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„Sie sind keine Opfer. Sie sind Komplizen“: Facebook nach Datenleck-Skandal im Kreuzfeuer

Hat die Kommunikationshoheit verloren: Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Durcheinander bei Facebook nach den Whistleblower-Enthüllungen: Die belegen, dass das Social Network zwei Jahre lang ein Datenleck ignorierte, das die Donald Trump nahestehende Datenanalysefirma Cambridge Analytica für ihre Zwecke ausnutzte. Facebook sperrt das Konto von Whistleblower Christopher Wylie, während Edward Snowden und andere Internetexperten das Social Network anzählen.

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Dass sich Faceboook seit Monaten in einer tiefen PR-Krise befindet, ist keine Neuigkeit mehr. Der Umgang mit der öffentlichen Kritik am Social Network, die seit der US-Wahl von Tag zu Tag größer geworden und inzwischen zu einem Orkan angewachsen ist, trägt längst die Zuge eines klassischen Kommunikationsversagens.

Egal, wie sich Facebook aktuell äußert – es endet im Desaster. Die anhaltende Sprachlosig- und Phrasenhaftigkeit Facebooks hatte zuletzt Digitalexperte Richard Gutjahr auf der South by Southwest (SXSW) in Austin, Texas, dokumentiert.

Die Geschwindigkeit indes, mit der sich der 535 Milliarden Dollar schwere Internet-Gigant in seiner öffentlichen Darstellung selbst demontiert, ist absolut bemerkenswert. Am Wochenende war nach den vernichtenden Guardian-Enthüllungen über die Datenanalysefirmen Cambridge Analytica binnen Stunden zu beobachten, wie Facebooks PR-Abteilung in gleich mehreren Stadien die Nerven verlor:

1. Facebook versuchte am Wochenende, das Renommeemedium The Guardian durch juristischen Druck von einer Veröffentlichung abzubringen:

2. Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos‘ versuchte auf Twitter zu erklären, dass die Nutzerdaten nicht durch ein Leck weitergegeben wurden – und Facebook also unschuldig sei. Wenig Stunden später musste Stamos seine Statements dann schon wieder einkassieren.

Zurückgezogene Tweets eines Top-Managers sind keine Neuheit mehr bei Facebook. Erst Ende Februar hatte sich Werbechef Rob Goldman auf Twitter mit Äußerungen über die andauernden Ermittlungen um die russischen Einmischungen der vergangenen US-Wahl mittels Anzeigen auf Facebook blamiert. Nach 48 Stunden im Fegefeuer der sozialen Medien musste Facebooks Werbechef bedröppelt mit einer Entschuldigung zurückrudern.

3. Höhepunkt von Facebooks Chaos-Wochenende: Das weltgrößte Network sperrte in einer Verzweiflungstat das Konto von Whistleblower Christopher Wylie, dem Facebook die neuerlichen Enthüllungen zu verdanken hat.

Es sind die hilflosen Panikreaktionen eines in die Enge getrieben Konzerns, der zu lange mit der nerdigen Rechthabe-Kultur seines CEOs davongekommen ist, die bis in die Gründungstage reicht – und bis heute millimetergenau nur das zugibt, was er eben zugeben muss.

Edward Snowden: „Facebook ist kein Opfer, sie sind Komplizen“

Die Kritik gewinnt jedoch im Stundentakt an Schärfe. „Facebook verdient sein Geld damit, indem sie intime Details über das Privatleben von Millionen ausbeuten und verkaufen, die weit über das Maß der Details hinausgehen, die wir freiwellig preisgeben. Sie sind keine Opfer, sie sind Komplizen“, legt Whistleblower Edward Snowden den Finger in die Wunde.

Auf Twitter entlädt sich unterdessen ein heftiger Shitstorm, der Facebooks Vertrauenskrise dramatisch verschärft:

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