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So könnte moderner Wahlkampf mit Big Data funktionieren: „In welchem Land gibt es den nächsten Macron?“

Beim Online Marketing Rockstars Festival sprach Guillaume Liegey über modernen Wahlkampf in Zeiten von Big Data

Viel wurde in den vergangenen Tagen über Facebook und die britische Datenfirma Cambridge Analytica geredet. Auf dem Online Marketing Rockstars (OMR) Festival hat Guillaume Liegey über den modernen Wahlkampf in Zeiten von Big Data gesprochen. Der Franzose hatte den Präsidentschaftswahlkampf von Emmanuel Macron koordiniert.

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Wie Wahlkampf im 21. Jahrhundert zu funktionieren hat, habe er 2008 gelernt. Damals, als er in den USA lebte, in Cambridge. Dort engagierte er sich als Freiwilliger im Team von Barack Obama. „Wir haben in einer kleiner Stadt namens Manchester gearbeitet und dort die potenziellen Wähler besucht und mit ihnen gesprochen.“ Warum gerade in diesem Örtchen?, fragte sich der Franzose. Warum klopft man überhaupt an Türen, um mit den Wählern zu sprechen? Die Antwort, die er damals erhielt, klingt so simpel wie schlüssig: „Menschliche Interaktionen stehen im Kern jeder politischen Kommunikation.“

Mit den Erfahrungen aus seiner Zeit in den Staaten koordinierte jener Franzose namens Guillaume Liegey, Gründer und Chef der Firma Liegey Muller Pons, den Wahlkampf des 2015 weitestgehend unbekannten Emmanuel Macron. Dieser ist seit 2017 Präsident von Frankreich und dessen Kampagne ist Liegeys Paradebeispiel, wie Wahlkämpfe künftig auszusehen haben.

„Den Kern eines modernen Wahlkampfs bilden Daten, Technik und Menschen“

Moderner Wahlkampf funktioniere nicht mehr auf Basis von Intuition, erzählte er auf der großen Bühne der diesjährigen OMR in den Hamburger Messehallen. „Du musst deine potenziellen Wähler erkennen. Welche Nachrichten kommen bei ihnen an und wie müssen diese übermittelt werden?“ Grundlage dafür können einzig und allein Daten sein, betonte Liegey. Das oben beschriebene „Knocking at doors“ sei ein Baustein im Konzept, so Liegey.

Der Kern eines modernen Wahlkampfs? Aus Sicht von Liegey sind das Daten, Technik und Menschen. Zunächst haben er und sein Team die Menschen nach ihren Bedürfnissen befragt. „Was erwarten potenzielle Wähler von Politikern, was funktioniert aus ihrer Sicht in Frankreich und was nicht?“ 300.000 Türen seien von rund 6.000 Freiwilligen abgeklappert worden, erzählte der groß gewachsene Franzose. „Das Team führte 25.000 Unterhaltungen, die im Schnitt 14 Minuten dauerten.“ Die daraus generierte Masse an Informationen und Daten bildete die Grundlage für den weiteren Wahlkampf und damit für die Ansprache der Bürger.

„Trumps Wahlkampf war sehr gut organisiert“

Eine Allzweckmethode sei die Mischung aus klassischer und moderner Wahlkampfstrategie jedoch nicht, gab Liegey zu. „Viele meiner Klienten haben mit diesem Ansatz ihre Wahlen verloren. Über 1000 Kampagnen nutzten ihn jedoch schon, auch in Deutschland.“ Denn die Erfolgsrate liege beim Gespräch an der Wohnungstür der Bürger deutlich höher als beispielsweise bei der Ansprache auf Facebook.

Donald Trumps Wahlkampf vor anderthalb Jahren hält er indes für eine sehr gut organisierte, aus operativer Sicht gelungene Kampagne. Die  politischen Inhalte teilt er zwar nicht, aber das Beispiel des aktuellen US-Präsidenten beweise, wie erfolgreich mit Daten gearbeiten werden kann. Dass sich die vorgestellte Methode in Zukunft vollständig etabliert, glaubt Liegey ganz sicher und fragte sein Publikum zum Ende seines Vortrags: „Aus welchem Land kommt der nächste Macron?“

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