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Start-up-Serie: Berlin will weg vom “Möchtegern”-Valley

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Vereinzelt gibt es sie tatsächlich in Berlin – erfahrene Gründer

Pan Katsukis ist ein solcher. Er ist CEO der global agierenden und gehypten App-Retargeting-Schmiede Remerge. Remerge arbeitet heute mit 700 000 Usern pro Sekunde auf einem Inventar von etwa 350 000 Apps weltweit. Acht Jahre zuvor startete Katsukis mit drei Co-Gründern zunächst die Berliner Ad-Tech-Firma Madvertise, die anfänglich stark wuchs. Katsukis verkaufte zum richtigen Zeitpunkt seine Anteile und ging nach Kalifornien. Dort sammelte er, bewaffnet mit nur einem zweiseitigen Investorenpapier, Wagniskapital ein und gründete 2014 in Berlin seine heutige Firma. „Venture Capital funktioniert immer über das Team, die Story und das Vertrauen“, erklärt Katsukis. Nach einer Serie-A-Finanzierung für Remerges Expansion in die USA beschäftigt er aktuell 34 Mitarbeiter in Berlin und San Francisco. Gerade ist er dabei, einen Standort in New York aufzubauen. Allerdings will der erfahrene Gründer es bei der Fremdfinanzierung nicht übertreiben, um seine Anteile nicht zu verwässern. Wer bisher noch kein Kapital in entsprechender Größenordnung eingeworben hat und über wenig Praxis zwischen Produktentwicklung und Traction (also Kunden) verfügt, dem empfiehlt Katsukis, sich erfahrene Mentoren zu suchen. Dr. Paul von Bünau, Managing Director des auf künstliche Intelligenz fokussierten, 2003 gegründeten Ex-Start-ups Idalab am Berliner Alexanderplatz, ist nicht nur erfahrener Gründer und Bootstrapper. Der Mathematiker und Datenwissenschaftler beschäftigt sich mit Superalgorithmen für seine meist Berlin-fern angesiedelten Industriekunden. Von Bünaus Aufgaben umfassen einerseits „Drug Detection“ – neue Erkenntnisse aus längst veröffentlichter Medizinliteratur zu extrahieren. Oder über algorithmische Content-Analyse heiße Trends in der fragmentierten Kunstszene für ein Luxuskundensegment der UBS-Bank aufzuspüren. Andererseits betätigt sich von Bünau als Mentor beim Förderprogramm des Axel Springer Plug & Play Accelerators. Dort und beim Co-Working-Büro Betahaus berät er Gründer kostenlos rund um das Thema künstliche Intelligenz und gibt so sein Wissen an eine neue Generation weiter.

Fashion-Tech

„Bevor du nimmst, musst du geben“, lautet auch Elektrocouture-Chefin Langs Credo. Daher betätigt sie sich etwa beim Gründerinnen-Netzwerk Berlin Geekettes als Mentorin. Da wundert es kaum, dass die umtriebige Gründerin, die ihr Fashion-Tech-Reich „Hands-on“ und „mit Zuckerbrot und Peitsche regiert“, locker auf Zwölf-Stunden-Tage kommt. Aber Lang läge das Wohlsein ihrer Technologen und Designer eben am Herzen. Indes erfreut sich die Über-30-Jährige selbst einer Reihe von Mentoren und Freunden, „die mir Fragen stellen und dabei zusehen, wie ich mein Empire aufbaue“. Dazu zählen Alexander Kölpin, Managing Director bei Westtech Ventures, oder Anita Tillmann, Chefin der Modemesse Premium. Noch ist Lang ihrer Zeit mit Modetechnologien um mindestens drei Jahre voraus. Doch parallel forscht sie etwa an Handelsdienstleistungen, die Bequemlichkeit und Individualität in ihre Branche bringen. Jetzt auszusteigen und zu verkaufen läge Lang fern: „Ich will sehen, wie weit das Baby läuft“, sagt die Elektrocouture-Chefin. Und dabei meint man, Herzblut rauschen zu hören.

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