Suche

Anzeige

Kartellamt prüft: “Amazon darf kein Preiskontrolleur sein”

Amazon
Amazon in der Kritik: "Während der ersten Corona-Monate gab es Beschwerden darüber, dass Amazon Händler wegen angeblich überhöhter Preise gesperrt hat." © Christian Wiediger (Unsplash)

Das Bundeskartellamt prüft, ob der Versandhändler Amazon in der Corona-Krise eine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat. Dabei geht es um den Online-Marktplatz von Amazon, über den andere Händler ihre Waren direkt an Kunden verkaufen können.

Anzeige

“Während der ersten Corona-Monate gab es Beschwerden darüber, dass Amazon Händler wegen angeblich überhöhter Preise gesperrt hat”, sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Montag). Amazon sei für sehr viele Händler eine unverzichtbare Plattform. Das Bundeskartellamt habe “eine Marktbeherrschung bisher nicht formell festgestellt”.

Das Bundeskartellamt habe schon 2013 dafür gesorgt, dass Amazon seine Preisparitätsklausel aufgegeben habe, betonte Mundt. Bis dahin hätten Händler über andere Online-Vertriebswege ein Produkt nicht günstiger verkaufen dürfen als auf dem Amazon-Marktplatz. “Amazon darf kein Preiskontrolleur sein. Das gilt auch jetzt”, sagte Mundt. Erste Stellungnahmen von Amazon würden jetzt ausgewertet.

Amazon: “Verkaufspartner legen Produktpreise fest”

“Amazon-Verkaufspartner legen ihre eigenen Produktpreise in unserem Store fest”, sagte eine Amazon-Sprecherin. Amazon habe “Richtlinien, die sicherstellen sollen, dass die Verkaufspartner ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten”. Die Systeme seien so konzipiert, “dass sie Maßnahmen gegen Preistreiberei ergreifen”.

Der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach, begrüßte die Prüfungen. Wenn Amazon in die freie Preisbildung eingreife, sei das problematisch, sagte Wambach Radioprogramm “SWR Aktuell”. Allerdings sei unklar, ob Amazon wirklich marktbeherrschend ist. “Das hat das Kartellamt noch nicht überprüft, und das ist auch nicht so leicht”, sagte Wambach.

he/dpa

absatzwirtschaft+

Sie wollen weitere relevante Informationen und spannende Hintergründe für Ihre tägliche Arbeit im Marketing? Dann abonnieren Sie jetzt hier unseren kostenfreien Newsletter.

Anzeige

Digital

Facebook schafft für virtuelle Welt 10.000 Jobs in Europa

Facebook steht nach den Enthüllungen einer Whistleblowerin und massiven Ausfällen unter Druck. Doch der Konzern will nicht in der Defensive verharren und kündigt eine große Investition in eine virtuelle Welt mit einem Schwerpunkt in Europa an. mehr…


 

Newsticker

Warum heißt die Marke so? Heute: Starbucks

Es ist schon ein kulturhistorischer Treppenwitz, dass die weltweit bekannteste Cafékette nicht aus…

Chrzanowski rückt an die Spitze der Schwarz-Gruppe

Die Lidl- und Kaufland-Mutter hat den Termin für den bereits im Vorjahr angekündigten…

Moderne Mitarbeiterführung: Mehr Coach, weniger Chief

Die Herausforderungen an Führungskräfte haben sich radikal geändert. Benjamin Minack beschäftigt sich mit…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige