Sonos verschiebt Produktstart wegen schlechtem Marktumfeld

Hifi-Hersteller Sonos verschiebt wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage den Start eines neuen Subwoofers. Das sollte auch andere Hersteller nachdenklich stimmen.
Aus wirtschaftlichen Gründen verschiebt Sonos den Markstart eines neuen Produkts. ©Unsplash

Warnsignal für die Unterhaltungselektronik-Branche: Der Lautsprecher-Anbieter Sonos sieht ein so schlechtes Umfeld für sein Geschäft, dass er den Start eines neuen Produkts verschiebt. Das Gerät, bei dem es sich laut US-Medienberichten um einen günstigeren Subwoofer handelt, soll nun im Weihnachtsgeschäft statt bereits im laufenden Quartal auf den Markt kommen. Anleger ließen die Aktie im vorbörslichen Handel am Donnerstag um mehr als 16 Prozent fallen.

Sonos habe seit Juni eine Abschwächung der Nachfrage in seinen Geschäftsfeldern verzeichnet, sagte Firmenchef Patrick Spence in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er führte es teilweise darauf zurück, dass Verbraucher ihr Geld aktuell eher für Dienstleistungen und Reisen statt für Waren ausgäben. Sonos hatte im Juni sein bisher günstigstes Soundbar-Modell auf den Markt gebracht – und es verfehlte die Absatzerwartungen „erheblich“, wie Spence sagte.

Google legt in Patentstreit mit Sonos mit weiteren Klagen nach

Der Umsatz von Sonos sank in dem Anfang Juli abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um rund zwei Prozent auf 371,8 Millionen Dollar. Unterm Strich gab es einen Verlust von knapp 600 000 Dollar nach schwarzen Zahlen von 17,8 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Spence verwies unter anderem darauf, dass der starke Dollar die Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in US-Währung um 15 Millionen Dollar gedrückt habe.

Sonos sieht sich derzeit mit mehreren Problemen konfrontiert. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Rechtsstreit zwischen dem Hifi-Hersteller und Google in die nächste Runde geht. Nachdem Sonos zuletzt einen Sieg davongetragen hatte, reichte der Internet-Riese nun zwei neue Klagen ein.

Sonos hatte sich Anfang des Jahres in einem Patentverfahren bei der US-Handelskommission ITC durchgesetzt. Das hatte Folgen für die Bedienung von Googles Lautsprechern. So müssen Nutzer deswegen bei einer Gruppe aus mehreren vernetzten Lautsprechern die Lautstärke bei jedem von ihnen einzeln verändern statt zusammen für alle.

amx/dpa