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Volkswagen im Jahr 2017: Was bleibt, was kommt? Ein Interview

Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor Center of Automotive Management über Volkswagens Zukunft

Für Volkswagen war das Jahr 2016 ein schwieriges, mit vielen Veränderungen und Neuausrichtungen. Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor Center of Automotive Management, über Volkswagens neue Nachhaltigkeits-Strategie und das Jahr 2017

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Herr Bratzel, nimmt man VW einen Nachhaltigkeitsbeirat ab – ist das glaubwürdig?

Das Image von Volkswagen ist durch den Dieselskandal stark angeschlagen. Das Unternehmen hat durch den Dieselbetrug ein famoses Eigentor geschossen. Umweltschutz und VW sind von außen betrachtet derzeit scheinbare Gegensätze. Positive Ansätze und Strategien im Bereich des Umweltschutzes von Volkswagen dringen derzeit nicht durch, obwohl es diese gibt.

Was will dieser bewirken? Oder geht es hier nur um gute PR?

Ein unabhängiger Nachhaltigkeitsrat ist ein sinnvoller, wenngleich nicht hinreichender Ansatz, um Vertrauen wiederherzustellen. Volkswagen braucht – wie übrigens auch andere Automobilhersteller – eine umfassende organisatorische und kulturelle Erneuerung – um sich für die Zukunftsthemen richtig aufzustellen. Der neue Rat wurde mit einigen Kompetenzen und Ressourcen ausgestattet, das ist sinnvoll. Es wird wesentlich darauf ankommen, dass der Nachhaltigkeitsrat mit seinen Personen auch die richtigen Themen auswählt und unangenehme Problempunkte anspricht.

Ist der Zeitpunkt gut gewählt?

Die Frage ist, ob die Empfehlungen des Nachhaltigkeitsrates auf höchster Ebene auch gehört werden und nicht wirkungslos verpuffen.

Wie wird das Jahr 2017 für VW aussehen? Kann es nur noch bergauf gehen?

Volkswagen ist zwar noch nicht über dem Berg, aber mit den „Aufräumarbeiten“ ist man schon ein großes Stück vorangekommen. Am Ende wird die Affäre alles in allem wohl 25-30 Mrd. kosten. Das Geld hätte man gut gebrauchen können, für den anstehenden Transformationsprozess in Richtung Elektromobilität, Autonomes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen. Das nächste Jahr wird eher ein Übergangsjahr, das für die strategische Neuaufstellung von „Volkswagen 2.0“ genutzt werden muss. Das wird nicht einfach. Schließlich kämpft man künftig nicht nur gegen die etablierten Wettbewerber wie Toyota oder GM, sondern auch gegen die Big-Data-Player wie  Apple, Google oder Alibaba. Will man diesen „Kampf der Welten“ gewinnen, dann muss Volkswagen organisatorisch und kulturell zu einem anderen Unternehmen werden.

Welche weiteren Maßnahmen müsste VW ergreifen, um wieder an Ansehen in der Bevölkerung zu gewinnen?

Volkwagen kann nur Vertrauen zurückgewinnen, wenn die kulturell-organisatorischen Gründe für die Abgasaffäre gründlich aufgearbeitet werden. Dazu sollte VW sagen, was es tut und dann tun, was es sagt. Es braucht einen „ethischen Reset“ für eine neue Unternehmenskultur. Und die ist ohnehin gefragt, wenn man die disruptiven Veränderungen der Branche in den nächsten 10-15 Jahren auf dem Fahrersitz überleben möchte.

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