Snowden auf großer Bühne

Plötzlich war Edward Snowden da. Mitten in Nürnberg, auf dem Messegelände. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter, der die Praktiken der weltweiten Überwachung durch amerikanische und englische Geheimdienste enthüllte und dadurch unfreiwillig berühmt wurde
Edward Snowden referierte als Keynote-Speaker der „it-sa“ aus dem russischen Exil in die Messestadt Nürnberg ©Nuernberg Messe, it-sa 2015

Seit 2013 ist Snowden auf der Flucht vor der Strafverfolgung seines Heimatlandes, er lebt in Russland im Exil. Auf der „it-sa“, der europaweit führenden Messe für IT-Sicherheit, mahnte er erneut zu Wachsamkeit: „Verteidigung ist das Gebot der Stunde.“ Staatliche Stellen verfügen über enorme Ressourcen, und die organisierte Cyberkriminalität agiere höchst professionell. Seinen Zuhörern teilte der Ex-Agent mit: Unternehmen und die IT-Sicherheitsindustrie müssen sich für eine flächendeckende Verschlüsselung einsetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auf seine Worte folgte langer, lauter Applaus.

Seltener Auftritt

Snowden auf der Nürnberg Messe – das war ein besonderes Erlebnis für die rund 700 Aussteller und Besucher, die den Whistleblower dort live erlebten. Genauer gesagt: Er war live zugeschaltet worden. Nach Snowden wird schließlich immer noch gefahndet. Er wählt Zahl und Anlass seiner Auftritte sorgfältig aus.

Snowdens 20-minütige Keynote wertet Roland Fleck, Chef der Nürnberg Messe, als Beleg dafür, dass „die ‚it-sa‘ zu einer Topveranstaltung von internationalem Rang aufgestiegen ist“. Das lässt sich auch beziffern: An den drei Messetagen kamen rund 9 000 und somit über 20 Prozent mehr Besucher als im Jahr zuvor, außerdem stieg die Menge an Ausstellern um etwa zehn Prozent auf 428 – Rekord in beiden Kategorien.