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Pay for Content – Aufgepasst!

Das Modell, die Onlinenutzer für bereitgestellten Content bezahlen zu lassen, stößt bei der Mehrheit der Online-User auf Ablehnung. In diesem Monat befragte Emind@emnid 967 Online-User zu diesem Thema.

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Ergebnis: Etwa ein Fünftel der Onliner (22 Prozent) lesen täglich oder fast täglich Tageszeitungen im Internet, ganz besonders die „jungen Männer“ zwischen 14-40. Aber von denjenigen, die mindestens einmal pro Monat Online-Tageszeitungen nutzen, wollen nur knapp 7 Prozent dafür bezahlen und ganze 67 Prozent sogar gar nicht.

Schlechte Aussichten für Anbieter mit geplantem Pay-for-Content-Angebot im Bereich Tageszeitungen? Auf den ersten Blick sicherlich, aber geben Sie zu: Hätten Sie nicht auch zunächst Bedenken? Die Angst, dass die Kosten für die Nutzung von Online-Angebote ausufern könnten, weil man den Überblick verliert, steckt in vielen Köpfen. Daher sind wir noch ein bisschen tiefer vorgedrungen und haben erst mal geschaut: Was will der User denn am liebsten?

Im Paarvergleich konnte ein eindeutiger Sieg nach Punkten für Online-Tageszeitungen gegenüber Erotikangeboten, Suchmaschinen oder Autokonfiguratoren im Web festgestellt werden. Im Klartext: Wenn man schon bezahlen muss, dann am liebsten für nützliche oder praktische Angebote. Allerdings sollte man bedenken, dass mit Erotikseiten ein hoher Umsatz erzielt wird. Hier wurde also möglicherweise auch etwas zurückhaltender geantwortet.

Aber nun angenommen, ein attraktives Angebot und zahlungswillige Kundschaft sind vorhanden, wie kann man Unsicherheiten hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten abbauen? Wie könnte man dann die Zahlungsmodalitäten gestalten? Hier gab es ein eindeutiges Votum (siehe Grafik) für eine monatliche Pauschale bei unbegrenzter Nutzung des Angebots. Wer für ein zahlungspflichtiges Angebot im Web bezahlt, will dies auch in Ruhe nutzen. Und zwar vollständig. Weit abgeschlagen wird hier die Option bewertet, lediglich Teile des Angebots zu abonnieren.

Ebenfalls nicht „everybody´s Darling“ unter den Zahlungsmodellen ist die Lösung eines Micropaymentansatzes, bei dem pro betrachteter Seite ein bestimmter Geldbetrag anfällt. Vermutlich spielt hier auch die Angst vor ausufernden Kosten, die bei diesem Modell tatsächlich schwer abzuschätzen sind, eine bedeutende Rolle.

Sind das jetzt gute oder schlechte Aussichten? Dies Resumé zu ziehen, fällt nicht leicht. Nicht viele User zeigen die Bereitschaft, für spezielle Angebote im Web zu bezahlen. Dennoch ist dies nach den Ergebnissen – unter Berücksichtigung der stagnierenden Wirtschaft und dem verlorenen Vertrauen in das Internet – ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft: Potential scheint trotz allem vorhanden.

Zum Hintergrund
eMind@emnid befragte zwischen dem 14. Februar 2001 und dem 20. Februar 2002 insgesamt 967 Internetnutzer. Die Untersuchung wurde im TNS EMNID-Onlinepanel durchgeführt. Sowohl beim Panelaufbau als auch bei der Auswahl der Teilnehmer an dieser Befragung wurde dafür Sorge getragen, dass die Struktur der Befragten der aller deutschen Onliner entspricht. Die Ergebnisse sind somit repräsentativ für alle Internetnutzer in Deutschland.

>Zur Emnid-Exklusiv-Umfrage Januar 2002

>Zur Emnid-Exklusiv-Umfrage Februar 2002

http://www.emind.emnid.de

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Autor: Tristan Helmreich
tristan.helmreich@emnid.tnsofres.com

eMind@emnid ist die Internetforschung von TNS EMNID, einem der führenden Markt-, Media- und Meinungsforschungsunternehmen Deutschlands. Neben der Durchführung von Onlinebefragungen hat sich eMind@emnid auf Forschung rund um das Netz, die Motive für dessen Nutzung und Nichtnutzung sowie Nutzer-und Nichtnutzerstrukturen spezialisiert.

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