Mobile Display-Werbung wächst um 100 Prozent

Das Marktvolumen von Display-Werbung, die den Verbraucher über mobile Geräte erreicht, wird in diesem Jahr mit 40 Millionen Euro doppelt so hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr. Dies schätzen Experten des Bereichs Mobile Advertising im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Die Ergebnisse des aktuellen Reports zu mobiler Werbung gab der Verband heute auf der Dmexco, der internationalen Messe für digitales Marketing, in Köln bekannt. Vorgestellt wurde auch die neueste Studie des Online-Vermarkterkreises (OVK) im BVDW: Der deutsche Online-Werbemarkt wächst dieser Erhebung zufolge im Jahr 2011 auf 6,23 Milliarden Euro.

Mobile Display Advertising zählt immer stärker zu den festen Bestandteilen von erfolgreichen Kampagnenkonzepten. Im ersten Halbjahr 2011 schalteten bereits 207 Unternehmen mobile Werbekampagnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von rund 51 Prozent, wie die aktuelle Marktstudie der Unit Mobile Advertising (MAC) im BVDW weiter zeigt. Die prognostizierte Verdopplung des Brutto-Werbevolumens von Mobile Display Advertising auf 40 Millionen Euro in diesem Jahr zeigt nach Überzeugung von Oliver von Wersch (G+J Electronic Media Sales), der die Unit MAC im BVDW leitet, dass sich der gesamte Markt für mobile Werbung auf einem rasanten Wachstumskurs befindet. Im ersten Halbjahr 2011 seien entsprechend schon 609 mobile Kampagnen mit einem Zuwachs von mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum geschaltet worden. Ein hohes Zukunftspotenzial unter allen Branchen wird künftig dem Handel im Bereich Mobile Couponing zugesprochen.

„Die Ergebnisse aus dem MAC Mobile Report 2011/2012 sprechen insgesamt sehr positiv für die Mobilbranche und beweisen eindrucksvoll, dass Mobile Advertising ein hohes Zukunftspotenzial besitzt“, sagt von Wersch. Der Verband arbeitet daran, eine Methode zur Messung der Mobile Advertising Spendings, der realen Umsätze mit Mobile Display Advertising über mobile Websites und mobile Applikationen zu entwickeln. Neben der Erfassung des Gesamtumsatzes sollen Werbungtreibende in einer künftigen Ausbaustufe analog zum Online-Werbemarkt die Umsätze ihrer Mitbewerber auf Produktebene analysieren können. Bis dahin werden den Unternehmen aggregierte Kampagnenzahlen zur Verfügung gestellt. Die Anzahl des gebuchten Mobile Inventars pro Kampagne ist dem Report zufolge in diesem Jahr signifikant gestiegen: Während im ersten Halbjahr 2010 eine Kampagne auf durchschnittlich fünf Mobile Websites bzw. Applikation geschaltet wurde, stieg dieser Wert im Vergleichszeitraum 2011 auf 8,9. Zum Vergleich der Vorjahre: Nachdem es in 2007 nur 1,8 Mobile Websites pro Kampagne waren, sowie 3,6 in 2008, kletterte der Wert auf 4,0 im zweiten Halbjahr 2009.

Immer mehr Unternehmen aus der Medien-, Telekommunikations-, Automobil- und Finanzbranche nutzen verstärkt Mobile Advertising zur direkten Zielgruppenansprache. Aufgrund ihrer positiven Erfahrung aus den Vorjahren bauten diese Branchen auch im Jahr ihren Anteil an gebuchtem Mobile Advertising weiter aus. Gleichzeitig wagen immer mehr Unternehmen und neue Branchen den Sprung auf die Displays der mobilen Endgeräte. Dem Handel wird mittelfristig ein großes Potenzial für Mobile Advertising bescheinigt, denn Smartphones könnten eine Brückenfunktion zwischen digitaler und analoger Welt vollständig entfalten. Ein wichtiger Schritt vorab liege insbesondere in der angekündigten Umrüstung der Kassensysteme, damit Mobile Coupons einfach und standardisiert eingelesen werden können. Für Marken und den Handel sei es von enormer Bedeutung, dass die verwendeten Coupons keinen zeitlichen und technischen Mehraufwand für den Bezahlvorgang bedeuten. Der „MAC Mobile Report 2011/2012“ des BVDW ist auf der Website des Verbandes kostenfrei erhältlich.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum sich die Wachstumsprognose von 16 Prozent für den gesamten Online-Werbemarkt in Deutschland, die der OVK im Frühjahr getroffen hat, jetzt bestätigt.

