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Instagram und der Mittelstand: So nutzen deutsche Unternehmen das soziale Netzwerk

Erstmals veröffentlicht die Facebook-Company im Rahmen der Digitalmesse OMR in Hamburg Zahlen darüber, wie sich die Nutzer in der App verhalten. Neugier scheint die treibende Kraft hinter der Insta-Nutzung zu sein, und das ist gut für Unternehmen mit kleinem Budget.

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„Da stolze 85 Prozent unserer Kunden über Instagram auf uns aufmerksam werden, ist die Plattform für unser Business extrem relevant. Unseren Fokus setzen wir besonders auf Instagram Stories. 45 Prozent unserer Kunden kommen über Stories in unseren Online-Shop“, erzählt Marlena Wester, Gründerin von Wild Daisy.

Wild Daisy ist ein kleiner Concept Store aus Düsseldorf und ein Paradebeispiel dafür, was Social Media kann, wenn man damit richtig umgeht. Die Marke Wild Daisy existiert im Netz quasi nur auf Instagram und Facebook. Die Neukundengewinnung erfolgt dort ebenso wie die Kommunikation mit den Fans. Und von dort geht es dann in den Laden: „Die Plattform nutzen wir aber auch, um täglich unseren Offline-Store zu promoten, einen Rundgang zu machen und dazu zu animieren, uns nicht nur online, sondern auch offline zu besuchen“, so Wester weiter.

Instagram und die Kleinen

Am ersten Tag der OMR 2019 veröffentlichte Instagram erstmals Zahlen über die Nutzung der App. Diese Zahlen zeigen, dass natürlich die großen Marken und Influencer viel Strahlkraft entfalten, aber dass der Entdeckergeist der Nutzer sich auch gerade darauf richtet „Neues“ zu finden.

55 Prozent aller Instagram-Nutzer haben dort schon eine neue Marke entdeckt. 49 Prozent haben von einem Produkt erfahren und 43 Prozent davon haben das Produkt auch gleich über Instagram gekauft.

Das Marktforschungsunternehmen Ipsos hat für Instagram den Markt analysiert. 3000 User wurden befragt und 1000 Inhaber eines Business-Accounts aus Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern.

Und für diese Unternehmen scheint die Plattform wie gemacht zu sein. Nicht nur, dass insgesamt rund ein Drittel der Nutzer angibt, man habe anderweitig wohl nie über dieses oder jenes Unternehmen erfahren. Die Hälfte aller Unternehmen, die Stories machen, wurde ohne Medienbruch direkt in diesem Kanal über eine Direktnachricht kontaktiert.

Besonders gut funktionieren Umfragen. 43 Prozent der befragten kleinen Unternehmen geben an, dass Meinungsumfragen in Stories ihnen geholfen hätten wichtige Entscheidungen zu treffen.  

Die eine Hälfte gewinnt, die andere nicht

Knapp 50 Prozent – das ist der Mittelwert, wenn es um die Analyse der Geschäftsziele geht. Etwas weniger als die Hälfte aller befragten Unternehmen gibt an, dass Instagram entweder neue Kunden begeistert habe, dass die Umsätze gestiegen seien oder dass ganz allgemein Instagram wichtig für das Geschäft sei.

In Sachen Einkaufen das gleiche Bild: 49 Prozent verkaufen mehr, seit sie Shopping nutzen. 45 Prozent verzeichnen mehr Besuche im eigenen Online-Shop und satte 46 Prozent freuen sich – wie Wild Daisy – über zusätzlichen Traffic im Laden.

Im Umkehrschluss funktioniert Instagram für die andere Hälfte der kleinen Unternehmen nicht, zumindest, wenn man Sales-KPI anlegt. Das kann am Wettbewerb liegen, an der Branche, aber auch daran, dass Instagram nicht gut genug und vor allem nicht individuell genug bespielt wird.

Stories sind schon ein ganz eigenes Format. Zunächst einmal ist es ein vertikales Bildformat. 90 Prozent der Nutzungszeit ist hochkant, sagt Instagram. Das Beschneiden bestehender Breitwand-Filme funktioniert nur bedingt. Außerdem ist der mobile Nutzer sehr interaktiv, da er die Hände immer am Display hat. Ganz anders als der Youtube-Gucker. Mobile Video muss als eigenes Format begriffen werden, denn das Smartphone ist eben kein kleiner Fernseher”, sagt Jin Choi, Group Director DACH für FMCG, Retail, Entertainment, Tech-Telco bei Facebook.

Die Instagram-Company

Die Kombination aus Einfachheit und Reichweite ist es, die Instagram derzeit so sexy macht. Satte 58 Prozent der befragten Jungnternehmer gaben an, dass Instagram sie dazu befähigt habe, ihr Unternehmen allein zu starten. Eins von zehn Start-ups entsteht laut Ipsos in der Keimzelle eines Instagram-Accounts. Und nahezu alle Start-ups glauben, dass ohne Insta heute gar nichts mehr geht.

Interessant ist, dass die Zielgruppe, die auf Instagram erreicht wird, Überlappungen hat zu den Menschen, die man gerne als Mitarbeiter für sich gewinnen würde. Etwas mehr als ein Drittel aller befragten Unternehmer ist der Auffassung, dass genau dort auch der Erstkontakt zu potenziellen neuen Mitarbeitern entsteht.

Fazit

Gerade in frühen Unternehmensphasen kann Instagram ein spannendes Tool für kleine Unternehmen sein.

Firmen wie Oatsome, einem in Frankfurt ansässigen Anbieter von Smoothie-Mischungen, lassen ihre Fans auch permanent hinter die Kulissen schauen und fragen nach deren Meinung.

Transparenz ist auch das Geschäftsprinzip von Coffee Circle. Das Unternehmen sorgt für nachhaltige Kaffeeversorgung und eine komplett transparente Lieferkette nach Kolumbien oder Äthiopien. „Instagram Stories helfen uns enorm dabei, unser höchstes Ziel zu verfolgen: Transparenz. In Instagram Stories nehmen wir unsere Fans mit hinter die Kulissen und zeigen beispielsweise die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen oder wo der Kaffee herkommt und wie er geröstet wird”, sagt Katrin Engel, Leiterin Marketing bei Coffee Circle.

Weniger poetisch geht es bei Asphaltgold zu. Der Sneakershop freut sich einfach, dass Instagram mehr Traffic im Online-Shop beschert. Und das ist völlig legitim: Fast 30 Prozent aller Kunden kommen über Shopping-Posts.

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