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So verändert Corona die Mediennutzung

Medienkonsum
Corona in den Medien: Über alle Generationen hinweg betrachten Verbraucher die WHO als die vertrauenswürdigste Informationsquelle. © Unsplash

Ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung befindet sich während der Corona-Krise in irgendeiner Form der Isolation. Dies zieht einen beispiellosen Medienkonsum nach sich. Dabei sind zwar die meisten Altersklassen online aktiv, zwischen den Generationen gibt es im Detail aber erhebliche Unterschiede.

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Die Zeit, die sie sonst für Einkaufszentren oder bei Live-Events aufgewendet haben, verbringen die meisten Personen aktuell auf dem Sofa. In dieser Zeit der durch Pandemien ausgelösten sozialen Isolation ist es keine Überraschung, dass Menschen weltweit enorme Mengen an Medien konsumieren.

Generation Z konsumiert mehr Videoinhalte

Der „Global Web Index“-Bericht hat untersucht, wie Menschen ihren Medienkonsum infolge des Ausbruchs erhöht haben – und wie er sich je nach Generation unterscheidet. Die Generation Z konsumiert demnach als jüngste untersuchte Generation deutlich mehr Videoinhalte online. Millennials schauen zwar auch deutlich mehr mediale Inhalte, verteilen Ihre Online-Zeit aber breiter auf Videos, On Demand TV oder Mediatheken von Fernsehsendern. Die Generation X hat bei den Stunden, die sie online verbringt, am meisten zulegt – sie schaut am liebsten On Demand. Am wenigsten haben die Babyboomer ihr Verhalten verändert. Bei ihnen ist fast ausschließlich ein Zuwachs bei der Nutzung von TV-Mediatheken zu verzeichnen.

Grafik Media Nutzung Generationen
Die Nutzung von Onlinemedien hat sich durch Corona nicht nur gesteigert, sondern auch verändert. (Quelle: Global Web Index)

Der Hauptgrund für die Zunahme der online verbrachten Stunden ist schlichtweg, dass die Nutzer über mehr freie Zeit verfügen. Der „Global Web Index“ stellte für die USA und Großbritannien fest, dass über 80 Prozent der Verbraucher seit dem Corona-Ausbruch mehr Inhalte konsumieren. Dabei sind TV- und Online-Videos – insbesondere Youtube und Tiktok – die Hauptmedien aller Generationen und Geschlechter. Über zwei Drittel gaben an, hauptsächlich online nach Updates zu der Covid-19-Pandemie zu suchen. Einzig die Generation Z fällt aus diesem Muster. Sie ist die einzige untersuchte Gruppe, bei der der Konsum von Musik größer ist als der von Nachrichten.

Generell steht bei den jüngeren Generationen die Unterhaltung durch Handy- und Computerspiele hoch im Kurs. Millennials zeichnen sich eher als Feinschmecker-Generation aus: Sie suchen am ehesten nach Kochrezepten oder informieren sich über gesunde Ernährung.

Quarantäne Internaktivitäten
Die Informationssuche steht bei fast allen Generationen an erster Stelle. (Quelle: Global Web Index)

Soziale Medien vertrauenswürdiger als Mundpropaganda

Über alle Generationen hinweg betrachten Verbraucher die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als die vertrauenswürdigste Informationsquelle für Covid-19-bezogene Aktualisierungen. Dies gilt jedoch nicht auf regionaler Basis. Während beispielsweise US-Verbraucher der WHO am meisten vertrauen, betrachten britische Verbraucher ihre Regierung als ihre vertrauenswürdigste Nachrichtenquelle.

Auffallend ist: Das Vertrauen in Informationen, die in sozialen Medien geteilt werden, ist höher als Mundpropaganda von Freunden und Familie sowie von Websites ausländischer Regierungen. Es ist aber niedriger als das in Informationen, die auf den Radio- oder Nachrichten-Websites geteilt werden.

Internetnutzung Quellen
Die WHO genießt das größte Vertrauen als Informationsquelle über alle Generationen hinweg. (Quelle: Global Web Index)

Corona-Krise: Sehnsucht nach positiven Nachrichten

Deutlich wird auch die Sehnsucht nach positiven Nachrichten. Obwohl es wichtig ist, über Pandemie-Updates auf dem Laufenden zu bleiben, helfen letztendlich eine positive Einstellung und die Fähigkeit zum Abschalten den Menschen, besser mit dem Alltag umzugehen. So investieren Verbraucher deutlich stärker in neue Abonnementdienste. Fast ein Drittel der Gen-Z-Vertreter in den USA und Großbritannien erwägt aktuell die kostenpflichtige Anmeldung bei Netflix, an zweiter Stelle steht Disney+.

Onlinedienste Zunahme
Verbraucher investieren verstärkt in Abonnements. Netflix erlebt aktuell die deutlichsten Zuwachsraten. (Quelle: Global Web Index)

Allerdings machen sich die Konsumenten auch zunehmend Sorgen darüber, wie viel Zeit sie vor dem Bildschirm verbringen. Untersuchungen legen jedoch nahe, dass die Bildschirmzeit selbst kein Grund zur Sorge ist. Es ist vielmehr der Inhalt, den wir konsumieren, der einen erheblichen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden haben kann, so der „Global Web Index“.

Es fällt in diesem Zusammenhang auf, dass es in den auf Netflix immer beliebter werdenden TV-Shows und Filmen um Pandemien geht. Dem könnte zu Grunde liegen, dass die Menschen das Chaos, in dem wir uns befinden, fiktionalisieren möchten. Unabhängig davon, welche Art von Inhalten wir konsumieren, ist die Tatsache, dass sich jede Generation auf ihre Geräte verlässt, um sich mehr als je zuvor zu informieren und abzulenken. Dies bietet Medienunternehmen eine enorme Gelegenheit, ein bezahlfreudiges Publikum anzusprechen.

absatzwirtschaft+

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