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Verlockende Versuchungen

Wie zweifelhafte Beziehungen zwischen Unternehmen und Medien der Glaubwürdigkeit schaden, die doch als Verkaufsargument gegenüber Inserenten dient, die ihre Anzeige im seriösen Umfeld platzieren sollen und wollen, zeigt die aktuelle Titelstory in der heute erscheinenden Ausgabe 10/2013 der absatzwirtschaft. Journalisten erliegen den verlockenden Versuchungen auf Pressereisen in der Automobil- oder Reisebranche, Sender und Verlage trennen nicht mehr sauber zwischen Redaktion und Anzeigenteil.

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Der spektakuläre Fall eines wegen anderer Delikte überführten PR-Managers bei Mazda offenbart einmal mehr die Systematik, mit der Firmen straffrei Medienvertreter gefügig machen. Gesetze gegen Korruption greifen nämlich nur bei Amtsträgern etwa im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Also kommen in der PR-Betreuung von privatwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Unternehmen und Medien auch unlautere Methoden zum Einsatz.

Die aktuelle Titelstory der absatzwirtschaft über „Zweifelhafte Beziehungen“ legt die Mechanismen hinter den Verstrickungen frei und übt Medienkritik. Denn Juristen möchten geändert sehen, dass bestechenden Unternehmenskommunikatoren und bestechlichen Medienautoren keine Strafe droht. „Wir müssen uns fragen, ob wir endlich ändern wollen, dass Journalisten außerhalb der Rechtsprechung agieren“, mahnt etwa der bekannte Korruptionsstrafrechtler Prof. Dr. Ulrich Sommer.

Auch Oberstaatsanwalt Michael Loer als Leiter der Korruptionsabteilung bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt am Main warnt auf Basis der aktuell gültigen Gesetzeslage: „Glaubwürdigkeit kann man nicht rechtlich verbriefen, sondern dies muss das Berufsethos richten, aber es kämen sicher mehr korruptive Praktiken ans Licht.“

Prominente Fälle von Gefälligkeiten

Journalistenreisen zur Vorstellung neuer Automodelle hält Strafverteidiger Sommer sogar für „Korruptionsmaschinen“. In der Tat erinnert der Journalistenverband „Netzwerk Recherche“ in einer jüngst zum Thema vorgelegten Kurzstudie neben dem zuletzt aufgedeckten Fall bei Mazda auch an die Einladungen von Medienvertreter durch Volkswagen zu den Olympischen Spielen in China (2008) oder Luxusreisen für willige Publizisten nach Südafrika auf Kosten von Thyssen-Krupp (2011). So selten scheint diese Art der Einflussnahme also nicht zu sein. Einen Trend zu gekauftem Journalismus erkennt Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft zwar nicht, und auch Präsident Lothar S. Leonhard vom Gesamtverband der Kommunikationsagenturen bittet die kriminelle Energie in Einzelfällen nicht zu überbewerten, doch auch er beobachtet „wachsende Abhängigkeiten, die der Glaubwürdigkeit der Medien zuwiderlaufen“.

Die vollständige Titelstory lesen Sie in der aktuellen absatzwirtschaft-Ausgabe 10/2013. Sie erhalten die aktuelle Ausgabe 10/2013 in unserem Onlineshop: www.absatzwirtschaft-shop.de

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