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Von einem der auszog, die Welt zu retten und als Testimonial zurückkehrte

Toten-Hosen-Frontmann Campino ist vieles: Sänger, Schauspieler, Aktivist. Eins war er jedoch noch nie: Testimonial – das wäre gegen das Image. Doch für den guten Zweck lässt sich der Ex-Punk gern mal verpflichten. Dadurch bekommen Sänger und Band immer reichlich Aufmerksamkeit. Campino ist Testimonial in guter und eigener Sache.

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Von Johannes Steger

„Wir würden nie zum FC Bayern München gehen“ musizierte einst Campino mit seiner Band Die Toten Hosen. Bayern-Manager Uli Hoeneß wetterte: „Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft irgendwann ersticken wird.“ Die Message der Toten Hosen: Die Bayern sind kein Fußballverein, sondern ein streng kalkulierendes profitstrebendes Unternehmen, das mit echter Sportleidenschaft nichts zu tun hat.

Seit das Lied in den 90er veröffentlicht wurde, hat sich viel getan. Die einstige Punkgruppe gehört mittlerweile zum deutschen Musik-Establishment: Die Lieder sind längst radiotauglich und bestimmen immer wieder die Charts. In diesem Jahr sind die Toten Hosen mit ihrem Song „Tage wie diese“ – ihrer Liebeserklärung an die Fortuna Düsseldorf – sieben Mal für den Echo nominiert. Das beschert Frontmann Campino immerhin den zwölften Platz im wöchentlichen Buzz-Monitor. Sogar mit Uli Hoeneß hat sich die Gruppe mittlerweile vertragen.

Eins hat sich jedoch seit damals nicht geändert: Die Mitglieder sind tatsächlich nie zum FC Bayern München gegangen. Die Band konzentrierte sich bei ihrem Engagement lieber auf ihre Heimatstadt. Campino und Co. sind seit den 80zigern zahlungskräftige Unterstützer der Düsseldorfer Fortuna. Mit einem Trikotsponsoring schafften die Toten Hosen 2001 bis 2003 dringend benötigtes Geld und Aufmerksamkeit heran. Beides hatte der damalige Viertligist bitter nötig. Der Rest ist Geschichte: 2012 schaffte die Fortuna den Aufstieg in die erste Liga. Für Campino und seine Mitstreiter gab es dann die Ehrenmitgliedschaft und bei der Aufstiegsparty natürlich „Tage wie diese“ vor einem Riesenpublikum.

Vor ein paar Jahren fand Campino dann ein neues Hilfsprojekt: der Düsseldorfer Eishockeymannschaft DEG drohte Ausschluss aus der Liga und zudem noch der Bankrott. Wie gut, dass es die Toten Hosen gibt. Die zahlten kräftig in die Vereinskasse ein, wurden die ersten Mitglieder des neu gegründeten DEG-Clubs und gingen auf Sponsorensuche. Dafür gab es immerhin Trikots mit dem Band-Logo.

Das Testimonial wider Willen

Anders als Ex-Erzfeind Uli Hoeneß würde es Campino wahrscheinlich nie einfallen für ein Unternehmen in eine klassische Testimonial-Rolle zu schlüpfen. Werbung für Burger oder die Telekom? Undenkbar. Denn der Sänger verpflichtet sich nur für den guten Zweck. Er engagiert sich nicht für den Sportclub mit den prallgefüllten Kassen und Weltklassespielern, sondern für die Vereine in Not. Damit bleibt der Frontmann seinem Image auch nach all den Jahren treu. Seine Glaubwürdigkeit hätte massiv Schaden genommen, hätte er als klassischer Markenbotschafter Karriere gemacht. So ist Campino weiter der Punk. Und damit zum idealen Testimonial geworden. Für sich selbst, seine Band und natürlich auch seine Vereine.

Trotz aller Versuche, kein Testimonial zu sein, führt er den Buzz-Testimonial-Monitor an. Unternehmen dürften sich jedoch die Zähne ausbeißen, ihn als Werbebotschafter zu gewinnen. Hier die Übersicht des Testimonial-Rankings:

Zuwachs Anzahl Nennungen in Medien/Social Web Zuwachs in Prozent in der vergangenen Woche
1. Til Schweiger 895 214,1
2. Felix Neureuther 877 1218
3. Mario Götze 671 89,8
4. Michael Ballack 670 241,8
5. Anne Will 528 415,7
6. Klaas Heufer-Umlauf 449 36,2
7. Andrea Petkovic 430 254,4
8. Angelique Kerber 388 263,9
9. Der Graf 366 66,3
10. Joachim Löw 340 46,5

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