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Top 6 Corona-Analysen: Fußball, Kaffee und Zahlungsverhalten

Es ist umstritten, ob bald wieder Zuschauer in die Stadien gehen sollen dürfen. © Mario Klassen / Unsplash

Abseits der Statistiken zu den direkt Betroffenen der Covid19-Pandemie gibt es eine Reihe von interessanten Zahlen und Untersuchungen zum Coronavirus und seinen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Relevante Studienergebnisse stellen wir hier genauer vor.

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Von Jana Samsonova

Gespaltenes Meinungsbild zu Fan-Rückkehr in Fußballstadien

Das öffentliche Meinungsbild zur geplanten Rückkehr von Fußball-Fans in die Stadien zum Bundesligastart Mitte September ist gespalten. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. So befürworteten zwar 45 Prozent Befragten die von der Deutschen Fußball Liga geplante Teilzulassung von Zuschauern ab dem ersten Spieltag, aber nur neun Prozent uneingeschränkt.

36 Prozent finden die Teilzulassung von Zuschauern lediglich unter dem Vorbehalt richtig, dass die Hygiene-Maßnahmen streng kontrolliert werden. 44 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich generell gegen Spiele vor Publikum aus und zehn Prozent wollten sich nicht festlegen. Ende Mai hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 47 Prozent gegen die Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs ausgesprochen. Lediglich 29 Prozent befürworteten damals die Fortsetzung der Saison, die ohne Zuschauer zu Ende gespielt wurde. Die Spielzeit 2020/21 in der Bundesliga und 2. Bundesliga beginnt am dritten September-Wochenende.

Wirtschaft befürchtet Corona-Einschränkungen bis ins nächste Frühjahr

Die deutsche Wirtschaft rechnet wegen der Corona-Pandemie für etwa weitere achteinhalb Monate mit einer Einschränkung des öffentlichen Lebens, wie aus einer Umfrage des Ifo-Instituts hervorgeht. Auf die Branchen bezogen befürchtet der Dienstleistungssektor mit 8,9 Monaten die längsten Einschränkungen. Gefolgt vom Handel mit 8,6 Monaten, dem Bausektor mit 8,2 Monaten und der Industrie mit 7,8 Monaten.

In der Dienstleistungsbranche befürchten vor allem Firmen aus dem Freizeitsektor langwierige Schwierigkeiten (13 Monate). Firmen für Post-, Kurier und Expressdienste erwarten hingegen die kürzesten Einschränkungen des öffentlichen Lebens (6,6 Monate). In der Industrie rechnen Hersteller von Leder, Lederwaren und Schuhen mit den längsten Einschränkungen (11,2 Monate), Getränkehersteller mit den geringsten (6,4 Monate). In der Handelsbranche rechnet der Großhandel mit 8,4 Monaten, der Einzelhandel mit 8,8 Monaten.

Kaffeebranche: Optimierungspotenzial in puncto Nachhaltigkeit

Die Mehrheit der Kaffeetrinker richtet die Kaufentscheidung zwar an Geschmack (77 Prozent) und Preis-Leistungs-Verhältnis (51 Prozent) aus, für 30 Prozent spielen jedoch auch faire Produktionsbedingungen und ein nachhaltiger Anbau eine Rolle. Die Splendid Research-Studie, die zu diesem Ergebnis kommt, zeigt auch: Nahezu alle Produzenten und Hersteller werden seitens der Kaffeetrinker nur selten als umweltbewusst, nachhaltig oder um faire Produktionsbedingungen bemüht eingestuft. Die einzigen Ausnahmen bilden die Kaffeeanbieter GEPA und Alnatura. Jeweils über 60 Prozent der Markenkenner bewerten diese beiden als umweltbewusst und nachhaltig.

