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Verbraucherstimmung: Weitere Signale der Beruhigung

Wie verändert das Virus den Konsum? Andreas Fürst, Marketingprofessor an der Universität Erlangen-Nürnberg, und sein Team erheben für die absatzwirtschaft im monatlichen Corona Konsumbarometer, wie sich die Konsumlaune und das Kaufverhalten im Zeitverlauf verändern. Hier die wichtigsten Ergebnisse.

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Licht am Ende des Corona-Tunnels? Zumindest bei den deutschen Unternehmen hat sich die Stimmung im Juni kräftig von ihrem drastischen Einbruch im Frühjahr erholt: Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Vergleich zum Vormonat um 6,5 Punkte auf 86,2 Zähler, wie das Münchener Ifo-Institut in dieser Woche mitteilte. Dies sei der stärkste jemals gemessene Anstieg.

Und wie ist die Stimmung bei den Verbrauchern? Die Sorgen sinken, die Konsumlaune hellt sich auf. Mit diesem Satz lassen sich die Ergebnisse der dritten Erhebungswelle des Corona-Konsumbarometers zusammenfassen. Die regelmäßige Verbraucherbefragung des Marketinglehrstuhls von Andreas Fürst an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und dem Deutschen Marketing Excellence Netzwerk e.V. (mex-netzwerk.de) soll Anhaltpunkte liefern, welche nachhaltigen Auswirkungen die Corona-Pandemie auf das Kauf- und Konsumverhalten hat.


Zur Studie: Die wissenschaftlich fundierte, bevölkerungsrepräsentative Erhebung, für die in der dritten Befragungswelle Ende Mai 1027 Personen befragt werden, soll im Zeitverlauf zeigen, wie sich Konsumlaune und Kaufverhalten verändern. Die Untersuchung ist auf den kompletten Zeitraum der Corona-Krise angelegt, die Ergebnisse fassen wir jeden Monat für Sie zusammen.


Generell nimmt die Beunruhigung aufgrund der Corona-Krise im Zeitverlauf ab. War im März noch die Hälfte stark oder sehr stark beunruhigt, so waren es im April noch ein Drittel und im Mai noch ein Viertel. Weiterhin sind Ältere beunruhigter als Jüngere.

© FAU Erlangen-Nürnberg / Deutsches Marketing Excellence Netzwerk e.V.

Auch die Sorge um Einkommensverluste scheint im Zeitverlauf zu sinken. Insbesondere Selbständige befürchten allerdings – wie auch in den Vormonaten – weiterhin deutliche Einkommensverluste. Zudem sind die Befürchtungen auch je nach Branche weiterhin unterschiedlich stark ausgeprägt. Besonders stark sind die Befürchtungen wie auch in den Vormonaten in den Bereichen Tourismus und Gastgewerbe.

Bei der Abwägung zwischen Gesundheit und Wirtschaft rücken gesundheitliche Aspekte im Vergleich zu den Vormonaten zunehmend in den Hintergrund. Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich mittlerweile für eine Balance aus. Der Anteil derer, die wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund sehen möchten, ist im Vergleich zu den Vormonaten leicht angestiegen – dieser besteht weiterhin primär aus Selbständigen und Führungskräften sowie in diesem Monat insbesondere aus Vertretern aus der Agrarwirtschaft.

Weiterhin werden Desinfektionsmittel und Hygieneartikel vermehrt gekauft. Der Kauf von Toilettenpapier ist im Vergleich zum Vormonat etwas geringer. Im Gegensatz zu diesen Verbrauchsgütern sind Gebrauchsgüter wie Kleidung, Sportartikel und Unterhaltungselektronik nach wie vor deutlich weniger gefragt als vor der Corona-Krise – allerdings wieder etwas mehr als in den Vormonaten.

Die Besuchsfrequenz verschiedener Geschäfte und Dienstleister ist zwar weiterhin deutlich geringer als vor der Krise, allerdings gibt es auch hier leichte Tendenzen hin zu einer Normalisierung.

Ein Gewinner der Krise bleibt der Online-Einkauf: Mehr als ein Drittel der Befragten kauft mittlerweile häufiger online ein als vor der Coronakrise. Das sind weiterhin überwiegend jüngere Konsumenten sowie Personen, die im Umkreis einer Stadt wohnen.

Unter den Online-Versendern profitiert Amazon am meisten. Der US-Konzern baut seinen Vorsprung sogar noch weiter aus. Essens-Lieferdienste zeigen sich derweil verbessert im Vergleich zu den Vormonaten. Händler mit hohem Fashion-Anteil im Sortiment wie Zalando und Otto liegen nach wie vor unter dem Vor-Krisen-Niveau, allerdings mit leichter Verbesserung.

Weiterhin ist Filme oder Serien schauen sowie Kochen und Backen beliebter als vor der Krise. Im Vergleich zum Vormonat treiben Konsumenten wieder weniger Sport.

© FAU Erlangen-Nürnberg / Deutsches Marketing Excellence Netzwerk e.V.

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