Suche

Anzeige

Mönche mauern gegen Molkerei

Auch die jüngste Schlacht im Dauerstreit zwischen dem Kloster Andechs und der Andechser Molkerei Scheitz habe keinen hundertprozentigen Sieger gebracht, berichtet die Münchner "Abendzeitung". Das Landgericht München hatte entschieden, dass die Molkerei zwar einen Markenschutz für ihre Bildmarke für sich in Anspruch nehmen kann, aber nicht für das Wort Andechser alleine. Das R im Kreis - Zeichen des Markenschutzes - müsse daher von dieser Stelle verschwinden.

Anzeige

Geklagt hatte die Andechser Kloster Gaststätten GmbH gegen die Molkerei. „Wir wollen einfach vor Gericht klären lassen, wer darf in welchem Umfang ,Andechser’ benutzen”, hatte der Sprecher des Kloster Andechs, Martin Glaab, laut “Abendblatt” vor der Urteilsverkündung erklärt und nach dem Richterspruch resümiert: „Wir sind mit dem Urteil sehr zufrieden.”

Denn der zweite Teil der klösterlichen Unterlassungsklage sei aus formalen Gründen vor Gericht durchgefallen. „Zu unbestimmt, zu weit gefasst”, hätten die Richter befunden. Das Kloster hatte durchsetzen wollen, dass die Molkerei – die Familie Scheitz verarbeitee pro Jahr rund 90 Millionen Liter Milch von 600 Bio-Bauern – das Attribut „seit 1908” aus ihrer Werbung nimmt, da es den Betrieb erst seit 1980 geben würde.

Wer darf mit „Andechser” werben und wofür? Der Käse-Krieg am Heiligen Berg, er tobe seit längerem, so die “Abendzeitung”. Beide Betriebe werben mit dem Namen Andechs. Die Molkerei mit der Marke „Andechser Natur”, die Benediktiner mit dem Slogan „Andechs – Genuss für Leib und Seele”. Das allein dürfe kein Problem sein, andernorts klappe die friedliche Koexistenz trotz gemeinsamer geografischer Bezeichnungen auch.

Immer wieder seien Werbekampagnen zum Auslöser von Klagen geworden. Zuletzt habe die Molkerei gegen eine „Andechser Frischkäsezubereitung” der Mönche vorgehen wollen, weil sie das Recht an ihrer Marke verletze. Der Käse werde gar nicht im Kloster hergestellt, sondern nur vermarktet. Die Mönche hätten “gar keinen Schimmer vom Käsemachen”, heißt es in der Zeitung.

Die Abtei habe argumentiert, dass es ihr frei gestellt sein müsse, eine geografische Bezeichnung zu verwenden, die mit ihr verbunden sei. Damit fanden Sie bei den OLG-Richtern offensichtlich offene Ohren. Es erging ein entsprechender Hinweis, worauf die Molkerei ihren Antrag zurückzog. Die “Abendzeitung” folgert: “Das Ende des Käse-Kriegs? Wohl kaum.”

www.andechser-natur.de ; www.kloster-andechs.de

Anzeige

Marke

Baby One entwickelt neue Eigenmarke über Innovations-Hub

Die Fachmarktkette Baby One gründet ein Innovations-Hub in der Franchisezentrale in Münster. Ein Team aus den Bereichen Einkauf, Produkt- und Brandmanagement arbeitet außerhalb des Tagesgeschäfts an der Entwicklung einer Eigenmarke – und wird dabei von drei namhaften Start-up-Unternehmern unterstützt. mehr…


 

Newsticker

EU-Kommission nimmt sich Werbegeschäft von Google vor

EU-Kommissarin Margrethe Vestager nimmt erneut Google unter die Lupe. Diesmal geht es um…

E-Autos: Wissenschaftler schreiben Brandbrief an die EU

Wenn 2030 Millionen Autos elektrisch fahren, hält dann der Ausbau beim Ökostrom noch…

Kaufmann übernimmt deutsche Snacking-Sparte von Mondelēz

Martin Kaufmann übernimmt zum 1. Juli die Verantwortung für das Snacking-Geschäft von Mondelēz…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige