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Printmedien wollen sich gegen Online-Piraterie wehren

Online-Piraterie wird neben der Musik- und Filmbranche ein zunehmendes Problem für Zeitungen und Zeitschriften. Weil immer mehr Webseiten Inhalte von Nachrichtenplattformen „stehlen" und auf ihre eigenen Seiten kopieren, versuchen Medienunternehmen nun verstärkt dagegen vorzugehen. Künftig Warnungen gegen Copyright-Verstöße in Artikeln einzubauen und illegale Nutzungen zu verfolgen, kündigte beispielsweise die „Associated Press“ an.

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„Illegale Veröffentlichungen von Presseinhalten sind im Zuge der Digitalisierung zu einem ernsten Problem geworden. Das gilt für nicht genehmigte Kopien von Artikeln der Online-Presse, aber auch für illegale Angebote kopierter Zeitschriften im Netz”, bestätigt auch Christoph Fiedler, Geschäftsführer Europa- und Medienpolitik beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Die systematische Lücke des bislang fehlenden Leistungsschutzrechts für Presseverleger müsse dringend geschlossen werden. Ein automatisiertes System, über das Rechteinhaber an den Werbeeinnahmen der Seiten mitverdienen können, die Inhalte übernehmen, biete das kalifornische Start-up-Unternehmen „Attributor“. Nach dem System soll ein Teil der Werbegelder, die ansonsten an die jeweilige Seite, die den Inhalt übernommen hat, ausbezahlt worden wäre, stattdessen an die Urheber bezahlt werden.

Für die Umsetzung brauche Attributor allerdings die Kooperation der großen Werbenetzwerke, wie etwa jene von „Google“ oder „Yahoo“. Bislang zeigten diese zwar noch kein besonderes Interesse, doch habe das Unternehmen bereits Medienvertreter wie „Reuters“, „Hearst“ und „Condé Nast“ für die Idee begeistern können. „Der Plan von Attributor erscheint mir so, als könne damit Ordnung ins Chaos gebracht werden“, schätzt etwa Chris Ahearn, Präsident von Reuters. Rechtsexperte Fiedler meint hingegen, das jedes Medienunternehmen selbst über die Sinnhaftigkeit des Modells entscheiden müsse: „Jeder, der klassische oder Online-Inhalte von Zeitschriften veröffentlichen will, bedarf einer entsprechenden Lizenz. Wenn eine Zeitschrift ein Modell dieser Art für wirtschaftlich tragfähig und auch im Übrigen sinnvoll hält, wird sie sich dem nicht verweigern.” Derzeit hätten an Attributors Variante interessierte Unternehmen nur zugestimmt, über die ermittelten Daten nachzuverfolgen, inwiefern Inhalte überhaupt unrechtmäßig verbreitet werden. Ob sie auch an dem Modell der Werbegeld-Aufteilung teilnehmen werden, soll erst später entschieden werden. „Wir sind im Probe-Modus”, sagt Jim Pitkow, Chef von Attributor. Es sei aber geplant, nachzuweisen, dass Piraterie ein Thema ist, sowie eine Messskala zu bieten. Danach soll das Ganze an die Werbenetzwerke gebracht werden. pte

www.attributor.com

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