Der deutsche Online-Werbemarkt wächst im Jahr 2011 insgesamt auf 6,23 Milliarden Euro, wie die jüngste Erhebung der Bruttowerbeinvestitionen durch den Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW verdeutlicht. Insgesamt betrachtet baut das Internet aufgrund der ungebrochenen Investitionsbereitschaft seitens der werbetreibenden Industrie seine Position als zweitstärkstes Werbemedium weiter aus. Der Online-Anteil am Mediamix beträgt mit 21,8 Prozent mehr als ein Fünftel des Gesamtwerbemarktes. Unter allen Werbeformaten konnte Bewegtbildwerbung in diesem Jahr am stärksten von der steigenden Nachfrage mit einer Wachstumsrate von rund 115 Prozent gegenüber dem Vorjahr profitieren. „Der Internet-Anteil von inzwischen einem Fünftel der gesamten Bruttowerbeinvestitionen in Deutschland unterstreicht die hohe Relevanz von Online-Werbung in der Markenkommunikation“, sagt der OVK-Vorsitzende Paul Mudter (IP Deutschland). Nachdem im Jahr 2010 mit 5,36 Milliarden Euro bereits ein bis dahin einmaliger Höchstwert bei den Bruttowerbeinvestitionen in Online erreicht worden sei, setze sich diese positive Entwicklung dank unverändert starker Online-Werbeaktivitäten auch im ersten Halbjahr 2011 fort. Der neue Höchststand des Online-Bruttowerbevolumens von 6,23 Milliarden Euro bedeute seit dem Jahr 2008 einen Zuwachs von gut 70 Prozent.

Nachdem das Internet im vergangenen Jahr sich noch vor der Gattung Zeitungen als zweitstärkstes Werbemedium direkt hinter der Gattung TV im Mediamix positioniert hat, wird es diese Stellung laut aktueller Prognose in 2011 weiter ausbauen. Mit den angenommenen 21,8 Prozent wird das Internet mehr als ein Fünftel des Bruttowerbekuchens einnehmen und damit eine immer dominantere Rolle im Mix der Kommunikationskanäle spielen. In der Folge des stetigen Marktwachstums werden die Gesamtausgaben für klassische Online-Werbung, Affiliate-Netzwerke und Suchwortvermarktung in 2011 im Vergleich zum Vorjahr laut Prognose um 16 Prozent steigen. Arne Wolter (G+J Electronic Media Sales), stellvertretender Vorsitzender im OVK, ergänzt: „Wie schon in den Vorjahren nimmt die klassische Online-Werbung erneut die führende Rolle in der OVK Werbestatistik ein: Mit einem Investitionsvolumen von 3,78 Milliarden Euro und einer Wachstumsrate von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr werden auf sie die höchsten Bruttoinvestitionen entfallen.“

Die Suchwortvermarktung liegt – so zeigt der Online-Report weiter – mit einer voraussichtlichen Wachstumsrate von elf Prozent auf dem zweiten Platz und steht laut Prognose für ein Werbeinvestitionsvolumen von insgesamt 2,07 Milliarden Euro. Die Affiliate-Netzwerke werden als dritte Säule der Online-Kommunikation laut Prognose 377 Millionen Euro auf sich vereinen können, das entspräche einem Zuwachs von ebenfalls elf Prozent. Unter allen Werbeformaten konnte Bewegtbildwerbung in den vergangenen Jahren mit am stärksten von der wachsenden Nachfrage nach großflächigen und aufmerksamkeitsstarken Werbeformaten profitieren. In diesem Jahr werden die geschätzten Brutto-Spendings für Bewegtbildwerbung um rund 115 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 184,2 Millionen Euro wachsen. Die Werbeausgaben im Bereich Bewegtbildwerbung liegen demnach elfmal so hoch wie vor drei Jahren. Den Ausschlag für diese positive Entwicklung geben die vielfältigen multimedialen Möglichkeiten der Werbemittelausgestaltung von Video Advertising.

Auch der komplette OVK Online-Report 2011/02 ist als PDF-Dokument erhältlich.

www.bvdw.org
www.ovk.de