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Schneiden Sie die Zukunft in kleine Stücke!

Kleine Pausen machen auch 24-Stunden-Autorennen erträglicher. © Unsplash/Ameya Sawant

Egal wie Sie den Umgang mit der Zukunft nennen mögen: Zukunftsbegleitung (so wie wir), Zukunftsfitness (wie so manch eine Change-Beratung) oder gar amerikanisch "Strategic Foresight" – unser Umgang mit diesem "Morgen" muss überdacht sein. Und es darf in Stücke geschnitten werden.

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Bei Langstreckenrennen, wie zum Beispiel dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans, bekommen Fahrer und Teams alle vier Stunden zu essen. Auf diese Art und Weise werden diese zehrenden Stunden in kleine Einheiten geschnitten und damit deutlich erträglicher. Durch solche kulinarischen Meilensteine bleiben die Konzentration und die Motivation hoch. Schritt für Schritt. Runde für Runde.

Neue Megatrends fördern einen neuen Zeitgeist, und diese neue Normalität fordert neue Strategien. Im nächsten Schritt müssen diese in allen Bereichen operationalisiert werden. Und spätestens in dieser Phase kollabiert fast jedes Management-Team. Die Komplexität des Wandels in der eigenen Organisation ist immer massiv. Da hilft es wenig, wenn PowerPoint-Folien die Überschrift tragen: “Wir müssen Komplexität lieben lernen”. Oder der Geschäftsführer beim nächsten Management-Tag sogar den “World Trade Uncertainty Index” via MS-Teams zur eigenen Mannschaft jagt. Das Problem bleibt überwältigend. Oft sogar so groß, dass viele erst gar nicht loslaufen. Die neuen Ideen erst gar nicht ausprobieren.

Trump, Brexit, Covid – Schocks kommen unerwartet

Dazu kommt, dass quasi jeder nennenswerte Schock der letzten Jahre rückblickend vielleicht logisch erscheint, doch zum jeweiligen Zeitpunkt ziemlich unerwartet kam. Egal ob Mr. Trump, Brexit, Handelskriege oder Covid. Unerwartet zumindest dann, wenn der besagten Zukunftsbegleitung keine oberste Priorität eingeräumt wurde.

Das passiert, wenn die Bewahrung des Status quo als sicherste Option gilt. Wenn Führungskräfte aus dem Alarm-Modus nicht mehr herauskommen und täglich nur an den jeweiligen Tag denken. Und wenn schlussendlich weder Arbeitszeit noch Zaster zur Verfügung stehen. Dann nämlich braucht es anstelle von Zukunfts- eher die Sterbebegleitung. Also braucht es Lösungen!

To-do-Listen visualisieren Ohnmacht

Es braucht kleine Happen. Möglichst leichte Kost, attraktiv aufbereitet. Stark kommuniziert. Gerne auch mit Überraschungen. Und diese braucht es oft. Warum also nicht wöchentliche oder zumindest zweiwöchentliche Workshop-Tage definieren, bei denen gemeinsam Transfer geschaffen wird? Dieses Konzept hat als Einstieg einige vorbereitete Diskussionsgrundlagen, jedoch keine To-do-Listen, die während der Tagung seitenweise gefüllt werden. Denn diese sind nichts weiter als die Visualisierung des Ohnmachtsgefühls und genau deshalb kontraproduktiv. Und ja und klar, es braucht für die beschriebene Rotation dem hohen Niveau entsprechende Budgets. Es braucht ungewöhnlich viel Budget, denn nicht nur der Caterer muss alle vier Stunden liefern.

Aber was ist die Alternative? Die Komplexität, den Wettbewerb nicht anzunehmen? Das Rennen erst gar nicht zu beginnen? Den anderen das Feld zu überlassen? Mit dem Motor aus dem Vorjahr zu starten und einfach ein paar Reifen weniger einzupacken?

In diesem Sinne, lassen Sie uns rebellisch – mit Freiheit und Vollgas – die Zukunft prägen!

Der Artikel erschien zuerst im Printmagazin der absatzwirtschaft, das Sie hier abonnieren können.

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