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Start-ups im Marketing: Die Suche nach dem großen Ding

Nicht immer ist künstliche Intelligenz total ernst gemeint - doch viele Gründer verbinden damit die Hoffnung auf die eine, große Geschäftsidee. © Alec Favale / Unsplash

Beim Start-up Pitch auf dem Deutschen Marketing Tag wurde einmal mehr deutlich, wie breit die Einsatzmöglichkeiten für KI und andere digitale Lösungen auch im Marketing sind. Dabei setzen die Markenunternehmen, egal ob B-to-B oder B-to-C, schon früh auf das Know-how von Gründern.

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Die Digitalisierung nicht als Bedrohung begreifen. Den Mut haben, neue Technologien wie Spracherkennung (Voice), Augmented oder Virtual Reality, AdTech oder Big Data auszuprobieren. Kunden einen wirklichen Mehrwert zu bieten und das eigene Marketing dabei sinnvoll um digitale Perspektiven zu ergänzen.

Das ist auch an der Schwelle zu den Zwanzigerjahren für viele Marken und Unternehmen leichter gesagt als getan. Eine noch größere Zahl von Start-ups wollen sie dabei mit innovativen Software-Lösungen unterstützen – fünf durften ihre Geschäftsmodelle auf dem Deutschen Marketing Tag im Live-Pitch vorgestellen.

„Wir sind vor zwei Jahren mit Null in den Markt gestartet und haben heute schon eine ganze Reihe von Kunden, die vielen ein Begriff sein dürften, etwa den DFB und Marken wie Congstar, Innogy, Kölln, Savencia oder Beiersdorf“, sagt Ulf Lötschert vom Chat-Spezialisten Loy Joy aus Münster, der später als Sieger aus der Fünferrunde hervorgehen wird. „Wir erstellen Chats für alle digitalen Kanäle“, so der Gründer weiter.

Mit fünf Mitarbeitern in acht Ländern aktiv

Als Partner des Konsumgüterriesen Beiersdorf sei Loy Joy mit seiner Software bereits in acht Ländern gestartet, zuletzt in Nigeria. „Man darf nicht vergessen, dass wir eine Firma mit fünf Mitarbeitern sind“, sagt Lötschert. Sein Geschäftsmodell ist es, „die gesamte Customer Journey in Chats“ und „den Traffic aus Messangern in qualifizierte Leads“ zu übertragen. Bereits heute seien 90 Prozent der Menschen, die digital unterwegs sind, auch per Chat erreichbar. „Bisher sind das Ihre Familie oder Ihre Freunde, aber noch nicht die Unternehmen. Das wollen wir ändern“, sagt der Gründer selbstbewusst.

„Der Berg an Retouren liegt doch nicht daran, dass uns nichts gefällt, sondern dass uns nichts passt.“
Gründer Timo Marks von OneFID

Auch die anderen Start-ups im Wettbewerb bieten interessante Lösungen an. Proctorio hat eine KI entwickelt, die es Bildungseinrichtungen und Unternehmen ermöglicht, Prüfungen per Videochat abzunehmen, erklärt Prokurist Thomas Fetsch. Das habe sich international bereits bewährt – Partner seien Elite-Unis wie Harvard und Konzerne wie Amazon -, stecke in Deutschland aber noch in den Kinderschuhen. Die 2015 gegründete Firma Opinary hat einen Algorithmus entwickelt, der den Nutzerdialog auf Online-Medien „skalierbar macht und dennoch personalisiert“, sagt Valerie Krämer vom Berliner Start-up. Publisher könnten durch den Einsatz der Opinary Tools ihre passiven Leser aktivieren, indem sie thematisch dazu passende Fragen in die Artikel integrieren.

Zehn Millionen aktive Endkunden als Ziel

OneFID hilft Onlinehändlern dabei, die Konversionsrate zu erhöhen, die Retourenrate zu senken und kundenspezifische Marketingkampagnen zu erstellen. „Der Berg an Retouren liegt doch nicht daran, dass uns nichts gefällt, sondern dass uns nichts passt“, sagt Gründer Timo Marks. Auch sein Ziel ist ambitioniert: „Wir wollen bis 2020 zehn Millionen aktive Endkunden haben.“

1plusX, ein „von deutschen Gründern in der Schweiz gegründetes Unternehmen“, so der Chef und Mitgründer Jürgen Galler, sei bereits für große Banken tätig. Der Big-Data-Spezialist mit immerhin 30 Mitarbeitern optimiert nach eigenen Aussagen Marketingleistungen im digitalen Umfeld und verwaltet bereits heute täglich 600 Millionen Identitäten aus allen digitalen Kanälen. Gründer Galler plant ab dem kommenden Jahr profitabel zu sein und sieht noch viel Wachstumspotenzial: „Die Kanalvielfalt wird noch zunehmen, daher müssen Unternehmen eine abgestimmte Kommunikation bieten.“

absatzwirtschaft+

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