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Schlaf, Cheflein, schlaf: Warum dauerhafter Schlafmangel für Körper und Geist fatale Folgen hat

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Eine weitere Folge des chronischen Schlafmangels wiegt vor allem bei Menschen in Führungspositionen schwer: Übermüdete Menschen sind risikofreudiger. Der Grund: Wenn die letzten Nächte kurz waren, kann man Informationen schwerer aufnehmen und hat Probleme, sie rational zu bewerten. In der Folge neigt man zu Impulshandlungen und fällt riskantere Entscheidungen. Herausgefunden hat das die Schlafforscherin Professor Vicki Culpin im Rahmen von Studien mit mehr als 1 000 Berufstätigen. Bei wenig Schlaf, so das Ergebnis, gebe es eine signifikante Steigerung der Risikobereitschaft und zwar sowohl bei Menschen, die ohnehin schon risikofreudig sind, als auch bei jenen, die Risiken sonst eher scheuen. Hinzu komme, dass die müden Entscheider ihrer eigenen Entschlussfähigkeit mehr vertrauen als im ausgeschlafenen Zustand – egal ob sie richtig oder falsch liegen.

Das bringt uns zurück zur Führungsspitze der Wenigschläfer und des Landes: unsere Spitzenpolitiker. Sie sind es, die Entscheidungen fällen, die Auswirkungen auf Millionen Menschen haben. Oft geschieht dies nach langen Verhandlungen, die schon mal die ganze Nacht dauern können. Aber irgendwann will jeder nur noch ins Bett. Die Folge: Nicht mehr die besseren Argumente zählen, sondern der wachere Geist. Zumal man sich unter Schlafentzug eher auf Kompromisse einlässt, die man frisch und ausgeruht nie eingegangen wäre. Kein Wunder also, dass diese Marathonsitzungen manchmal Methode haben.

Leg dich aufs Ohr!

Gesunder Schlaf ist essenziell. Unser Körper gönnt sich nicht aus Jux und Tollerei alle 14 bis 16 Stunden eine Auszeit. Wäre die Nachtruhe ein komplett inaktiver und somit sinnloser Zustand, hätte die Natur ihn längst abgeschafft. Und deshalb ist es auch vermessen, zu glauben, man könne seine Biologie über Bord werfen, nur weil sie nicht zum Arbeitsalltag passt. Die Folgen können nämlich dramatisch sein. Ein bekanntes Beispiel ist das der Medienmanagerin Arianna Huffington, Gründerin der „Huffington Post“. Was harte Arbeit in Kombination mit zu wenig Schlaf bedeuteten kann, musste sie nur allzu schmerzlich erfahren. Im Jahr 2007 arbeitete sie so viel und schlief so wenig, dass sie entkräftet in ihrem Büro zusammensackte und sich dabei den Kieferknochen brach. Danach krempelte sie ihr Leben um.

Der erste Schritt zu Huffingtons Neuanfang: Ab ins Bett! Denn nur, wer ausgeruht ist, kann wirklich produktiv sein. Inzwischen beschreibt sich die Erfolgsfrau selbst als „Schlafevangelistin“ und betont bei Vorträgen und öffentlichen Diskussionen stets, dass wir aufhören sollten, mit Schlafmangel zu prahlen, und uns stattdessen mehr Ruhe gönnen müssen. Dies, betont Huffington, gelte vor allem für Menschen in Führungspositionen. Sonst sei man irgendwann buchstäblich am Boden und das Unternehmen gleich mit.

Mit wachem Blick voran

Was lernen wir also aus alledem? Wichtig ist, dass wir erkennen, dass in ausgeruhten Chefs und Mitarbeitern viel mehr Potenzial steckt als in müden. Ein neues Schlafbewusstsein wäre nicht nur gesünder für alle, sondern auch finanziell ein Fortschritt. Sowohl mit Blick auf die Gesamtkosten, die infolge des Schlafmangels entstehen, als auch auf den einzelnen Mitarbeiter, der erholt deutlich produktiver arbeitet.  

Gerade die Führungsetagen sollten daher mit einem wachen Blick vorangehen und konsequent Zeichen für eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur setzen. Dies dachte sich auch Arianna Huffington und wendete sich in einem offenen Brief an den überzeugten Wenigschläfer Elon Musk: „Du lebst einen längst überholten und schrecklich ineffizienten Umgang mit menschlicher Energie“, schrieb sie ihm. Harte Worte ,auf die Musk wenig verständnisvoll reagierte. Via Twitter. Um halb drei Uhr morgens. Na dann gute Nacht!

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