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Vorteil fürs Lokale

"Die Herausforderungen für den Handel liegen auf den drei Achsen des Realismus – Wachstum, Differenzierung und Innovation", beschreibt David Bosshart vom Gottlieb Duttweiler Institut die Handelstrends des Jahres. Die Vorteile wanderten wieder zurück ins Lokale: Cleverness und Schnelligkeit, lokales Wissen und lokale Verankerung schlagen Grösse und Marktmacht.

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Der Handelsexperte sieht die Handelslandschaft wieder in Bewegung. Nach Phasen des Überoptimismus und des Überpessimismus hinsichtlich Globalisierung und Konzentration werde sich die Entwicklung der nächsten Jahre entlang von Wachstum, Differenzierung und Innovation abspielen. Diese Achsen stünden für einen neuen Realismus im Handel und vertieften die heute im Kern erkannten Herausforderungen.

Zwischen lokal und national gewachsenem Unternehmerkapitalismus, angelsächsisch orientiertem Managerkapitalismus und globalem Investorenkapitalismus tobe ein Wettbewerb. Im Kampf um Wachstum unterscheidet Bosshart bei Handelsunternehmen vier Sieger- beziehungsweise Verlierertypen:

  • Aggressive Markt-Macher
    Dieser Typus wächst in erster Linie organisch aus eigener Kraft, hat eine starke Unternehmenskultur und versucht, Kräfte zu konzentrieren, um der Aggressivität auf den Märkten proaktiv Herr zu werden. Aggressive Markt-Macher setzen auf nachhaltiges Wachstum und überschaubares Experimentieren. Sie wissen, was sie wollen. Ein typisches Beispiel ist Aldi. Die spannende Frage lautet: Wie lange wird sich das Unternehmen sein bisheriges Verhalten noch erlauben können?
  • Grosse Markt-Nehmer
    Das sind grosse Unternehmen, die oft von Investoren dazu getrieben werden, schneller als der Markt zu wachsen. Dazu sind zahlreiche Übernahmen unerlässlich. Häufig handelt es sich jedoch nur um Befreiungsschläge: Wer glaubt, dass die Konsolidierung unvermeidlich ist, wählt diesen Weg. Es ist die Flucht nach vorne – und auch die permanente Angst, zurückzufallen./li>

  • Clevere Downsizer
    In dieser Rubrik finden sich oft mittelständische Unternehmen, die in ihrer Angebotsstruktur zwar einige Perlen haben, aber im Marktauftritt noch zu verzettelt sind. Clevere Downsizer lassen sich durch die Devise «Wachstum um jeden Preis» nicht verführen. Sie stossen ab, was sie für die Zukunft nicht stärkt. Sie wissen, wie die Margen verbessert werden können und was man abgeben oder outsourcen kann.
  • Stupide Wettbewerber
    Unternehmen dieses Typs haben keine klare Strategie. Und sie wissen nicht, mit welchen Kunden sie wirklich Geld verdienen und mit welchen sie in Zukunft mehr verdienen wollen. Stupide Wettbewerber sind innenorientiert und feilen endlos an den Strukturen. Damit geht wertvolle Energie am Markt verloren. Doch gegen die Gefahr, temporär ein stupider Wettbewerber zu werden, ist kein Händler gefeit.

www.gdi.ch

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