Kontraktlogistik in Mittel- und Osteuropa gewinnt an Bedeutung

Der anhaltende Trend zur Produktionsverlagerung in die EU-Beitrittsländer birgt Chancen bei tiefgreifenden Veränderungen der Logistikprozesse. Für Logistik-Unternehmen sieht die Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants in diesen Märkten noch beachtliches Wachstumspotenzial. Besonders Polen, Tschechien und die Slowakei könnten sich zur Ost-West-Drehscheibe und zum Ausgangspunkt für weiter östlich gelegene Märkte entwickeln.

Wie die Berater beobachten, wird die steigende Nachfrage nach klassischen Logistikdienstleistungen wie Transport, Umschlag, Lagerung und logistischen Mehrwertleistungen zwar das Entstehen neuer Unternehmen und Standorte in der Region begünstigen, bei der Integration der neuen Standorte in bestehende Transportnetze sehen sie jedoch bei vielen Unternehmen große Hürden.

„Die bestehende Transport- und Logistiklandschaft in Mittel- und Osteuropa wird sich in den kommenden Jahren grundlegend wandeln. Besonders Polen, Tschechien und die Slowakei könnten sich zur Ost-West-Drehscheibe und zum Ausgangspunkt für die Erschließung weiter östlich gelegener Märkte entwickeln“, erklärt Dr. Roland Falb, Partner und Mitglied der Geschäftsleitung im Wiener Büro von Roland Berger Strategy Consultants. Die Achsen Warschau-Benelux, Nord-Slowakei-Rhein/Main sowie die Achse durch Österreich entlang der Donau würden rasch an Bedeutung gewinnen.

Durch den Trend zum Outsourcing entwickele sich Zentral- und Osteuropa zu einem vielversprechenden Markt für Kontraktlogistik. Dabei übernähmen externe Dienstleister logistische und logistiknahe Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette. Das Angebot reiche von der Warendistribution im Auftrag eines Handelsunternehmens von der Rampe des Lieferanten bis ins Zentrallager oder die Zielfirma über Kommissionierung, Verpackung, Preisauszeichnung und Transportabwicklung bis hin zur Übernahme der Ersatzteilversorgung oder die komplette Auftragsabwicklung für einen Versandhändler.

Die in der Kontraktlogistik notwendige Ausrichtung auf spezifische Anforderungen des Auftraggebers birge das Risiko der Abhängigkeit des Logistik-Dienstleisters. Oft müsse der Dienstleister erhebliche Investitionen in Lagerflächen, Informationstechnologie oder Personalweiterbildung tätigen, die sich erst nach einigen Jahren amortisierten. Meist seien die Auftraggeber aber nicht bereit, sich mit langfristigen Kontrakten zu binden. Damit drohten dem Logistik-Dienstleister bei vorzeitigem Verlust eines Auftraggebers hohe Sonderabschreibungen. Umgekehrt sei auch für den Auftraggeber ein Wechsel des Dienstleisters wegen des maßgeschneiderten Leistungspakets mit hohen Kosten verbunden. pte

www.rolandberger.com