Kaffee Monitor 2020 © Splendid Research

Weitere Ergebnisse: Für die Zubereitung werden am häufigsten Filtermaschinen (43 Prozent) oder Kaffeevollautomaten (36 Prozent) verwendet. Nur etwa jeder Fünfte bereitet den Kaffee mit einer Kapsel- oder Padmaschine zu. Befragte zwischen 50 und 69 Jahren greifen mehrheitlich zur Filtermaschine, Kaffeetrinker zwischen 30 und 49 Jahren verwenden eher einen Vollautomaten. Die bekanntesten Kaffeeanbieter sind gleichzeitig auch am beliebtesten: Tchibo (93 Prozent Markenbekanntheit), Jacobs Kaffee (92 Prozent) und Dallmayr (89 Prozent) führen die Rangliste an. Etwa jeder dritte Deutsche (34 Prozent) brüht Jacobs Kaffee auf und die Bohnen von Tchibo würden 40 Prozent der Käufer uneingeschränkt weiterempfehlen.

Corona verschlechtert Zahlungsverhalten der Unternehmen

Der Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise hat laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform das Zahlungsverhalten von Unternehmen verschlechtert. Die durchschnittliche Verzugsdauer bei offenen Rechnungen ist im ersten Halbjahr auf 10,82 Tage gestiegen – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Sommer 2015.

Negative Auswirkungen der Pandemie auf das Zahlungsverhalten lassen sich vor allem in der Industrie und in Exportbranchen beobachten. Beide Bereiche sind von der Krise unmittelbar getroffen worden. Gleichzeitig stieg die Höhe der verspätet bezahlten Rechnungen im gewerblichen Bereich deutlich an. Mit 2188 Euro lag der Durchschnittsbetrag um gut fünf Prozent über dem Vorjahresniveau und sogar rund 23 Prozent höher als 2016.

Online-Neukunden entdecken Vorteile des E-Commerce

Mehr als 40 Prozent der Deutschen haben in der Corona-Krise erstmals Produkte online gekauft, die sie vorher nur stationär gekauft haben – so die Ergebnisse einer Studie des IFH Köln in Zusammenarbeit mit Capgemini. Ein Großteil der Befragten gab an, mit den erstmals getätigten Onlinekäufen sehr zufrieden gewesen zu sein.

Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie auch in Zukunft Produkte der folgenden Kategorien online kaufen?

Die Vorteile von Onlineshopping sehen sie in der Lieferung ins Haus (75 Prozent), der Unabhängigkeit von Öffnungszeiten (63 Prozent), sowie der großen Produktauswahl (59 Prozent). Auch Corona-spezifische Vorteile wie eine geringere Ansteckungsgefahr (54 Prozent) und der bequemere, maskenfreie Einkauf (34 Prozent) spielen eine Rolle. Die Studie zeigt auch: Aus den positiven Erfahrungen folgt nahezu branchenübergreifend eine hohe Bereitschaft, die neuerdings online erworbenen Produkte beziehungsweise Produktkategorien auch in Zukunft im Netz kaufen zu wollen.

Anstieg bei privaten Internetaktivitäten

Im ersten Quartal 2020 führten 68 Prozent der rund 67 Millionen Internetnutzer in Deutschland Telefonate über Skype, Zoom und Co. Das zeigt eine Erhebung des Statistischen Bundesamts (Destatis). Im Vorjahreszeitraum lag dieser Anteil noch bei 59 Prozent. 

Anstiege verzeichneten außerdem: das Lesen von Online-Nachrichten und -Zeitungen (von 72 auf 77 Prozent), das Suchen nach Informationen zu Gesundheitsthemen im Internet (von 68 auf 71 Prozent) sowie das Hören von Musik über das Internet (von 53 auf 59 Prozent). Die Kommunikation per E-Mail (90 Prozent) und die Suche nach Informationen über Waren und Dienstleistungen (89 Prozent) blieben im Vergleich zum 1. Quartal 2019 auf konstant hohem Niveau.

mit Material der dpa

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