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„In Zukunft werden Produkte und Dienstleitungen aus unterschiedlichen Bereichen nutzenstiftend kombiniert“

Einzelkämpfer oder Teambuilding? Müssen sich Unternehmen zusammentun, um Dienstleistungen in Zeiten der Digitalisierung voranzubringen?

Die GfK-Studie zeigt erneut: Die Herausforderungen für das eigene Unternehmen kennen die meisten, doch Selbst- und Fremdwahrnehmung klaffen weit auseinander. Wie müssen sich Unternehmen in der digitalen Business Transformation aufstellen? Im Interview zeigt Wolf Ingomar Faecks, Geschäftsführer der Sapient GmbH und Publicis.Sapient, die Probleme der digitalen Business Transformation auf.

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Herr Faecks, Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle zu digitalisieren. Wie können sie dabei vorgehen?

WOLF INGOMAR FAECKS: Der erste Schritt in Richtung digitale Business Transformation ist Kundenzentrierung. Ein Unternehmen muss genau analysieren, welche Bedürfnisse und Präferenzen seine Kunden haben und welche Lösungen es in Form von innovativen Services entwickeln und bereitstellen kann. Dazu muss es zunächst die eigene Rolle als Plattform in einem komplexen digitalen Öko-System definieren, bestehende Geschäftsmodelle kritisch hinterfragen und aktiv nach neuen Wertschöpfungstreibern suchen.

Der zweite Schritt besteht darin, die strukturellen und operativen Voraussetzungen dafür zu schaffen, um das veränderte Angebot liefern zu können. Dafür wird ein passendes Konzept benötigt, wie eine Organisation ihr Tagesgeschäft effizient erledigen und gleichzeitig innovativ sein kann. Das beinhaltet die gesamte Aufstellung einer Organisation, die Zusammensetzung der richtigen Teams mit den benötigten Fähigkeiten sowie eine passende Arbeitskultur. Zudem müssen Methoden und Prozesse implementiert werden, die es dem Unternehmen ermöglichen, seine Produkte liefern und seine Dienste erbringen zu können.

Was bringt die Verschmelzung von zwei Bereichen, die zuvor noch nichts miteinander zu tun hatten? Hier häufen sich ja die Beispiele: So kann man neuerdings an Bord der Lufthansa bei Rewe einkaufen und bei Outfittery bekommt man gleich einen VW mit der Lieferung.

Nahezu alle Branchen mit Endkundeninteraktion – wie zum Beispiel der Handel, Finanzdienstleister oder auch die Automobilindustrie – geraten zunehmend unter Druck, da sich deren Angebote im Kern oft sehr stark ähneln. Der Entscheidungsprozess für oder gegen ein Produkt wird immer häufiger von den individuellen Zusatznutzen beeinflusst, den es den Kunden bietet. Durch die steigende Zahl neuer Marktteilnehmer, die mit innovativen Lösungen klassische Geschäftsmodelle attackieren, sind Unternehmen gefordert, individualisierte Zusatzleistungen rund um ein Produkt zu generieren, die ihr Angebotsportfolio von dem der Konkurrenz unterscheidet. In Konsequenz bedeutet das, dass Branchengrenzen zunehmend verschwinden und verschiedene Produkte und Dienstleitungen aus unterschiedlichen Bereichen nutzenstiftend kombiniert werden. Unternehmen, die ihre Geschäfts- und Liefermodelle nicht rechtzeitig hinterfragen, werden zwangsläufig in naher Zukunft einer existenziellen Bedrohung entgegensehen.

Welche weiteren Spielarten sind denkbar, wenn man zwei verschiedene Bereiche zusammenfügt?

Bei der Definition neuer Geschäftsmodelle geht es nicht nur um das Zusammenfügen einzelner Bereiche, sondern um das Bilden komplexer neuer, wertschöpfender Öko-Systeme. Dazu müssen sich Unternehmen nach außen hin öffnen, um durch strategische Partnerschaften größere Netzwerke aufzubauen und weitere Expertise an Bord zu holen, die sie für die Umsetzung benötigen. Nur dadurch kann das eigene Angebot kontinuierlich weiterentwickelt und langfristig attraktiv gehalten werden. Eine wichtige Kompetenz, die in Zukunft immer entscheidender werden wird und auf die jedes Unternehmen fokussieren sollte, ist die Fähigkeit, Partnernetzwerke zu konstruieren, darin zu agieren und diese bestenfalls sogar selbst zu orchestrieren.

Das Interview wurde schriftlich geführt

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