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Mainardo de Nardis verlässt Aegis Media mit sofortiger Wirkung

Wie Aegis heute erklärt, hat Global CEO Mainardo de Nardis das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. De Nardis führte die unabhängige Mediaagentur seit zwei Jahren. Über die Gründe dieses plötzlichen Schrittes will sich Aegis nicht äußern.

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Der Zeitpunkt des Abgangs überrascht. Denn am 23. Mai wird Vincent Bolloré zum fünften Mal versuchen, zwei eigene Vorstandsmitglieder in der Firma zu platzieren, von der ihm 29,9 Prozent gehören: Aegis plc. Das Problem: ihm gehören auch 32,9 Prozent des Konkurrenten Havas. Mit ihren jeweiligen Mediaagenturen stehen sich beide Konzerne als Wettbewerber gegenüber. Deshalb lehnt das Aegis-Board Bollorés Bestreben bereits im fünften Brand-Brief kategorisch ab. Unterstützung kommt von einem Großteil der Aktionäre. Im Vorfeld adaptiert Aegis seit Monaten Strukturen und Personal auf drei Kontinenten.

Auch Aegis Media Amerika CEO David Verklin verließ das Unternehmen erst kürzlich. Sarah Fay folgte ihm in Verantwortung für Nordamerika (USA und Kanada). Bereits im Februar wechselte der Geschäftsführer von Carat Österreich & Adriatics, Andreas Weiss, als Aegis Media CEO Southafrica nach Kapstadt. Der „emerging market“ Südafrika bekam damit einen eigenen CEO vor Ort. Ähnlich wie die Region Südafrika werden die dynamischen Märkte Südamerikas von einer eigenen und neu geschaffenen Division betreut: Aegis Media Lateinamerika.

Jens Erichsen wird ab Juni als weiterer Geschäftsführer von Carat Wiesbaden in Deutschland tätig sein. Ab Juli folgt ihm Johannes Züll in der neu geschaffenen Position als Aegis Media CEO Deutschland. Seit Anfang Mai ist Elmar Schmid neuer Aegis Media CEO in Österreich. Sein Vorgänger Andreas Hofmaier wird Business Development Director für Aegis Media Zentraleuropa.

Jerry Buhlmann wird ab 2.Juni in seiner neuen Funktion als Aegis Media Global CEO in den Aegis Vorstand berufen. Buhlmann ist seit 1999 bei Aegis Media. Derzeit ist er als CEO für Aegis Media in Europe, Middleeast & Africa (EMEA) tätig. In dieser Funktion war er von 2003 bis 2006 direkter Vorgesetzter des ehemaligen Aegis Media Zentraleuropa-Chefs Aleksander Ruzicka. Dieser hatte im Interview mit absatzwirtschaft bereits im September 2007 über einen internen Machtkampf bei Aegis gesprochen, als dessen Opfer er sich sieht.

Aegis räumte im November 2007 ein, dass die Konzernzentrale in London von der eigenen Strafanzeige und den Ermittlungen gegen Ruzicka wusste. Inzwischen beteuert Aegis Media, dass die jüngsten Veränderungen keinerlei Zusammenhang mit den Konsequenzen der Media-Affäre rund um ihren ehemaligen Zentraleuropa CEO Aleksander Ruzicka haben würden.

Der Untreue-Prozess gegen Ruzicka brachte auch in dieser Woche wiederholt keine neuen Erkenntnisse. Erneut schilderten Aegis-Mitarbeiter ihr Tagesgeschäft. Der heutige Geschäftsführer der Werbeagentur Wunschkind (vormals ZHP) versicherte, dass sämtliche Vorgänge vertragskonform erledigt worden seien. Der Prozess schleppt sich bereits im fünften Monat ohne greifbare Ergebnisse im Sinne der Anklage dahin. Ruzickas Verteidiger Marcus Traut hat inzwischen Beschwerde gegen die Verlängerung der Untersuchungshaft gegen seinen Mandanten beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main eingebracht.

Im Gegensatz zum Landgericht Wiesbaden sieht er bei seinem Mandanten weder Fluchtgefahr noch eine Verhältnismäßigkeit für die Fortdauer der Zwangsmaßnahme. Der Bundesgerichtshof habe mehrfach erklärt, was ein beschleunigtes Verfahren in Haftsachen bedeute: mindestens zwei Verhandlungstage pro Woche. Im gesamten Monat Mai muss Aleksander Ruzicka nur dreieinhalb Tage auf der Anklagebank Platz nehmen. Ruzicka sitzt seit 24.Oktober 2006 in Untersuchungshaft. mz

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