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Studien der Woche: Computer und Maschinen ersetzen immer mehr Arbeitnehmer

In der Industrie gibt es viele Routinetätigkeiten, die bald von Robotern erledigt werden könnten.

Marktforschung und Wirtschaft veröffentlichen täglich neue Studien, die für Unternehmen und Marketer wichtig sein können. Die absatzwirtschaft liefert eine Zusammenschau der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Woche.

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Top 1: Automatisierung bedroht fast jeden fünften Job in Deutschland

Die fortschreitende Digitalisierung bedroht laut einer neuen OECD-Studie fast jeden fünften Arbeitsplatz in Deutschland. Dabei ist der deutsche Arbeitsmarkt stärker vom technologischen Wandel betroffen als die Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Schnitt, wie aus dem OECD-Beschäftigungsausblick 2019 hervorgeht. Grund sei die überdurchschnittliche Bedeutung der Industrie mit vielen Routinetätigkeiten in Deutschland. “Geringqualifizierte sind einem höheren Risiko ausgesetzt, dass ihre Arbeitsplätze ersetzt werden”, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

In Deutschland könnten laut OECD 18,4 Prozent der Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer fallen – OECD-weit seien es in den nächsten 15 bis 20 Jahren lediglich 14 Prozent. Zusätzlich dürfte sich laut der Studie OECD-weit fast jeder dritte Job durch digitale Technik stark verändern. In Deutschland sind es sogar 36 Prozent der Arbeitsplätze.

Dennoch ist ein deutlicher Anstieg von Massenarbeitslosigkeit laut OECD nicht zu befürchten. Im Gegenzug entstünden neue Jobs. OECD-Generalsekretär Gurría warnte vor Pessimismus. Die Politik müsse dem Wandel begegnen – vor allem durch deutlich mehr Erwachsenenbildung. Heute profitierten vor allem Höherqualifizierte von Weiterbildung und weniger jene, die sie am nötigsten bräuchten. So drohe die Polarisierung der Arbeitsmärkte zu wachsen.

Als bedroht schätzen die OECD-Forscher Arbeitsplätze ein, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent automatisiert werden. Die Studienautoren räumen ein, dass ihre Angaben mit Unsicherheiten verbunden seien.

Top 2: Arbeitgeber-Image: Lego, Lufthansa und Samsung sind am beliebtesten

Lego ist für die Deutschen der attraktivste Arbeitgeber und entscheidet im zweiten Jahr in Folge das YouGov BrandIndex Workforce Ranking für sich. Mit 40,5 Scorepunkten setzt sich der weltweit größte Spielzeughersteller an die Spitze der mehr als 1.200 für das Ranking analysierten Marken. Lufthansa landet erneut auf Platz 2 kommt auf einen Score von 34,5 Punkten. Dieses Jahr neu in den Top 3 ist Samsung mit 31,9 Punkten und verdrängt damit den Spieleverlag Ravensburger, der ebenfalls 31,9 Punkte erzielen konnte, vom dritten auf den vierten Platz. Auch Miele muss eine Stufe des Siegertreppchens heruntersteigen und belegt dieses Jahr den fünften Platz (31,5 Punkte).

Bosch bleibt unverändert auf Platz sechs (30,9 Punkte). Auch bei Lindt würden viele Deutsche gerne arbeiten, die Chocolatiers landen mit 30,4 Scorepunkten auf Platz 7, gefolgt von Adidas auf Platz 8 mit ebenfalls 30,4 Punkten. Letztes Jahr noch mittig platziert, ist Haribo diesmal an vorletzter Stelle (30,0 Punkte). Nivea komplettiert die Top 10 mit 29,5 Punkten.

Methodik: Das Ranking basiert auf Daten des Markenmonitors YouGov BrandIndex. Für dieses Ranking wurde die Dimension „Reputation“ betrachtet. Dazu wurden die Teilnehmer gefragt: „Für welche dieser Marken wären Sie stolz zu arbeiten?” und “Für welche dieser Marken wäre es Ihnen unangenehm zu arbeiten?” Die Daten für das Ranking wurden zwischen dem 1. April 2018 und dem 31. März 2019 erhoben.

Top 3: Ladensterben – Verbraucher sehen sich selbst in der Pflicht

Während der Onlinehandel boomt, greift vor allen in kleineren Städten und wenig attraktiven Lagen von Großstädten das Ladensterben um sich. In der Frage, wer die Schuld an der zunehmenden Verödung von Einkaufsstraßen trägt, fassen sich die Verbraucher laut einer Studie für die “Das Telefonbuch Servicegesellschaft” auch an die eigene Nase: So antworteten 83 Prozent der Befragten auf die Frage nach der Hauptverantwortung für die prekäre Lage mit “die Verbraucher mit ihrem Einkaufsverhalten”. Eine höhere Verantwortlichkeit wurde mit 86 Prozent nur der Kommunalpolitik zugeschrieben. Immerhin 62 Prozent der Teilnehmer nannten die Vermieter der Ladenflächen. Auf die kleinen Händler und Dienstleister selbst entfielen 44 Prozent, auf die Bundespolitik 39 Prozent der Stimmen.

80 Prozent der Befragten bedauern die schwindende Vielfalt aufgrund des Wachstums von nationalen und internationalen Ketten. Als größte Nachteile für kleinere Händler im Wettbewerb nannten die Studienteilnehmer die steigenden Mieten (79 Prozent), die Online-Konkurrenz (71 Prozent) sowie den Egoismus der Kunden, sich zwar bei den Kleinen beraten zu lassen, dann aber bei den Großen zu kaufen (69 Prozent).

Um auf die besonderen Herausforderungen für kleine und mittelständische Händler aufmerksam zu machen, hat die “Das Telefonbuch Servicegesellschaft” die Initiative für Gewerbevielfalt ins Leben gerufen. Ziel ist es, Verbraucher zu sensibilisieren und sie auf die Stärken des Handels vor Ort aufmerksam zu machen. „Mit unserer Initiative für Gewerbevielfalt wollen wir nicht nur auf das Problemfeld der Aussterbenden Innenstädte aufmerksam machen sondern auch Druck in Richtung politischer Entscheidungsträger aufbauen, hier aktiv zu werden.“, so Michael Wolf, Geschäftsführer der Das Telefonbuch-Servicegesellschaft.

Methodik: Das Marktforschungsinstitut Mente-Factum hat im Auftrag von “Das Telefonbuch” 1004 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren befragt.

dpa/tht

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