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Jeder Dritte würde für nachhaltige Produkte mehr zahlen

Verpackung zu sparen macht den Einkauf für Kunden nicht unbedingt günstiger, aber für die Umwelt verträglicher. © Unsplash/Laura Mitulla

Nachhaltigkeit kostet Geld. Doch wie steht es um die Zahlungsbereitschaft von Konsumenten und die Investitionsbereitschaft von Unternehmen? Zwei aktuelle Studien nehmen das Thema aus Sicht von Verbrauchern und Handelsunternehmen unter die Lupe.

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Knapp jeder dritte Verbraucher in Deutschland ist bereit, für nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen einen Preisaufschlag zu zahlen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners hervor. Vor allem Jüngere würden sich das gute Gewissen demnach etwas kosten lassen.

Simon-Kucher hatte für seine “Global Sustainability Study 2021” weltweit mehr als 10.000 Personen in 17 Ländern befragt, davon mehr als 1000 in Deutschland.

Preis und Qualität wichtiger

Nachhaltigkeit ist demnach in den Augen von 58 Prozent der in Deutschland befragten Personen ein relativ wichtiges bis sehr wichtiges Kaufkriterium. Wichtiger sind in den Augen der Konsumentinnen und Konsumenten allerdings nach wie vor Preis und Qualität des Produkts.

88 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, ihr Konsumverhalten in den vergangenen Jahren mehr oder weniger stark in Richtung Nachhaltigkeit verändert zu haben. Besonders bei den Themen Energie/Versorgung, Bau/Haus, Reisen und Tourismus, aber auch bei Konsumgütern habe das Thema Nachhaltigkeit häufig Einfluss auf die Kaufentscheidung, ergab die Umfrage.

18 Prozent Mehrkosten akzeptabel

“Die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Kaufprozess wird weiter zunehmen”, prognostizierte Simon-Kucher-Chef Andreas von der Gathen. Bereits heute nenne die Hälfte der Menschen Nachhaltigkeit als einen der wichtigsten Werttreiber.

Wer in Deutschland bereit ist, einen Aufschlag für nachhaltigere Produkte zu zahlen, würde der Umfrage zufolge im Durchschnitt Mehrkosten von 18 Prozent akzeptieren.

Nachhaltigkeit durch Digitalisierung – aber ohne Budget

Wie sehr das Thema Nachhaltigkeit auch in der Unternehmensstrategie von Handelsunternehmen verwurzelt ist, war Gegenstand einer Studie von Bitkom Research und dem IT-Dienstleister TCS. Dafür wurden 951 Händler mit mehr als 100 Beschäftigten in Deutschland befragt.

70 Prozent gaben an, dass Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie ist. Zudem sind 66 Prozent überzeugt, dass digitale Technologien dabei helfen können, energieeffizienter zu wirtschaften. 60 Prozent versprechen sich langfristige Vorteile von Investitionen in digitale Technologien, die die eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

Allerdings verfügt nur jedes zweite der befragten Handelsunternehmen (50 Prozent) über das Wissen, wie sich digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit einsetzen lassen. Und gerade einmal jeder vierte Händler (25 Prozent) hat für mehr Nachhaltigkeit ein spezielles Budget eingeplant. Damit liegt die Handelsbranche sogar noch unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 33 Prozent.

“Bei der Umsetzung hat der Handel noch Nachholbedarf. Gerade für Handelsunternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten”, sagt Andreas Stein Handelsexperte bei TCS. Das sei auch gefragt – das Bewusstsein der Kunden für nachhaltige Praktiken und Produkte wachse. “Dabei ist Nachhaltigkeit nicht auf einen geringeren CO2-Ausstoß durch energieeffiziente Gebäudesteuerung und Fahrzeuge oder optimierten Warenfluss beschränkt. Verbraucher und Unternehmen selbst wünschen sich mehr Transparenz bei Produkten wie Kleidung, Lebensmitteln und Elektronik”, so Stein.

Weitere Ergebnisse der Trendstudie “Nachhaltig geht nur digital – Wie Deutschland mit KI und Co. die Zukunft gestaltet” finde Sie hier.

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Kommentare

  1. 1.000 Menschen in D. befragt …

    Ohne damit die Studie beurteilen zu können, die generelle Erfahrung,
    daß eine gruppen-dynamische, “Blasen-Entscheidungs” -Aussage nicht
    unbedingt etwas mit dem tatsächlich Einkauf zu tun hat.

    Wenn man den Menschen über div. Zusatzabgaben und der Inflation
    mit steigenden Preisen das ind. Budget kürzt, mag selbst der beste Wille
    in der Praxis Makulatur sein.

    Schauen Sie sich mal selber via “Store-Check” um, wer wo was einkauft.

    Dabei können Sie gleich die Fußgängerzonen der Innenstädte mit den
    Gewerbegebieten und deren Angebot an Einkaufs-Möglichkeiten vergleichen.

    Sorry, aber Wunsch & Wirklichkeit klafft eben häufig etwas auseinander.

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