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Krise dauert trotz Millionen-Bußgeld an: Ex-Audi-Chef bleibt in U-Haft und Unternehmen muss Sammelklagen befürchten

Ex-Audi-Chef Rupert Stadler

Audi hat sich bereit erklärt, eine Geldbuße in Höhe von 800 Millionen Euro für seine Rolle im Diesel-Betrugsskandal zu zahlen, der die Autoindustrie seit mehr als drei Jahren durcheinander gebracht hat. Das von der Staatsanwaltschaft München II eingeleitete Verfahren gegen Audi sei damit abgeschlossen. Das bedeutet aber nicht, dass die Affäre nun beendet ist. Es könnte erst der Anfang sein.

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Audi akzeptiert das Bußgeld. Die Strafe besteht aus der Höchststrafe von 5 Millionen Euro und der Beschlagnahme von 795 Millionen Euro Gewinn, den das Unternehmen mit dem Verkauf von manipulierten Motoren gemacht hat, sagte die Münchner Staatsanwaltschaft in einer Stellungnahme. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird aber nach wie vor gegen 20 Beschuldigte ermittelt. Im Rahmen der Transaktion räumte Audi ein, dass es von den regulatorischen Anforderungen abgewichen sei. Der Vergleich schließt nun ein weiteres Kapitel in dem 2015 eingeleiteten, langwierigen VW-Dieselskandal.

Der Autohersteller will keine Rechtsmittel einlegen: „Die Audi AG bekennt sich damit zu ihrer Verantwortung für die vorgefallenen Aufsichtspflichtverletzungen.“ Ein Audi-Sprecher sagte gegenüber der Augsburger Allgemeinen, dass sich durch das Bußgeld die Gewinnerwartung des Unternehmens verschmälere. „Wir waren von einer Umsatzrendite von acht Prozent ausgegangen, das werden wir für das laufende Jahr deutlich unterschreiten“.

Zivilklagen weiterhin möglich

Die Einigung hat aber keine Auswirkungen auf Zivilklagen gegen die Automobilhersteller. Denn die können ab November mit der Musterfeststellungsklage (absatzwirtschaft berichtete) gesammelt gegen die Autokonzerne klagen. Und auch Ex-Audi-Chef Rupert Stadler bleibt in U-Haft. Stadler sei dringend verdächtig, den Verkauf von Dieselautos mit falschen Abgaswerten zugelassen zu haben, so das Landgericht München im August. Dabei habe er von den Manipulationen gewusst oder sie zumindest bewusst ignoriert. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft prüft derzeit auch, ob VW-Manager, die an dem Skandal beteiligt sind, angeklagt werden.

(Lig)

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