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Social TV muss klare Mehrwerte bieten

Mit einer Studie zum Thema „Social TV“ erkundet das Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Medien Hannover ein in Deutschland bisher kaum erforschtes Feld. Studierende und Dozenten präsentieren nun die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Studie zur zeitgleichen Nutzung von Fernsehen und sozialen Netzwerken: Die Führungskräfte unterschiedlicher Branchen, die für die Studie befragt wurden, gehen von eher mittelfristigen Auswirkungen auf die TV-Programme aus. Dem aktuellen Hype schließen sie sich nur zurückhaltend an.

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Damit sich Social TV zu einem massenkompatiblen Angebot entwickeln kann, sind alle Akteure auf dem entsprechenden Markt gefordert, klare Mehrwerte für die Zuschauerinnen und Zuschauer zu schaffen. Erst dann können die Angebote eine breite Masse ansprechen und mehr als ein Nischenphänomen werden. Die Frage der technischen Umsetzung halten die Befragten dagegen für entschieden: Sie gehen davon aus, dass die parallele Nutzung mehrerer Geräte, etwa Fernsehen und Smartphone, stärker den Nutzungsvorstellungen entspricht als Lösungen, die nur auf das Fernsehgerät setzen. Für die Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer eignen sich aus Sicht der Experten insbesondere solche Fernsehformate, die entweder hochaktuell sind oder emotionale Inhalte bieten, bei denen die Zuschauerinnen und Zuschauer mitfiebern und mitentscheiden können.

Zehntausende Tweets analysiert

Eine ebenfalls im Rahmen des Forschungsprojektes durchgeführte Analyse von Statusmeldungen des sozialen Netzwerks Twitter sollte zeigen, bei welchen Sendungen die Zuschauerinnen und Zuschauer vorzugsweise aktiv sind und welchen Beitrag sie hierzu leisten. Dazu wurden rund 30.000 abgesetzte Kommentare – die sogenannten Tweets – zu sieben Fernsehsendungen aus den Genres Game-/Quizshow, Reality Show, Castingshow, Krimiserie und Polittalk analysiert. In der Untersuchung mit Abstand führend waren die Castingshows: Beim Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ und „The Voice Of Germany“ wurden pro Minute die meisten Tweets abgesetzt. Die Tweets zielen dabei mehrheitlich auf Interaktion, dienen also zum Beispiel der Kontaktaufnahme oder der Aufforderung anderer Nutzerinnen und Nutzer innerhalb der Twitter-Community.

Deutlich wurde, dass unterschiedliche Formate auch unterschiedliche Formen der Kommunikation hervorrufen. So geht es beispielsweise bei Game- und Castingshows eher um das Live-Erlebnis, während sich Tweets rund um Polittalkshows mit den behandelten Themen auf persönlicher oder gesellschaftlicher Ebene auseinandersetzen. Der typische Tweet über TV-Inhalte bewertet in der Sendung handelnde Akteure, dient der Kontaktaufnahme zu anderen Twitter-Usern und wird von internettypischen Abkürzungen und Emoticons begleitet. Den Forscher fiel auf, dass die Kommentare der Zuschauerinnen und Zuschauer weitgehend einem korrekten Gebrauch der deutschen Sprache folgten. Es herrschte alles andere als ein rauer Umgang, wie er etwa durch Schimpfwörter hätte zum Ausdruck kommen können.

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