misst die Verbräuche ihrer Flotte nämlich jetzt unter echten Fahrbedingungen und weist diese Unterschiede zum Verkaufsprospekt sogar noch in einer Tabelle aus und will diese später in einem Simulator transparent machen. Dabei macht der französische Automobilhersteller gemeinsame Sache mit der Nichtregierungsorganisation „Transport & Environment“. Bereits  30 wichtige Modelle von Peugeot, Citroën und DS wurden gemessen. 20 weitere sollen bis Ende des Jahres hinzukommen. Genial einfach. Die Franzosen haben einfach beschlossen transparent zu sein. Sie machen das Tor, was schon lange offensteht.

Franzosen machen Nägel mit Köpfen

Während die deutschen Automobilhersteller noch herumhühnern machen die Franzosen das Tor. Wie gestern Abend beim Halbfinalspiel Deutschland gegen Frankreich. Die deutsche Nationalelf rochierte, kombinierte, dribbelte. Die Franzosen brauchten im Grunde zwei Aktionen – und Bingo. Auch der deutschen Autoindustrie nützt ihr schönes Design und die fortschrittliche Technik nichts, wenn sie nicht die nächste Stufe der Evolution nimmt: eine moralisch vernünftige Kommunikation mit dem Kunden. Das ist das, was sich Menschen von Unternehmen wünschen (übrigens auch von Politikern). Das was gesagt wird, wird getan.

Offenes und ehrliches Handeln

Eigentlich lag die Chance zur offenen Kommunikation schon lange auf dem Tisch. In unserem Zwischenruf am 18. Mai hatten wir geradezu dazu aufgefordert: „Liebe Automobilhersteller, sagt, was Sache ist!“ Darin schrieben wir unter anderem: „Die Automobilindustrie hat daher noch viel Vertrauenskapital zu verlieren, wenn sie jetzt nicht rasch und gezielt handelt. Eine große Chance wäre es, wenn sie vielleicht sogar geschlossen darüber aufklärt, wie bestimmte Abgasnormen erreicht werden.“ Die Franzosen waren schneller und entschlossener und können diesen Punkt für sich verbuchen. Sie haben verstanden, dass offenes und ehrliches Handeln ein USP des 21. Jahrhunderts sein kann. Man muss nicht immer die großen CSR-Projekte aufsetzen, die nur die Bilanz verzieren. Ethisches Handeln kann heute ein Wettbewerbsvorteil sein.

Also: Warum machen die deutschen Automobilbauer das Tor nicht?

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