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Ukraine-Krise zeigt erste Einflüsse auf Verbraucherstimmung

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist gut, doch einen klaren Trend kann die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) anhand ihrer jüngsten Konsumklimastudie nicht erkennen. Denn während die Bevölkerung stabile bis steigende Einkommen erwartet, ist ihre Kaufbereitschaft weniger ausgeprägt als im Vormonat. Auch die Konjunkturerwartung muss Einbußen hinnehmen.

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Das nach wie vor gute Niveau des Konjunkturindikators unterstreicht nach Informationen der GfK, dass die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft weiter auf Erholungskurs sehen. Der klare Aufwärtstrend, der seit Mitte vergangenen Jahres zu verzeichnen war, ist jedoch zum Stillstand gekommen. Seit Februar 2014 tritt der Indikator mehr oder weniger auf der Stelle.

Den Grund sehen die Konsumforscher darin, dass die Ereignisse in der Ukraine erste Wirkungen zeigen. Die Bundesbürger scheinen in Bezug auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands erstmals leicht verunsichert zu sein. Damit werden die nach wie vor sehr guten Rahmenbedingungen im Inland – ein stabiler Arbeitsmarkt und moderate Inflation – etwas überlagert. Die Annexion der Krim durch Russland sowie die Eskalation in der Ostukraine lassen einen Teil der Konsumenten befürchten, dass die spürbare konjunkturelle Erholung beeinträchtigt werden könnte. Diese Einschätzung kann sich auch noch vertiefen, wenn die Lage weiter eskalieren und der Westen mit schärferen Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland reagieren sollte.

Einkommenserwartung: Höchster Wert seit der Wiedervereinigung

Nach den moderaten Einbußen im Vormonat legt die Einkommenserwartung der Verbraucher im April dieses Jahres wieder spürbar zu. Seit dem Jahre 1991, als zum ersten Mal für das wiedervereinigte Deutschland die Stimmung erhoben wurde, wurde kein besserer Wert gemessen. Dieser Rekordwert kommt nicht von ungefähr, betont die GfK. Vor dem Hintergrund einer überaus stabilen Beschäftigungslage gehen die Beschäftigten davon aus, dass in diesem Jahr recht ansehnliche tarifliche Einkommenszuwächse zu erwarten sind. Und diese Hoffnungen dürften sich auch erfüllen. Die ersten Tarifabschlüsse in diesem Jahr deuten darauf hin, dass etwa drei Prozent oder sogar etwas mehr realistisch sind.

Gestärkt wird dieser Optimismus sicherlich auch durch die rückläufige Entwicklung des Preisauftriebes in Deutschland. So sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im März die Inflationsrate auf nur noch ein Prozent. Dies stützt die Kaufkraft der Einkommen und führt damit auch zu höheren realen Einkommenszuwächsen.

Anschaffungsneigung: März-Rekordhoch nicht bestätigt

Die Anschaffungsneigung muss im April die deutlichen Zugewinne aus dem Vormonat wieder abgeben. Trotz dieses kleinen Rückschlags setzt sich der Aufwärtstrend, wenn auch etwas abgeschwächt, jedoch fort, ergaben die jüngsten Verbraucherinterviews durch die GfK. Ein möglicher Grund ist der Anstieg der Sparneigung – allerdings auf sehr niedrigem Niveau – in diesem Monat. Dieser ist vermutlich mit der gestiegenen Verunsicherung einiger Konsumenten zu erklären, die durch die Verschärfung der Krise in der Ukraine ausgelöst wurde.

Der Gesamtindikator des GfK-Konsumklimas prognostiziert für Mai 2014 einen Wert von 8,5 Punkten nach ebenfalls 8,5 Zählern im April. Das Marktforschungsinstitut bestätigt seine im Februar 2014 veröffentlichte Prognose, wonach die realen privaten Konsumausgaben in diesem Jahr um etwa 1,5 Prozent zulegen werden. Während die inländischen Rahmenbedingungen für das Konsumklima günstig bleiben werden, haben sich Risiken aus dem internationalen Umfeld zuletzt verstärkt. Wenn auch bislang die Auswirkungen der Krise in der Ukraine auf die Verbraucherstimmung eher moderat waren, könnte eine weitere Eskalation tatsächlich zu einer Belastung für das Konsumklima werden.

(GfK/asc)

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